Dr. Harald Terpe
Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Zunächst möchte ich erst mal in den Chor derjenigen einstimmen, die auch die Empfindung haben, dass es ein bisschen Wohlfühlthema ist. Ich glaube oder sage ich einfach, gesunder Wald erweckt in uns die Emotion von Zufriedenheit und Entspannung. Und da komme ich auf eine Sache auch zu sprechen, das zeigt sich zum Beispiel auch darin, dass wir in unseren Riten auch Ruheforsten zum Beispiel wählen ab und zu. Das heißt, das ist ja ein bisschen Ausdruck, man hat das Gefühl, man entspannt sich im Wald. Andererseits ist es so, dass kranker Wald, das ist auch eine emotionale Reaktion, bei vielen Empörung hervorruft in Deutschland, gerade in Deutschland. Und das ist eigentlich gut, dass Empörung hervorgerufen ist, wenn es dem Wald schlecht geht. Jetzt haben wir hier den Waldzustandsbericht vorliegen und da mischt sich Erfreuliches auch mit Sachen, wo wir auf jeden Fall einen anderen Blick noch drauf haben. Das Erfreuliche zuerst, es gibt eine Nettozunahme des Waldes und es gibt eine Zunahme auch in dem Sinne, dass nicht nur die Fläche, die mit Bäumen bestanden ist, zunimmt, sondern auch die Kohlenstoffsenke zunimmt. Das ist ja etwas Erfreuliches, und da ich auch ein Freund der Zahlen bin, sind diese 5.000, über 5.000 Hektar, die in den letzten zehn Jahren zusätzlich an Wald gewonnen haben, sehr erfreulich. Ich kann mit diesen 5.000 Hektar deswegen so gut umgehen, weil ich aus Rostock komme und unser städtischer Wald ungefähr 5.000 Hektar, also 5.500 Hektar hat. (Marcel Falk, SPD: Voller Wildschweine!) Das ist ungefähr ein Prozent der Waldfläche, (Marcel Falk, SPD: Voller Wildschweine!) und das kann man jetzt in zehn Jahren erst einmal loben. Auf der anderen Seite wissen wir auch, wenn wir uns der Bedeutung des Waldes für den Klimaschutz bewusstwerden, dass wir eigentlich mehr noch vorhätten, eben nicht nur 500 Hektar pro Jahr, sondern eher 1.000/2.000 Hektar pro Jahr, um die entsprechenden Sektorziele zu erreichen, also die entsprechenden Kohlenstoffsenken auch tatsächlich zu erreichen. Also, es liegt noch vieles vor uns, und deswegen habe ich hier mir noch mal ein paar Sachen aufgeschrieben, wo ich denke, darüber müssen wir vielleicht auch noch diskutieren. Erstens hat der Landwirtschaftsminister gesagt, er ist stolz darauf, dass er die Landesforst sozusagen geschaffen hat vor 20 Jahren, und dann hat er gesagt, sonst hätten wir so einen Zustand wie in anderen Bundesländern, dass das alles kommunal wird. Nun komme ich aus der Kommune, und wir haben den kommunalen Wald und ich bin sehr stolz darauf, dass wir diesen kommunalen Wald haben. Und der wird auch gut bewirtschaftet, da können Sie Gift drauf nehmen, dass das in Rostock so ist. Aber ich glaube, die Hinwendung auch wieder zu kommunalen Wäldern in Phasen, wo wir dem Klimawandel unterworfen sind, wäre ein durchaus interessanter Gedanke, denn wir wissen, dass Grünschneisen und so weiter für die Kühlung von städtischen und gemeindlichen Ansiedlungen wichtig sind. Und ich habe das durchaus an verschiedenen Stellen angeguckt, da kann ein kommunaler Wald durchaus von Bedeutung in Zukunft sein. Also den Gedanken, dort vielleicht wieder tätig zu werden und dann die Landesforstanstalt als Dienstleister auch für kommunale Wälder zu machen, das wäre zum Beispiel auch was für die Sicherung der Arbeitsplätze im Forstbereich. Also denke ich, wir müssen auch neu denken und zusätzlich denken. (Minister Dr. Till Backhaus: Machen wir ja.) Vielleicht ein Hinweis, der ja auch ganz wichtig ist, die natürliche Waldverjüngung, die im Grunde genommen sagt, man braucht vielleicht manches gar nicht so intensiv zu machen im Wald, weil sich das natürlich verjüngt – und da weise ich auch mal darauf hin, dass es aus Mecklenburg-Vorpommern gerade junge Förster gewesen sind, die auch für Preise vorgeschlagen wurden, weil sie genau dieses Konzept sozusagen in Waldstücken durchgesetzt haben –, da muss man auch noch viel mehr sozusagen variabler in die Zukunft denken. Ich habe nicht viel mehr Zeit. Ich bin jetzt hier, als ich ranging, da kommt der Waldschrat, ich sehe nicht aus wie ein Waldschrat, aber ich bin ein Waldliebhaber und bin viel in unserem kommunalen Wald. Also in diesem Sinne wünsche ich uns auch ein frohes Weihnachtsfest! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, Die Linke und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
