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Christine Klingohr

SPD 30.01.2026 Sitzungen 8/126

Nein, danke! (Heiterkeit bei Katy Hoffmeister, CDU – Zuruf von Marc Reinhardt, CDU) Erst, wenn andere Instrumente zur Ärztegewinnung nicht greifen, wird ein besonderer öffentlicher Bedarf festgestellt. (Zuruf von Daniel Peters, CDU) Und erst dann kommt die Landarztquote zum Einsatz. Wer einen Studienplatz über diese Quote erhält, verpflichtet sich im Gegenzug, dort zu arbeiten, wo Hilfe gebraucht wird. Oftmals ist das genau im ländlichen Raum. (Marc Reinhardt, CDU: Ach nee!) Das Auswahlverfahren selbst ist anspruchsvoll und ganz bewusst so gestaltet. Es geht nicht nur um Noten, es geht um Motivation, um Belastbarkeit, um soziale Kompetenz, um die ehrliche Bereitschaft, diesen Beruf im ländlichen Raum auszuüben. Erfahrene Landärztinnen und Landärzte sind dabei eingebunden. Ihre Einschätzung zählt. Und sie zählt mit dem nun weiterentwickelten Verfahren mehr als früher, denn entscheidend ist nicht, wer theoretisch geeignet ist, sondern wer es praktisch ist. Diese Quote ist offen für alle, für junge Menschen aus ganz Deutschland und aus dem Ausland. Aber wir sehen in der Praxis etwas sehr Ermutigendes. Es sind sehr häufig Landeskinder, die diese Chance ergreifen, junge Menschen, die hier aufgewachsen sind, die ihre Region kennen, die zurückgeben wollen und die genau dort arbeiten möchten, wo sie zu Hause sind. Und lassen Sie mich eines ganz deutlich sagen: Es geht hier nicht um Zwang, es geht um eine Chance, um eine Brücke für diejenigen, die genau diesen Weg gehen wollen und die wir dringend brauchen. Nur mehr Studienplätze – und das haben wir auch hier schon sehr oft debattiert – allein lösen das Problem absolut nicht. Es bringt uns nichts, Medizinerinnen und Mediziner auszubilden, die anschließend überall arbeiten, nur nicht bei uns. Und wir und Sie wissen, dass wir mit dem Saarland zusammen die meisten, also die meisten Studienplätze hier in Mecklenburg-Vorpommern haben. (Zuruf von Marc Reinhardt, CDU) Und deshalb ist Ihre Forderung nach 100 zusätzlichen Studienplätzen hier ein Fehlanreiz. (Katy Hoffmeister, CDU: Das habe ich auch schon mehrmals gesagt.) Genau, das haben wir schon sehr oft diskutiert. Ein Medizinstudienplatz kostet jährlich circa 30.000 Euro. Sie fordern 100 neue Plätze. Dafür müsste das Land also 3 Millionen Euro jährlich aufwenden. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass es für uns überhaupt keinen Sinn macht, viele Mediziner auszubilden, die dann in der ganzen Welt arbeiten, (Katy Hoffmeister, CDU: Deshalb sollen nur zehn Prozent hierbleiben.) aber nur in geringem Umfang in MV bleiben. (Zuruf von Daniel Peters, CDU) Zu diesem Schluss kommt auch die Expertenkommission, die in ihrem Gutachten – Sie kennen es alle – „Unimed 2030“ die aktuelle Situation unserer Universitätsmedizinen analysiert. Ich zitiere: „Fachkräftegewinnungsinitiativen“ dürfen „nicht allein auf eine Erhöhung der Zahl der Ausbildungsplätze und finanzielle Anreize abheben. So bildet Mecklenburg-Vorpommern im Verhältnis zur Einwohnerzahl überproportional viele Ärzte aus, doch gelingt es in vielen Regionen nicht, eine ausreichende Zahl von ihnen zum Bleiben zu motivieren.“ Ende des Zitats. Dieser Analyse pflichten auch der Hausärzteverband und die Ärztekammer in ihren Stellungnahmen zum Gesundheitsversorgungsunterstützungsgesetz bei. Die Landarztquote hingegen ist hoch nachgefragt und sie wird in den kommenden Jahren spürbar Wirkung entfalten, gerade im ländlichen Raum. Deshalb wollen wir diesen Weg weitergehen, deshalb prüfen wir auch, wie wir die Quote perspektivisch noch weiterentwickeln können. Sehr geehrte Damen und Herren, am Ende geht es nicht nur um Paragrafen, es geht um die Frage, ob Menschen im ländlichen Raum auch morgen noch sicher sein können, ärztlich versorgt zu werden. Genau das tut die Landarztquote. Sie verbindet Ausbildung mit Verantwortung. Sie verbindet Chancen mit Verlässlichkeit. Und sie zeigt, dieses Land lässt den ländlichen Raum nicht allein. Wir handeln nicht kurzfristig, sondern nachhaltig und vor allem im Interesse der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern. Ich will gerne noch zu Ihrem Entschließungsantrag einmal zu dem Punkt b) kommen, wo Sie den Perspektivplan fordern mit der Kassenärztlichen Vereinigung und den Krankenkassen für die zukünftige ärztliche Versorgung. Sie wissen es selbst, die Sicherstellung der ambulanten ärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung liegt in der Verantwortung der Selbstverwaltung, der Kassenärztlichen Vereinigung und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung. Die Sicherstellung fordern wir als SPD konsequent ein, sitzen auch natürlich – und auch das wissen Sie – gemeinsam mit den verschiedensten Playern dazu am Tisch und sind in gutem Austausch. Und wir werden diese Aufgabe durch Programme zur Gewinnung und Ansiedlung von Ärztinnen und Ärzten, die die KV auch unterstützt, mit aufnehmen und genau uns darum bemühen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke) Zu den weiteren Änderungspunkten in Ihrem Antrag, zum praktischen Jahr und zu den Zielvereinbarungen, die wir auch getroffen haben, um sozusagen Landeskinder und Medizinstudenten hier an unser Bundesland zu ..., also das miteinander zu verbinden, dass sie hierbleiben, da wird mein Kollege Dirk Stamer nachher noch zu ausführen. (Marc Reinhardt, CDU: Das freut uns.) Unser Interesse ist es, im Interesse der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern (Marc Reinhardt, CDU: Vielleicht kommt dann auch mal was Inhaltliches.) die medizinische Versorgung weiter auszubauen, weiter zu gestalten. Deshalb bitte ich Sie heute um Zustimmung zu unserem Antrag. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke)

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