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Barbara Becker-Hornickel

FDP 30.01.2026 Sitzungen 8/126

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Voller Freude stelle ich fest, es gibt eigentlich keinen großen Dissens in dieser Frage. Wir sind uns weitgehend einig: Soziale Wärme und gesellschaftliche Teilhabe beginnen ganz konkret mit einem sicheren Zuhause. Wer keine Wohnung hat oder von Wohnungslosigkeit bedroht ist, verliert nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch den Zugang zu Arbeit, Bildung, Gesundheit und sozialem Leben. Wohnungslosigkeit ist kein Randphänomen, sondern ein ernst zu nehmendes Warnsignal für soziale Brüche in unserer Gesellschaft. Wohnen ist ein zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge. Gleichzeitig gilt aber auch, dass gute Sozialpolitik nicht aus wohlklingenden Überschriften besteht, sondern aus wirksamen, zielgenauen Instrumenten. Kollege Albrecht hat hier schon vorgetragen, auch Rostock steht als Stadt für eine doch weit fortgeschrittene Segregation. Wohnungslosigkeit entsteht in den meisten Fällen nicht plötzlich, sondern als Ergebnis von Mietschulden, familiären Krisen, Krankheit, Verlust des Arbeitsplatzes. Und genau deshalb – und auch das ist schon vorgetragen – ist es einfach wichtig, hier Prävention zu leisten. Frühe Beratung, passgenaue Hilfen und funktionierende soziale Netzwerke vor Ort sind entscheidend. Hilfe muss dabei individuell sein und sich an den konkreten Lebenslagen orientieren, nicht schematisch oder bürokratisch. Und natürlich brauchen wir bezahlbaren Wohnraum. Das stellen auch wir Freie Demokraten nicht infrage. Doch sozialer Wohnungsbau darf nicht dazu führen, dass neue soziale Brennpunkte entstehen oder ganze Quartiere dauerhaft abgehängt werden. (Beifall René Domke, FDP) Segregation entsteht dort, wo Armut räumlich konzentriert wird und Durchlässigkeit verloren geht. Ja, wir brauchen Wohnungen, und auch das ist klar und deutlich hier schon ausgesprochen worden, wir brauchen Wohnungen. Woran krankt es im Moment? An – das brauche ich nicht alles auszuführen –, an Bürokratie, an Auflagen, und das, denke ich, brauche ich nicht zu wiederholen, das hat uns mein Kollege Albrecht hier sehr gut vorgetragen. Auch ein zentrales Instrument für das Wohnen ist Wohngeld. Es unterstützt Menschen mit geringem Einkommen direkt und ermöglicht selbstbestimmtes Wohnen, ohne den Wohnungsmarkt zu verzerren. Als Freie Demokraten stehen wir für eine Sozialpolitik, die ermutigt statt bevormundet, (Beifall René Domke, FDP) die Hilfe anbietet statt festschreibt und die Teilhabe ermöglicht. Wir brauchen das Nebeneinander der Menschen, Senioren, Familien, Familien mit Kindern, Menschen mit unterschiedlichen Lebenshorizonten. Nur aus Respekt, aus gegenseitigem Respekt vor Lebenslagen, vor Lebensbiografien, vor Menschen überhaupt entstehen soziale Wärme und Teilhabe. (Beifall René Domke, FDP)

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