Dirk Stamer
Hinterher gerne. Wir stehen vor realen Herausforderungen: – Kostensteigerungen, – energetische Anforderungen, – demografische Verschiebungen, – zunehmender Wettbewerb um Talente, – wachsende Anforderungen an Digitalisierung und Internationalisierung. Und gerade deshalb brauchen wir einen Rahmen, der nicht jedes Jahr neu infrage gestellt wird. Meine Damen und Herren, ich will gerne noch drei inhaltliche Linien herausheben, die zeigen, warum diese Zielvereinbarungen richtig und so wichtig sind. Zunächst einmal Bildung und Fachkräfte und insbesondere die Lehrkräftebildung: Mecklenburg-Vorpommern braucht Lehrkräfte. Und wir brauchen eine Ausbildung, die modern ist, regional wirkt und Studierende nicht durch unnötige Brüche verliert. In den Zielvereinbarungen ist die Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung ausdrücklich verankert mit konkreten Maßnahmen an mehreren Standorten. Und das ist kein Nebenthema, sondern eine ganz strukturelle Zukunftsfrage für unser Land. Gute Lehrkräftebildung bedeutet dann nicht nur mehr Kapazität, sondern auch mehr Praxisnähe, digitale Kompetenzen, Inklusion, Übergänge zwischen den Phasen der Ausbildung. Und es heißt, wir nehmen ernst, dass gute Lehrerinnen und Lehrer nicht vom Himmel fallen, sondern aus gut begleiteten Studien- und Praxiswegen hervorgehen. Und wir wollen, dass Schulen im ländlichen Raum stabil bleiben. Wenn wir das wollen, müssen wir Ausbildung und Bindung zusammendenken. Und genau dafür schaffen auch diese Vereinbarungen den notwendigen Rückenwind. Zweitens, Forschung, die zu unserem Land passt und auch über dieses Land hinausstrahlt: Unsere Hochschullandschaft ist stark und insbesondere dann, wenn sie Profil zeigt. Wir sind stark in Bereichen des Ostseeraumes – maritime Themen wie Meerestechnik, Gesundheit, Gesundheitsforschung, Energiefusion, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und auch Forschung im Bereich der ländlichen Räume. Und genau diese Stärken, die wir in der Forschungslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern haben, werden in diesen Zielvereinbarungen gezielt adressiert und gestärkt, vom Aufbau neuer Forschungsstrukturen zu Kooperationen, bis hin zu Kooperationen, die bundesweit sichtbar sind und sichtbar sein werden. Beispielhaft genannt werden etwa der Aufbau eines neuen Helmholtz-Instituts für Laserfusionsforschung, die Mitwirkung am Aufbau eines Bundeskompetenzzentrums „Altmunition im Meer“ oder Schwerpunkte in der Künstlichen Intelligenz und der medizinischen Entscheidungsfindung. Und das alles sind keine abstrakten Labels. Das sind Zukunftsfelder, wissenschaftlich und auch wirtschaftlich, denn Forschung ist dabei kein Selbstzweck. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Innovationen hier entstehen in Kooperation mit Unternehmen, Kommunen, Kliniken, Schulen und auch Verbänden. Und „Transfer“ heißt ganz konkret, neue Verfahren, neue Gründungen, neue Anwendungen und am Ende gute Arbeit in diesem Land. Denn wer Mecklenburg-Vorpommern wirtschaftlich stark machen will, der muss seine Wissenschaft stark machen. Und genau das tun wir mit diesen Zielvereinbarungen heute. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke) Drittens, Hochschulen als Anker in der Region: Hochschulen sind nicht nur Orte der Forschung, sie sind Arbeitgeber, Innovationsmotoren, Kulturträger und oft der ganz entscheidende Grund, warum junge Menschen in einer Region bleiben oder in diese Region zurückkehren. Und wenn die Hochschule Neubrandenburg ihre Forschungsschwerpunkte zu ländlichem Strukturwandel so- wie Gesundheit und Ernährung weiterentwickelt, wenn Stralsund Tourismus- und Ostseeraummanagement stärkt, wenn Wismar bedarfsgerechte Fern- und Onlinestudienangebote ausbaut, dann ist das regionalpolitisch ausgesprochen relevant und wichtig. Denn es geht hier um Lebensläufe, um Chancen, um Bindung an dieses Land, und es geht um Gerechtigkeit der Lebensverhältnisse in unseren Regionen. Wenn wir Hochschulstandorte stärken, stärken wir auch ihre Umfelder – Wohnortattraktivität, kulturelles Leben, Kooperation mit Ausbildungsträgern, kommunale Entwicklung, kurz, Hochschulen sind Teil der Daseinsvorsorge im allerbesten Sinne. Meine Damen und Herren, wer heute hier zustimmt, stimmt nicht nur einem Papier zu. Er stimmt zu, dass Mecklenburg-Vorpommern seine Hochschulen als das behandelt, was sie sind: zentrale Infrastruktur unseres Gemeinwesens für Bildung, Forschung, Innovation und kulturelle Lebendigkeit. Wir wollen, dass junge Menschen gerne in diesem Land hier studieren, dass sie Gründe haben, zu bleiben und auch herzukommen. Und wir wollen, dass Forschung hier in diesem Land passiert und nicht irgendwo anders. Und ich bitte Sie daher um Zustimmung zu den Zielvereinbarungen, um den Hochschulen dieses Landes die notwendige Planungssicherheit für die Zukunft zu geben. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke)
