Dr. Till Backhaus
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es sind ja schon wesentliche Aussagen aus dem Forstbericht vorgenommen worden. Ich will mich insofern noch mal konzentrieren – und ich weiß nicht, ob ich heute noch wieder rankomme –, aber wofür steht Weihnachten? Natürlich für den Weihnachtsbaum. Insofern gehe ich da fest davon aus, so, wie ich Ihnen, (René Domke, FDP: Bis zu fünf Steuersätze, bis zu fünf Steuersätze auf den Weihnachtsbaum! – Zuruf von Sebastian Ehlers, CDU) so, wie ich Ihnen das, so, wie ich Ihnen gestern empfohlen haben, wenn Sie dann Weihnachten in die Festlichkeit übergehen, dann denken Sie immer schön daran, (allgemeine Unruhe – Glocke der Präsidentin) dass wir in einem Bundesland leben, in dem Frieden, Freiheit, Demokratie und auf der anderen Seite natürlich auch der Natur- und Umweltschutz, aber auch unsere Wälder hervorragend sich weiterentwickelt haben. Weihnachten steht ja weltweit für Hoffnung, für Familie, Frieden, Freude, Menschlichkeit, auch in den verschiedensten kulturellen Zusammensetzungen, und deswegen ist es für mich schon ein Bedürfnis, an dieser Stelle noch einmal deutlich zu machen, vor 20 Jahren war ich, glaube ich, mal Ideengeber, um die Landesforstanstalt zu gründen, um sie im Übrigen vor der Kommunalisierung zu schützen. Andere Bundesländer haben die Wälder kommunalisiert mit Riesenproblemen. Und ich glaube, dass es richtig ist, dass wir in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur die Landesforstanstalt gegründet haben, sondern dass wir die Einheitsforstämter haben, die insofern den Wirtschaftsbetrieb … Im Übrigen, ist schon gesagt worden, 14.500 Menschen sind an dieser Kette beteiligt. Heute Morgen haben wir über Wirtschaftsentwicklung gesprochen. Ich sage mal ausdrücklich, meine Zahlen sind, 1,6 Milliarden Euro wird in dieser ganzen Wirtschaftskette tatsächlich an Umsatz erzielt im Jahr. Und haben Sie eigentlich mal wahrgenommen, dass es uns gelungen ist, im Übrigen die Holzwirtschaft, im Übrigen das Kompetenzzentrum für Holzverarbeitung, Europas größtes Sägeholzwerk, Timber Ilim, (Nikolaus Kramer, AfD: Jedes Mal, wenn ich durch den Wald gehe, muss ich an Sie denken und bin Ihnen bis auf die Knie dankbar.) ist in Wismar angesiedelt … (Zuruf von Thore Stein, AfD) Das wissen Sie überhaupt nicht. (Thore Stein, AfD: Doch, das habe ich öfter schon erzählt hier.) Im Übrigen auch Egger, eines der modernsten, der modernsten Holzverarbeitungswerke, steht in Wismar, habe ich selber mit Rosemarie Wilcken angesiedelt. Oder im Übrigen auch das Holzkompetenzzentrum im Bereich von Verbundwerkstoffen steht im Übrigen auch in Wismar. Wir haben im Übrigen auch quer durchs Land verteilt kleinere Sägewerke, immerhin noch, immer noch 23. Oder auch die Tischlereien und die verarbeitenden Unternehmen in der Bauwirtschaft gehören dazu. Insofern noch mal, das ist einer der wirtschaftsstabilsten, über Jahre hinweg auch ohne große Turbulenzen stattfindender Prozess. Das nenne ich kluge Wirtschaftspolitik, die wir angeschoben haben, und dafür allen Kolleginnen und Kollegen mein herzlicher Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke) Wenn Sie weltweit sich die Wälder und die Waldentwicklung anschauen, dann sind sie geprägt von massiven Schäden. Und es ist auch klar, dass der Klimawandel natürlich die Wälder erheblich belastet. Aber es ist hier schon auch angesprochen worden, Mecklenburg-Vorpommern hat mit die gesündesten und vitalsten Wälder in Deutschland. Im Übrigen nicht nur durch Zuwachs, aber auch die 5.688 Hektar sind zusätzlich an Wald entstanden. Und im Übrigen, wir haben das größte Aufforstungsprogramm in Deutschland, in Mecklenburg-Vorpommern in der Umsetzung. 