Barbara Becker-Hornickel
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren Abgeordnete! An erster Stelle vielen Dank, Frau Rösler, Frau Pfeifer und auch, ... Ja, jetzt ist der Name weg, egal. (Constanze Oehlrich, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Frau Wegner.) Genau. ... und auch dem Kollegen von der AfD, dass Sie sich mit diesem Antrag inhaltlich auseinandergesetzt haben! (Enrico Schult, AfD: Genau! Genau!) Und, Frau Ministerin, Sie haben, ob Plagiat her oder hin, der Antrag, den macht es nicht schlechter. Und ich finde, Sie haben selber gesagt, wir haben 10.000 Kinder in MV, die auch aus migrantischen Familien kommen. Gehen uns die nichts an? Stellen wir die nach hinten? Sind die nicht so viel wert wie alle anderen? Wir haben gerade vorhin gesagt, jedes Kind in MV ist gleich zu behandeln, egal in meinen Augen, worum es geht. Und wirklich, der Vergleich mit der Schulklasse, der hat mich nun total enttäuscht. Ich fand den absolut billig (Ministerin Simone Oldenburg: Ich find Ihr Plagiat völlig billig.) und ganz ehrlich Ihrer nicht würdig. (Beifall vonseiten der Gruppe der FDP) Und das finde ich einfach nicht in Ordnung, wichtige Themen so runterzuspielen. Es geht mir um eines: Frau Rösler, Sie haben es ja vorgetragen, Sie haben ja auch bestätigt, wir haben ja nicht gesagt, dass KI morgen eingesetzt wird, an keiner einzigen Stelle. Wir haben gesagt, wir müssen diese Dinge entwickeln, wir müssen beginnen, das auch bei uns einzusetzen. Und es geht auch nicht darum, Frau Wegner, es geht nicht darum, Avatare oder Roboter hinzusetzen. Nein, das wollen wir ja gerade nicht, das habe ich auch so hier gesagt. Es geht auch nicht darum, nur vorzulesen. Aber wir wissen doch eines: Die Elternhäuser, aus denen unsere Kinder in die Kitas kommen, die sind so unterschiedlich wie Menschen, wie das Leben überhaupt. Es gibt Familien, da wird vorgelesen, da macht man all das, was wir als Ideales so sehen, aber es gibt auch sehr viele andere Familien, wo das eben nicht der Fall ist. Wir haben auch, das habe ich auch schon gesagt, Kinder aus Familien, wo die Eltern nicht Muttersprachler sind. Auch diese müssen wir behandeln und auch insofern gleichstellen. Und ich will noch eines sagen, das ist mir sehr, sehr wichtig, Sprachstörungen bei Kindern, das ist ein Thema. Das kommt nicht dadurch, dass sie von Avataren oder dass vorgelesen wird, auch die Sprachmelodie von Eltern, von Großeltern ist nicht immer die, die wir uns eigentlich so vorstellen. Das ist einfach so. Hier geht es, die Frau Rösler hat das Tool sehr gut beschrieben, hier geht es darum, dass zugehört wird, dass wir auch die Möglichkeit haben, festzustellen, wo gibt es Lautschwierigkeiten in der Sprache der Kinder. Und das ist schlicht und einfach ein Problem, das kommt in allen Familien vor, auch in sehr privilegierten. Am Ende bin auch ich davon betroffen, weil meine dritte Enkelin, die hat so niedlich gesprochen, dass sie beiden Großen alles nachgemacht hat, und jetzt muss sie in logopädische Behandlung. Es ist niemandem wirklich aufgefallen, auch in der Kita nicht, wo sie übrigens dazu befähigt war, ein Jahr früher zur Schule zu kommen. Also wir reden nicht über ein Problem, das nur einige betrifft, und ich denke, da geht es genau um das Beispiel genaues Sprechen. Was habe ich mir hier noch aufgeschrieben? Ja, das wäre es eigentlich dazu. Ich würde mich sehr freuen, ob Plagiat her oder hin, das Thema ist für mich wichtig, Chancen zu ergreifen mit all den Dingen, die hier auch vorgetragen wurden, natürlich auch Projekte, Versuche zu machen in den Kindertagesstätten und das Richtige und das Wirkliche, was unseren Kindern hilft, es soll ihnen helfen, und zwar helfen für ihre ganze Zukunft. Man kommt nicht weiter, wenn man die Sprache nicht richtig spricht. – Danke! Ich dachte, ich hätte fünf Minuten. (Beifall vonseiten der Gruppe der FDP – Die Abgeordnete Barbara Becker-Hornickel wendet sich an das Präsidium. – Präsidentin Birgit Hesse spricht bei abgeschaltetem Mikrofon.)
