landtag-mv.de ↗

Jutta Wegner

GRÜNE 29.01.2026 Sitzungen 8/125

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Kolleginnen und Kollegen! Gewalt an Schulen ist real, Drogen an Schulen sind real, die Sorgen von Eltern, Lehrkräften und Schüler/-innen sind real. Aber dieser Antrag ist realitätsfern. Er klingt hart, er wirkt entschlossen, und er ist falsch. Sie wollen Angst säen. Wir wollen Sicherheit schaffen, (Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) nicht durch Strafe, sondern durch Prävention, durch Vertrauen, durch Unterstützung. Schule ist kein Gefängnis, Schule ist kein Gerichtssaal, Schule ist ein Schutzraum. Wer glaubt, Probleme mit Rauswurf zu lösen, hat aufgegeben, aufgegeben, Kinder zu erreichen, aufgegeben, Verantwortung zu übernehmen. Ja, Gewalt ist inakzeptabel, ja, Regeln müssen gelten, aber Strafen allein verhindern keine Gewalt, sie verschärfen sie. (Horst Förster, AfD: Dann schaffen Sie die ganz ab, die Strafen, nach der Logik!) Und bei Drogen? Wir GRÜNE sagen, Aufklärung statt Verbote, frühe Hilfe statt Kriminalisierung. Legalität bedeutet nicht Beliebigkeit, es bedeutet Klarheit, Schutz und Prävention. Wir brauchen Schulprojekte, Beratung und Hilfsangebote, nicht Angst und Ausgrenzung. In Mecklenburg-Vorpommern fehlen Fachkräfte: Schulsozialarbeit – nicht flächendeckend, Schulpsychologie – Mangelware, Prävention – oft Projekt statt Struktur. Lehrkräfte arbeiten am Limit, Klassen sind zu groß, Hilfesysteme greifen zu spät. Und was ist Ihre Antwort? Mehr Druck, mehr Ausschluss, mehr Stigmatisierung. Wer aus der Schule fliegt, lernt nicht Respekt, er lernt Ausgrenzung. Wer Kinder aussortiert, bekommt keine sicheren Schulen, er produziert neue Probleme. Das ist keine Ordnungspolitik, das ist Wegschieben. Wir GRÜNE sagen, Sicherheit entsteht nicht durch Härte, Sicherheit entsteht durch Prävention, (Zuruf von Horst Förster, AfD) durch Beziehungen, durch Vertrauen. Es funktioniert ja nicht alles nicht. (Horst Förster, AfD: Und was machen Sie in Grenzfällen?) Wir wollen Schulsozialarbeit an jeder Schule, verbindliche Präventionsprogramme, fachliche Unterstützung für Lehrkräfte, echte Zusammenarbeit mit Jugendhilfe und Eltern, klare grüne Drogenpolitik, Aufklärung, Hilfe, Verantwortung. Das kostet Geld, ja, aber Nichtstun kostet Zukunft und damit viel mehr. Kinder sind keine Risiken, sie sind Menschen. Wer ihnen hilft, schützt die Schule, wer sie bestraft, gefährdet sie. Dieser Antrag schützt niemanden. Er verspricht einfache Lösungen, die es nicht gibt. Wir lehnen ihn deshalb ab. Und wir GRÜNE kämpfen für sichere, gerechte und starke Schulen, nicht durch Angst, sondern durch Verantwortung. Es ist Zeit für Mut, es ist Zeit für Zukunft, es ist Zeit für grüne Politik an unseren Schulen. (Horst Förster, AfD: Nicht einen dieser Fälle lösen Sie damit.) Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf von Horst Förster, AfD)

Alle Reden von Jutta Wegner Protokoll ↗