1.600 Hektar sind allein aus den Ackerlandflächen herausgenommen worden, sind aufgeforstet worden. Die Wälder werden strukturreicher, artenreicher, der steigende Laubholzanteil, im Übrigen damit auch die vielfältigen Mischbestände, und haben damit im Übrigen auch einen sehr guten Verjüngungsgrad. Und was mir auch noch mal sehr wichtig ist, Mecklenburg-Vorpommern hat den höchsten, nach Baden-Württemberg den höchsten Holzzuwachs in Deutschland. Und auch das ist mir noch mal sehr wichtig, der jährliche Zuwachs allein an Holz, den wir nicht abschöpfen im Übrigen, beträgt 5,1 Millionen Kubikmeter, und damit bleibt es eine Kohlenstoffsenke. Wir haben 1,5 Millionen Tonnen CO - 2 Aufnahme und sind damit auch an der Spitze der Bewegung in Deutschland. (Beifall vonseiten der Fraktion der SPD) Und im Übrigen ist auch schon ein bisschen angedeutet, auch das will ich noch mal unterstreichen, auch die neuen Initiativen, neue Bäume für unser Land, aber auch die Beteiligung der Waldpädagogik oder auch die Landesforst oder die Forsten, unsere 530.000 Hektar, davon über die Hälfte im Besitz des Landes, darf man auch mal sagen: Noch mal, mit der Landesforstanstalt mit 135 Millionen Euro Umsatz pro Jahr und 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist es eines der stabilsten und, ich darf auch mal sagen, auch der kompetentesten Landesunternehmen, die wir in Mecklenburg-Vorpommern haben. Und deswegen, glaube ich, ist es natürlich auch so, dass der Fokus nicht nur im Wirtschaftsbereich steht, sondern natürlich auch der gesellschaftliche Nutzen für den Naturschutz oder auch den Artenschutz oder natürlich und selbstverständlich auch für den Klimaschutz. Und wenn ich mir überlege, in anderen Bundesländern, wenn wir das mal vergleichen, wir haben tatsächlich 12,5 Prozent, und die Zielrichtung war mal 5 Prozent in Deutschland. 12,5 Prozent der Wälder des Landes Mecklenburg-Vorpommern sind aus der Nutzung genommen und stehen damit ausdrücklich für den Klimaschutz, Artenschutz und die verschiedensten anderen Maßnahmen zur Verfügung. Das nenne ich vorbildlich! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke) Meine sehr geehrten Damen und Herren, die vierte Waldinventur in Deutschland hat tatsächlich sehr herausgearbeitet, dass gerade auch wir in Mecklenburg-Vorpommern die gesellschaftlichen, die naturschutzfachlichen Fragen in den Vordergrund gestellt haben und dass wir unser Bundesland natürlich auch versuchen, weiter, was die Besitzstruktur anbelangt, mit breitem Eigentum zu versehen. Und ich will auch mal ausdrücklich sagen – auch an die privaten Waldbesitzer und Waldbesitzer geht heute unser Dank –, wir haben immerhin 36.000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, die im Übrigen auch von uns beraten werden und wo zwischen der Landesforst und auch den Waldbesitzern eine sehr, sehr gute Arbeit geleistet wird. Und ich glaube auch, dass man mal sagen darf, die Waldverjüngung, die mittlerweile tatsächlich auf 87 Prozent der Fläche heute Laubgehölze vorkommt, ist ein wichtiger Beitrag zur Widerstandsfähigkeit unserer Wälder. Und wir haben nur noch, tatsächlich nur noch 27 Prozent reine, tatsächliche Reinbestände, und auch da sind wir mit an der Spitze der Bewegung. (Vizepräsidentin Elke-Annette Schmidt übernimmt den Vorsitz.) Meine sehr geehrten Damen und Herren, aber natürlich gibt es auch Schattenseiten. Die Hitze und die Dürre bremsen das Wachstum zunehmend, und wir haben natürlich auch Schäden in manchen Waldgebieten, insbesondere auch durch die Dürre, oder auch in dieser Zeit sind über 200 Hektar Wald tatsächlich abgebrannt. Auch das gehört dazu. Oder ein Viertel der Baumkronen zeigen deutliche Schäden. Und deswegen ist es so wichtig, dass wir dafür sorgen, dass wir die Rahmenbedingungen setzen und am Ende natürlich auch diese Problematik des Klimaschutzes sehr, sehr ernst nehmen. Ich will aber auch noch mal feststellen, dass mit über 380.000 Hektar Wald in Schutzgebieten heute festgesetzt sind und damit allein 29 Naturwaldreservate ergänzt werden. Und deswegen ist es mir noch mal so wichtig, dass wir die enge Zusammenarbeit mit der Jägerschaft – das Waldwirkungs- und Wildwirkungsmonitoring ist hier auch angesprochen worden –, dass wir diese