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Thore Stein

AfD 12.12.2025 Sitzungen 8/123

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kollegen! Herr Minister Backhaus, Sie haben ja zum Ende hin ja doch noch die Kurve bekommen und auch etwas zum aktuellen Waldzustandsbericht beziehungsweise auch zu den Gerüchten, die aktuell durch die Wälder, durch die Forstämter geistern, noch etwas ausgeführt. Wir sind gespannt, inwieweit das dann auch wirklich so kommt, wie Sie es jetzt hier versprochen haben. Jedenfalls macht der aktuelle Waldzustandsbericht eines ganz klar, der Zustand unserer Wälder hat sich zumindest in den letzten Jahren, wenn man ihn sich mal aufmerksam durchliest, zumindest in den letzten Jahren eher negativ entwickelt. Dabei sind natürlich die Veränderungen immer über einen sehr langen Zeitraum zu sehen, und gerade im Wald sind es auch sehr volatile Entwicklungen. Also wir haben immer auch Phasen guter Jahre und auch Phasen eben schlechterer Jahre, und somit muss man auch die einzelnen Jahre immer im Kontext dieser natürlich bedingten Schwankungen betrachten. Und der Wald unterliegt seit jeher klimatischen Veränderungen, er passt sich an und verändert sich in Hinblick auf die Baumartenzusammensetzung und auf die Ausbreitung seiner Fläche und seiner Dichte. Und seit dem Mittelalter hat hier schon der Mensch in einer Art und Weise eingegriffen, die weit entfernt ist von dem, was ein natürlicher Wald wäre. Und somit sind wir natürlich auch heute in der Pflicht, die Weichen für den Wald von morgen zu stellen. Der Waldumbau, der somit also auch keine Erfindung der Neuzeit ist, hin zu stabilen, resilienten Mischwäldern dort, das ist ganz wichtig, dort, wo es die Standorte hergeben – denn das ist auch nicht überall der Fall –, ist eben kein freiwilliges Projekt, sondern eine zwingende Notwendigkeit für die Zukunft unseres Landeswaldes. Und während der Bericht hier ganz klar aufzeigt, wie groß die Anforderungen an Pflege und Monitoring und Aufforstung geworden sind, verfolgt die Landesregierung – und hier würde ich tatsächlich mal den Presseberichten etwas Glauben schenken wollen – gleichzeitig Pläne, diese Landesforstanstalt doch deutlich umzubauen. Ob das nachher mit einer Reduzierung des Personals insgesamt einhergeht oder zumindest mit einer Ausdünnung des Personals in jenen Bereichen, die wirklich elementar sind für den Waldumbau, das werden dann wahrscheinlich die nächsten Monate und Jahre zeigen, wer hier näher an der Wahrheit geblieben ist, denn im Bericht wird ausführlich dargestellt, wie wichtig eine kontinuierliche Betreuung der Bestände ist. Jeder, der sich auch nur rudimentär mit unseren heimischen Wäldern beschäftigt, weiß, Waldumbau gelingt eben nur, wenn ausreichend gut ausgebildete Fachkräfte vor Ort sind. Forstbeamte im höheren Dienst, Revierleiter, Waldarbeiter und Spezialisten für Waldschutz können nämlich eben nicht durch politische Schönwettermalerei, wie wir es hier bei der Eingangsrede gehört haben, ersetzt werden. Und trotzdem, das zeigen die letzten Jahre, wurden im Bereich der Landesforstanstalt kontinuierlich Personalstellen abgebaut über die letzten Jahre, und das ist eben doch ein deutlicher Widerspruch zu all dem, was schon seit vielen Jahren bekannt ist und was der Waldbericht eben auch beschreibt. Dort liest man seit Jahren von Herausforderungen wie Trockenstress, Sturmschäden, Schädlingsdruck und Vitalitätsverlust, zugleich wird ein aktives Management gefordert, widerstandsfähige Baumarten sollen aufgebaut und junge Bestände intensiv gepflegt werden, und das mit einer Anstalt, die eben seit Jahren von einem Personalabbau geprägt ist. Meine sehr geehrten Damen und Herren, so entsteht nicht der Wald von morgen, so entsteht das, was wir heute haben, nämlich einen Pflegenotstand. Und wer weniger Personal für diesen Bereich einplant, wer weniger Personal über viele, viele Jahre einstellt, der bekommt auch schlichtweg weniger Waldumbau. So einfach ist die Realität. Es ist daher vollkommen richtig, dass meine Fraktion seit Jahren schon mehr Gelder für die Landesforstanstalt gefordert hat, um hier auch personell aufzustocken. (Nikolaus Kramer, AfD: Richtig! Richtig!) Wir wollen kleinere Revierstrukturen, nicht noch größere, so, wie sie sich in den letzten Jahren entwickelt haben. Wir wollen handlungsfähige Forstbetriebe, keine ausgedünnten Apparate, und wir wollen, dass der Wald endlich wieder als strategisch wichtiger Bestandteil unserer Landesentwicklung – und das nicht nur als vermeintlicher Klimaretter, sondern auch als Wirtschaftsfaktor – verstanden wird. Die Haushaltsdebatte der letzten Wochen und Monate hat eindrucksvoll gezeigt, dass es sehr wohl Einsparpotenziale gibt, nur eben an anderer Stelle. Der Staat leistet sich teure ideologische Projekte, Förderprogramme ohne messbaren Nutzen und aufgeblähte Verwaltungsbereiche, die keinen Beitrag zur Wertschöpfung in diesem Land leisten. Dort könnte man kürzen, ohne Schaden anzurichten, dort müsste man kürzen, wenn man den Wald wirklich schützen will. Doch stattdessen spart man an denjenigen, die jeden Tag draußen stehen, Windwurf nach Sturmereignissen in harter körperlicher Arbeit beseitigen, frühzeitig Schädlingsbefall erkennen, Jungkulturen schützen und eben auf Jahrzehnte planen und umsetzen. Diese Ziele bleiben aber reine Theorie, wenn das Personal schlichtweg fehlt, um sie umzusetzen. Schon heute sind viele Reviere überlastet – und, Herr Backhaus, ich würde mal sagen, Sie sind auch vor Ort, Sie wissen das, was die Förster zu leisten haben in diesen großen Revieren –, die Arbeitsbelastung steigt seit Jahren und mit dem Umbau zum Dauerwald wird sie noch stärker steigen. Die Aufgaben stapeln sich, nicht zuletzt auch aufgrund bürokratischer Anforderungen, und somit ist ein weiterer Abbau immer verbunden mit einem Qualitätsverlust der Arbeit. Und den können wir uns schlichtweg nicht leisten. Deshalb sagen wir ganz klar, der Wald braucht mehr Personal, er braucht eine starke und gut ausgestattete Landesforstanstalt, und er braucht politische Entscheidungen, die sich an den Realitäten der Forstwirtschaft orientieren und nicht an falscher Haushaltskosmetik. Meine Damen und Herren, wer den Waldbericht ernst nimmt, wer ihn überhaupt erst gelesen hat, muss die Sparpläne der Landesforstanstalt, wenn sie denn wirklich zutreffen sollten, verwerfen. Es ist Zeit, dass diese Landesregierung Verantwortung übernimmt und die Forstverwaltung nachhaltig und über viele Jahre stärkt. Dann wird der Waldumbau auch gelingen, und nur dann wird unser Land auch in Zukunft von gesunden und leistungsfähigen Wäldern profitieren können. – Herzlichen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)

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