Dr. Harald Terpe
Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Der heutige Antrag der Regierungsfraktionen folgt der Logik des Gesetzes, das wir vor ein paar Tagen hier im Plenum hatten. Wenn man in Ansatz bringt, dass man sozusagen in Vorabquoten Studienbewerberinnen und -bewerber gewinnen kann, die durch Vertragsverhältnis dann hier in Mecklenburg-Vorpommern bleiben, dann muss man die Frage der Vorabquoten auf jeden Fall angehen, weil insbesondere durch die gesetzliche Regelung, dass sich die Quoten auch auf fachärztliche Ausbildung in der Humanmedizin beziehen und wir bisher 7,8 Prozent nur für Hausärzte hatten und wenn man jetzt Grundversorgung der Fachärzte mitmachen kann – das war übrigens eine Forderung auch schon vor fünf Jahren, dass man die grundversorgenden Fachärzte hätte mit reinnehmen können –, dann muss man bei der Vorabquote etwas machen. Und dann ist es nur folgerichtig, hier zu gucken, ob man die Vorabquoten erhöhen kann. Und 10 Prozent ist sicherlich dann mehr als 7,8, und deswegen ist das ein richtiger Weg. So weit eigentlich zu diesem Antrag, dann könnte ich schon aufhören. Aber es ist so, aus meiner Rede von vor zwei Tagen konnten Sie entnehmen, dass ich nicht so ganz überzeugt bin, dass dieses Anreizprogramm mit den Vertragsstrafen wirklich die Bewerber bringt. Meine Kollegin Frau Klingohr hatte gesagt, wir eröffnen Chancen. Natürlich eröffnen wir Chancen für Leute, die es nicht über den Zensurendurchschnitt schaffen. Ich hatte aber auch gesagt, das Auswahlprogramm jetzt, was die fachliche Eignung betrifft, übertrifft bei Weitem die Eignung, die diese Bewerber dann aufbringen. Diese Eignung übertrifft bei Weitem die Eignung, die man nur durch den Zensurendurchschnitt hat. Also die bringen schon was ein, die Leute, die sich dafür, für dieses Programm entscheiden würden. Ich sage, man muss das zusätzlich anreizen. Sie wissen alle selbst, insbesondere auch aus den Zahlen der Anhörung, wo gesagt wurde, das sind vor allen Dingen auch, die sich dafür interessieren, Leute aus kleinen Städten Mecklenburg-Vorpommerns, wo die Eltern zum Beispiel nicht Ärzte sind. Ich weiß aus der Erfahrung, dass es in vielen Familien darum geht, dass die jungen Leute überhaupt ihr Studium finanzieren können, also genügend Unterstützung haben von zu Hause. Und deswegen wäre eine Anreizung der Unterstützung gerade zu Studienzeiten ein wichtiger Punkt, um Leute zu motivieren. Dann gehe ich noch mal kurz auf „Schludern und Rudern“ ein. Es ist in der Tat so, Schludern hilft gar nicht, aber wir rudern hier in unserem Bundesland auch, damit wir nicht untergehen oder auf Abwege kommen. Also deswegen würde ich sagen, man muss mehrere Wege hier errudern, und das versucht der Antrag der CDU-Fraktion auch mit wichtigen Ansatzpunkten, und ich fühle mich hier so ein bisschen auch als Scharnierfunktion. (Zuruf von Marc Reinhardt, CDU) Also wenn ihr euch nicht einigen könnt, man muss sozusagen wirklich viele Wege machen, die dann auch nach Rom führen, damit man am Ende tatsächlich das erreicht, was man will vor Ort, (Beifall vonseiten der Fraktionen der CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) nämlich die Versorgung im ländlichen Raum sicherstellen. Und vielleicht die letzte Frage, die ja immer Streitpunkt ist, Studienplatz erhöhen oder erniedrigen, da würde ich nur so viel sagen, wir müssen auch darum kämpfen, dass die Wertschöpfung, die wir in der Bildung an den Universitäten hier im Lande erbringen, dass die auch bundesweit mitfinanziert wird. Also in einer Bildungsgesellschaft ist das Wertschöpfung, und darum müssen wir auch bundesweit auch um Weiterbildungskosten ringen und um Studienkosten. Und das wäre auch ein Ansatzpunkt, genau das dann auch zu machen. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktionen der CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