umgesetzt haben. Wir haben erstmals die Ökosystemleistungen unserer Wälder bewertet und nehmen zur Kenntnis, dass jährlich ein Nutzen von 250 Millionen Euro, die nicht vergütet werden, damit im Übrigen auch den realen Wert unserer Wälder für Klimaschutz, für Wasserhaushalt, für Luftqualität, für die Biodiversität, die Erholung, die Gesundheit. Der Wald in Deutschland und in Mecklenburg-Vorpommern hat einen ausgezeichneten Ruf, und den werden wir auch weiter stabilisieren und auch unterstützen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, auch die Forschung spielt bei uns in den Wäldern eine große Rolle. Im Übrigen mit 7 Millionen Euro Drittmitteleinwerbung haben wir, denke ich, auch bewiesen, dass es richtig ist, Waldforschung auch in Mecklenburg-Vorpommern zu unterstützen, zu Mischbeständen, zur Biodiversität, aber auch zu klimastabileren Wäldern zu kommen oder Arten wie die Esche tatsächlich zu erhalten und diese dann auch wieder in den Prozess mit einzubringen. Ich will auch ausdrücklich betonen, wir stellen jedes Jahr 30 Auszubildende ein. Wie viele Bewerbungen haben sie, wissen Sie das? Über 300. Daran wird im Übrigen auch deutlich, dass Menschen gerne bei uns im Wald arbeiten, ihre Ausbildung machen möchten. Oder im Übrigen auch zwölf Försterinnen und Förster, die ihre Referendariate ableisten, werden bei uns eingestellt. Oder im Übrigen auch, dass wir den Wald, den landeseigenen Wald in Dauerwald umstellen, halte ich für ein absolut richtiges Signal. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke) Insofern, ja, insofern darf ich abschließend auch noch mal ein Wort an den einen oder anderen Journalisten, vielleicht hört er mich jetzt auch, hier richten. Am letzten Freitag wurde in einem öffentlich-rechtlichen Sender – dann ist klar, wer das ist –, im NDR berichtet, in der Landesforst droht Stellenabbau. Ich habe deswegen das ganze Wochenende gehört, und ich war wirklich erschüttert. Ich habe im Übrigen, wenn Sie den Beitrag dann sich mal angeschaut haben, es wurde dann, wie immer heute, ganz unten in der letzten Ecke wurde ein Dementi zumindest teilweise wiedergegeben. Ich will hier und heute an dieser Stelle sagen, unsere 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen wir. Wir werden keine Stellen abbauen, sondern die Stellen sind abgesichert, aber wir haben natürlich auch durch den Haushalt, den wir jetzt am Ende dieser Woche beschlossen haben, haben wir Einsparungen zu erbringen, und es werden Stellenäquivalente reduziert und diese Kolleginnen und Kollegen werden dann für andere Aufgaben im Übrigen eingesetzt. Es droht also kein Stellenabbau. Diese Aussage ist schlicht und ergreifend falsch. Und ich finde es nicht gut, dass man nicht bei uns im Haus mal nachfragt, um sich über diese reale Situation zu erkundigen, und dass man dennoch aus internen Protokollen, die nicht freigegeben sind, zitiert, finde ich auch nicht so besonders gut. Insofern möchte ich an dieser Stelle zu unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch einmal sehr deutlich sagen, Sie sind in einer hoch angespannten Phase. Im Übrigen, die Weihnachtszeit wird ja auch in den Forstämtern dafür genutzt, die Märkte mit zu bestücken und eigene Aktivitäten auszulösen, und im Übrigen auch die Drückjagden und der Holzeinschlag laufen. Das heißt, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind jetzt sehr, sehr angespannt und auch intensiv tätig. Insofern möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr herzlich bedanken für das, was geleistet worden ist. Und im nächsten Jahr werden wir 20 Jahre Landesforstanstalt würdig begehen, im Übrigen auch 100 Jahre Deutscher Forstverein. Da werden über 1.000 Spezialisten aus ganz Deutschland in Mecklenburg-Vorpommern weilen, um auch sich unsere hervorragenden Waldbilder anzuschauen. Insofern, unser Wald hat Zukunft in Mecklenburg-Vorpommern. Herzlichen Dank an unsere Waldwirtschaft! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke)
