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Dr. Monique Wölk

SPD 12.12.2025 Sitzungen 8/123

Ja, sehr geehrte Frau Präsidentin, werte Kolleginnen und Kollegen Abgeordnete, sehr geehrte Damen und Herren, entsprechend Paragraf 39 des Landeswaldgesetzes wird der Landtag einmal pro Legislatur über den Zustand der heimischen Wälder und die Forstwirtschaft informiert. Dazu dient der jetzt vorliegende Achte Forstbericht für den Berichtszeitraum 2020 bis 2024. Er behandelt den Zustand und die Leistungen des Waldes, die allgemeine Lage der Forst- und Holzwirtschaft und die Arbeit der Landesforstverwaltung, außerdem die Themen Waldnaturschutz und Waldforschung. Ich möchte im Ergebnis zunächst einmal festhalten, wir können eine klar positive Bilanz ziehen und unseren Blick jetzt auch auf die nächsten Schritte zum Umbau hin zu einem klimaresilienten Wald richten. Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den wenigen Bundesländern, in denen die Waldfläche wächst. Das ist ein wirklich großer Erfolg für Natur, (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke) für Natur, für Klima und für Artenvielfalt. Wir haben versprochen, 5 Millionen Bäume zu pflanzen, und wir haben geliefert. Seit 2020 wurden in unserem Land 5,8 Millionen Bäume gepflanzt, verteilt auf ungefähr 1.400 Hektar, und damit ist die Waldfläche in MV weiter gewachsen. Wir haben in den letzten 13 Jahren seit 2012 rund 5.500 Hektar neu hinzubekommen. (Thore Stein, AfD: Das ist aber hinter dem selbst gesteckten Ziel, ne?) Besonders wichtig ist, Mecklenburg-Vorpommern sticht durch einen hohen Anteil naturnaher Bestände hervor. 51 Prozent, also gut die Hälfte der Wälder in unserem Land, bestehen mittlerweile aus naturnahen Laubwäldern, was mehr als im Bundesdurchschnitt ist. Und wir setzen weiter auf Naturverjüngung, denn unser Wald hier in unserem Land speichert CO , mittlerweile circa 60.000 Ton-2 nen Kohlenstoff im Jahr, und das ist im Bundesvergleich besonders gut. Die meisten Wälder in der BRD (Thore Stein, AfD: Bundesrepublik heißt das!) sind nämlich mittlerweile zu Kohlenstoffquellen geworden, das heißt, unsere Wälder entwickeln sich in die richtige Richtung. Die Mischung aus aktiver Aufforstung, Waldumbau und naturnaher Bewirtschaftung zahlt sich aus. Diesen Prozess wollen wir weiter beschreiten, wir wollen den Waldanteil im Land weiter steigern, den Wald weiter zu einem klimaresilienten, naturnahen und strukturreichen Mischwald umbauen, und wir wollen ihn nach dem Dauerwaldprinzip bewirtschaften. Die wirtschaftliche Nutzung unseres Waldes ist für die Menschen in unserem Land nämlich wichtig. Holz ist als nachwachsender, klimafreundlicher und gesunder Baustoff eine ganz zentrale Ressource für die regionale Wirtschaft, und damit sichert der Wald Arbeitsplätze in der Holzwirtschaft, im Tourismus, (Nikolaus Kramer, AfD: Da kann man richtig dicke Bretter bohren!) aber auch weit darüber hinaus, zum Beispiel durch die Entwicklung neuer waldbasierter Dienstleistungen, durch den Verkauf eigens hergestellter Waldprodukte durch die Landesforst. Und durch die Mehrung und die gute Entwicklung unseres Waldes erzielen wir weitere wirtschaftliche Vorteile. Wir haben in MV rund 2.800 Unternehmen im Bereich der Holzwirtschaft. Es arbeiten ungefähr 15.500 Beschäftigte in diesem Bereich, und der Umsatz beträgt circa 1,4 Milliarden Euro im Jahr. Das ist viel! Holz, der Wald sind also eine sehr wichtige Branche, in die wir weiter investieren wollen, die wir weiter voranbringen wollen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke) Damit es gelingt, stärken wir den Naturschutz und unterstützen den Erhalt der Biodiversität, nicht nur auf den landeseigenen Waldflächen, sondern auch im Privatwald, indem zum Beispiel die Landesforst praxisnahe Beratungen zur naturnahen Waldbewirtschaftung anbietet oder eben auch entsprechende Informationen strukturiert, aufbereitet und zur Verfügung stellt. Hier sind die Angebote in den letzten Jahren auch online stark ausgeweitet worden. Das Nächste ist, wir fördern weiterhin die Klimaleistungen des Waldes und stärken ihn gegen Dürreperioden, Stürme und Schädlingsbefall. Denken Sie nicht nur an die CO -Speicherung, sondern auch an den Beitrag des 2 Waldes zur Wasserspeicherung, zum Wasserrückhalt in der Fläche! Denken Sie an den Beitrag des Waldes zur Luftkühlung im Sommer, an die Luftreinhaltung, denken Sie an den Erosionsschutz und die Humusbildung! Es gibt weitere Gründe, warum wir den Wald schützen und weiter voranbringen wollen. Wir ermöglichen mehr Erholung im Wald für Einheimische, aber auch für Touristen. Denken Sie an die positive Wirkung des Waldes auf unsere Gesundheit! Nicht umsonst bewirbt der Bäderverband Mecklenburg-Vorpommern die ausgewiesenen Kur- und Heilwälder im Gesundheitsland Nummer eins, auch das trägt zur touristischen Wertschöpfung in unserem Land bei. