Barbara Becker-Hornickel
Sehr geehrte Präsidentin! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Ein bewegendes Thema, ein wichtiges Thema, worüber wir jetzt doch schon eine ganze Zeit diskutieren. Ich fange einfach mal mit den so oft zitierten Babyboomern an. Sie kommen, sie sind da, eine Lebensphase liegt hinter ihnen, endlich Zeit für alles, wozu immer keine Zeit war, aber auch weniger soziale Kontakte. Der Wunsch, sich zu engagieren, ist da. Und es ist noch so viel zu entdecken. Mit Zeit, Mut und Verantwortung engagieren sich in Mecklenburg-Vorpommern circa über 600.000 Menschen freiwillig für unser Gemeinwesen. Und ich spreche natürlich nicht nur die ältere Generation an, der Wille und die Freude am Ehrenamt zieht sich durch alle Generationen. Es verbindet die Überzeugung, dass unser Land stark ist, wenn Menschen bereit sind, miteinander und füreinander einzustehen. Und die Bandbreite des Ehrenamts in unserem Land ist enorm. Menschen setzen sich in Sportvereinen, im sozialen Bereich, in Kultur, Umwelt, Bildung, Gemeinden, bei Rettungsdiensten oder in Bürgerinitiativen ein, oft still und verlässlich für das Gemeinwohl, für unsere Heimat, ohne Applaus zu erwarten. Sie wirken hier aus Überzeugung, aus Liebe zum Miteinander, einfach auch aus Lebenslust. Die Vielfalt zeigt, Engagement stärkt das gesellschaftliche Zusammenleben jeden Tag immer wieder neu. Durch gemeinsamen Austausch und gemeinsames Handeln baut es Vorurteile ab, schafft Vertrauen zwischen den Generationen und der Herkunft der Menschen, schützt – das haben viele hier schon gesagt –, schützt auch vor Einsamkeit. Unsere Sportvereine, sie sind das beste Beispiel. Der Sport, der größte Engagementbereich im Land, Groß und Klein, Alt und Jung bringen sich in Wettkämpfe ein, trainieren miteinander, üben sich in Fairness, freuen sich über Siege, aber lernen auch den Umgang mit Niederlagen. Einen besonderen Stellenwert haben die Freiwilligen Feuerwehren, in denen rund 25 Ehrenamtliche aktiv sind. Und – das möchte ich hier besonders erwähnen – auch die Mitglieder der Wasserwacht, sie alle garantieren Sicherheit, Zuverlässigkeit und schnelle Hilfe. Und besonders die Wasserwacht sorgt an unseren wunderbaren schönen Stränden für die Sicherheit der Einheimischen und Touristen. (Beifall vonseiten der Gruppe der FDP) Eine freie und selbstbestimmte Gesellschaft lebt von Eigenverantwortung und Initiative und von Menschen, die anpacken. Und genau das beweist das Ehrenamt. Menschen ergreifen selbst die Initiative, wenn sie sehen, dass Unterstützung gebraucht wird oder wenn ehrenamtliche Strukturen sinnvoll sind. Dieses Engagement ist Ausdruck von Freiheit und zugleich eine wichtige Voraussetzung für eine lebendige Demokratie. Aber wir müssen uns entschieden der Gewalt und Anfeindungen gegen Ehrenamtliche in unserer Zivilgesellschaft entgegenstellen. Feuerwehr, Rettungswesen und Kommunalpolitik erleben fast täglich verbale oder tätliche Gewalt. Wer Ehrenamtliche bedroht oder angreift, greift die Grundpfeiler unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts an. (Beifall vonseiten der Gruppe der FDP und Enrico Schult, AfD) Hier braucht es konsequenten Schutz, um das Ehrenamt als Rückgrat der Demokratie zu stärken. Das Ehrenamt ist ja schon lange – ich habe es anders auch schon ausgeführt – eine generationenübergreifende Kraftquelle für unser Land. Engagement braucht Freiräume und Unterstützung. Deshalb müssen leider noch bestehende bürokratische Belastungen konsequent abgebaut werden. Mit der Ehrenamtsstiftung MV sind wir auf einem wirklich guten Weg. Anerkennung, zum Beispiel die Ehrenamtskarte als Wertschätzung für all die vielen Menschen, die sich für uns alle engagieren, ist wichtig, und sie muss auch stetig weiterentwickelt werden, damit Engagement auch künftig attraktiv bleibt. Allen Ehrenamtlern gilt unser tiefer Dank. (Beifall Marcel Falk, SPD) Und da bin ich wieder bei den Boomern. Lassen wir – ich gehöre ja auch dazu –, lassen wir uns darauf ein! Bringen wir unsere Erfahrungen mit Spaß und Gelassenheit ein für ein lebenswertes Mecklenburg-Vorpommern, in dem niemand einsam sein muss! – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Gruppe der FDP und Marc Reinhardt, CDU)
