Heiko Miraß
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Lieber Kollege Förster, ich habe mir bei Ihrem Vortrag, bei Ihrer Rede die Frage gestellt, wie Sie selbst denn die Situation Ihrer eigenen Partei beurteilen. Die AfD hat im Bundestag einen Frauenanteil von, ich glaube, elf Komma ein paar Prozent. Das könnte ein Ausreißer sein, das ist aber flächendeckend so. Wenn Sie in die Landtage schauen, dann bewegt sich das immer zwischen 10, und knapp über 20 Prozent ist, glaube ich, der Rekordwert. Und da habe ich mir die Frage gestellt, finden Sie das eigentlich problematisch. Wie kommt das aus Ihrer Sicht? Steckt dahinter eventuell die Auffassung, dass Frauen weniger geeignet sind, im politischen Meinungsbildungsprozess sich einzubringen? Das sehe ich anders. Also ich halte das für ausgesprochen problematisch, weil ein Parlament ja die Breite der Bevölkerung, zu der ungefähr zu hälftigen Anteilen Frauen und Männer gehören, repräsentieren soll. Also einen so geringen Anteil halte ich für problematisch. Und ich will durchaus darauf hinweisen, dass wir im gesamten politischen Spektrum, auch in diesem Land hier in Mecklenburg-Vorpommern, auch mal eine andere Situation hatten. Wenn Sie 20 Jahre zurückschauen oder 25 in den 90er-Jahren, dann hatten wir in der Landesregierung zwei Frauen, das eine war die Finanzministerin, das andere war die Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung. Alle anderen 18 Mitglieder der Regierung waren Männer. Das halte ich persönlich für ausgesprochen problematisch und auch für nicht repräsentativ für die Bevölkerung. Wie sehen Sie das? Diese Entwicklung ist aus meiner Sicht nämlich nicht allein zustande gekommen, sondern hat eine ganze Reihe von ganz konkreten Maßnahmen und Einflussnahmen auch aus dem politischen Raum zum Hintergrund, dass sich daran etwas geändert hat, dass wir heute hälftig in der Landesregierung Ministerinnen und Minister, Staatssekretäre und Staatssekretärinnen haben. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke)