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke) Und es führt auch ganz konkret zum Beispiel im medizinischen Bereich zu neuen Angeboten, zum Beispiel zur Waldtherapie, zum Thema Arzneipflanzen, Waldprävention. Das sind Weiterbildungsmaßnahmen für niedergelassene Ärzte, die von der Ärztekammer zuletzt auch anerkannt wurden. Auch hier schaffen wir mit neuen Angeboten Möglichkeiten, den Wald breit nutzbar zu machen. Und wir binden die Menschen im Land ein. Mit der Landesinitiative „Unser Wald in MV“ wurden jährlich über 200.000 Menschen erreicht. Hier wird die Bedeutung des Waldes für alle erlebbar gemacht, anschaulich vermittelt, zum Beispiel im Rahmen waldpädagogischer Angebote, waldbasierter Dienstleistungen und Produkte oder auch durch klassische Öffentlichkeitsarbeit. Es wurden außerdem die Jugendwaldheime Loppin und Dümmer modernisiert. Und wir betreiben auch weiter Vorsorge. Das Waldschutzmonitoring wurde in den vergangenen Jahren ausgebaut und wird jetzt auf ein IT-gestütztes System umgestellt, das auch vor Ort im Wald nutzbar ist. Im Forstamt Kaliß wurde das Fachzentrum für Waldbrandschutz eingerichtet. Feuerwehr und Forst nehmen hier gemeinsam an Schulungen teil, damit eben im schlimmsten Fall der Fälle die gemeinsame Bekämpfung von Waldbränden gelingt. Außerdem arbeiten wir weiter an der Inwertsetzung von Ökosystemdienstleistungen des Waldes, um den Waldumbau eben auch ökonomisch zu unterstützen und die Waldklimaleistungen dauerhaft zu honorieren. Dazu haben wir die Waldaktie eingeführt und erst im Sommer dieses Jahres haben wir hier im Landtag beschlossen, eine ähnliche Klimaprämie für die Wiederherstellung von Waldmooren zu prüfen. Schließlich unterstützen wir die Beschäftigten der Landesforst, zum Beispiel durch die Modernisierung der Ausbildungsstätten für die Forstwirtauszubildenden, den Neubau des Lehrlingsausbildungsgebäudes der Landesforst in Güstrow. Der Waldumbau und die konsequente Fortsetzung einer nachhaltigen wirtschaftlichen Waldnutzung erfordern aber auch immense Anstrengungen in der Landesforst. Ganz besonders geht es dabei um eine Veränderung von Arbeitsprozessen und -abläufen, von Arbeitsaufgaben und eben auch den Einsatz neuer Arbeitsmittel. Ein solcher Prozess ist anstrengend und langwierig. Er verlangt von allen Beteiligten Verständnis, Geduld und Vertrauen. Ein solcher Prozess ist aber auch kaum ohne Friktionen und Unsicherheiten möglich. Deshalb möchte ich an dieser Stelle ganz klar sagen, die Landesforst als große landeseigene Anstalt und alle ihre Beschäftigten haben in der Vergangenheit eine herausragende Arbeit geleistet. Ihnen ist zu verdanken, dass wir heute mit dem Waldumbau, mit der Entwicklung neuer waldbasierter Dienstleistungen, mit den waldpädagogischen Angeboten so weit gekommen sind. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke – Marc Reinhardt, CDU: Aha!) Die Landesforst und ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind und bleiben auf dem weiteren Weg die wichtigsten Partner. Dazu werden alle an Bord gebraucht, (Thore Stein, AfD: Und warum wollen Sie dann Personalabbau?) und deshalb danke ich allen, die dazu beitragen, dass wir unsere Wälder gemeinsam schützen, mehren und verantwortungsvoll nutzen. Und in diesem Sinne gilt mein ganz besonderer Dank den Förstern und Försterinnen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Forstrevieren, die täglich vor Ort im Wald unterwegs sind und mit ihrer Arbeit dazu beitragen, dass sich unsere Wälder gut entwickeln. Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, ich freue mich jetzt auf die Aussprache mit Ihnen. – Herzlichen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke)

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