Enrico Schult
Ja, sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, es ist wirklich sehr amüsant, hier zuzuhören. Ich saß hinten in der letzten Reihe. Frau Oldenburg, da wurden Sie ja tatsächlich eiskalt erwischt hier, denn natürlich haben Sie das nicht eingebracht, aber Sie waren ja offensichtlich damals die Fraktionsvorsitzende. Und ich kenne das so aus unserer Fraktion, dass halt solche Gesetzentwürfe besprochen werden, analysiert werden (Zuruf von Marc Reinhardt, CDU) und dass man dann natürlich noch mal guckt, (Zuruf von Dr. Daniel Trepsdorf, Die Linke) ob das wirklich jetzt aus dem Bundesland Thüringen kommt oder eben aus Mecklenburg-Vorpommern. Also das war halt jetzt auch nicht glaubwürdig, muss ich aber genauso sagen, Frau Becker-Hornickel, dass es auch nicht glaubwürdig ist, einen Antrag aus Nordrhein-Westfalen abzuschreiben, wo die Bedingungen gar nicht die gleichen sind wie in Mecklenburg-Vorpommern. Und da gebe ich der Bildungsministerin natürlich recht, dass man sich auch mal anschauen muss, was ist in unseren Kitas überhaupt Phase und kann man das eins zu eins übertragen. Für uns als AfD-Fraktion liegt auf der Hand, dass wir mitnichten mehr KI in den Kitas brauchen. Wir wollen, dass die Erzieher sich mit den Kindern beschäftigen. (Dr. Daniel Trepsdorf, Die Linke: Sie brauchen mehr Geschichte.) Wir wollen nicht, dass die Kinder da auch schon in der Kita vor irgendwelchen Bildschirmen hocken und da sozusagen solche Angebote wahrnehmen müssen. Das wollen wir nicht. Und deshalb werden wir diesen Antrag aus tiefster Überzeugung ablehnen, werte Kollegen. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Denn es ist ganz offensichtlich, natürlich haben wir Probleme in der frühkindlichen Bildung hier in Mecklenburg-Vorpommern. Wenn Sie sich die Einschulungsuntersuchungen anschauen, jeder vierte Schüler, der dann auf die Schule geht, es gibt ja die Einschulungsuntersuchungen, der geht mit Sprachproblemen dort auf die Schule. Und da sind ja in erster Linie natürlich auch die Eltern verantwortlich, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall Horst Förster, AfD) Ich kann nicht alles in die Kitas schieben, ich kann nicht alles auf die Erzieher abladen, denn es ist doch selbstverständlich, dass ich mich zu Hause auch hinsetzen muss und mit meinem Kind lesen muss. Es ist doch selbstverständlich, dass ich dem was vorlese, es ist selbstverständlich, dass man bastelt, die Schere in die Hand nimmt und einen Stift und malt. Ich kann doch jetzt nicht immer alles in die Kitas schieben. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Und deshalb ist es das Problem, das wir auch in vielen Familien immer mehr haben. Und das ist eben auch das, was in diesen Einschulungsuntersuchungen sozusagen abgebildet wird. Ich kann Ihnen das, ich hatte eine Kleine Anfrage dazu gestellt, die ist ziemlich aktuell, 6,5 Prozent der Kinder in Mecklenburg-Vorpommern wurden im Schuljahr 2025/2026 zurückgestellt. Das ist eine hohe Zahl. 2020/2021 waren es lediglich 4,8 Prozent. Auch das ist schon viel. Und es wird tatsächlich immer mehr, sehr geehrte Damen und Herren. Und das werden wir aber nicht mit KI irgendwie beheben können, im Gegenteil, wir brauchen, und das habe ich an dieser Stelle schon ganz oft vorgetragen, wir brauchen einen besseren Betreuungsschlüssel in den Kindertagesstätten, wir brauchen mehr Erzieher, die sich sozusagen auf die Kinder dann konzentrieren können, also weniger die Fachkraft-Kind-Relation, dass ein Erzieher einfach auch mehr Zeit hat, sich mit den Kindern auseinanderzusetzen und eben das zu tun: Malen, Zeichnen, Basteln, Wandern, Rausgehen, einfach das erleben, das draußen, das sozusagen, was da draußen, das Leben da draußen, dass das den Kindern dann einfach auch mal vorgelebt wird, weil das leider in vielen Elternhäusern nicht mehr der Fall ist. Deshalb haben wir auch schon mal dafür plädiert als AfD-Fraktion, das Konzept der Waldkindergärten halten wir persönlich für sehr gut, (Beifall Thore Stein, AfD) wo die Kinder dann ganz oft draußen sind. (Thore Stein, AfD: Sehr gut!) Und ich sehe natürlich auch den Landwirtschaftsminister. Herr Backhaus, natürlich, auch der Lernort Bauernhof ist ein wichtiges Indiz dafür (Beifall Horst Förster, AfD) oder ein wichtiges Angebot für die Kinder. Und ich habe das selber erlebt, auch bei mir im Ort, da ist natürlich die Milch und Marktfrucht GmbH Tietböhl – da sind Sie übrigens auch mal mit einem Hubschrauber gelandet, Herr Backhaus, als die Jubiläum hatten –, und die bieten das ganz oft an, (Zuruf von Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) dass da halt die Kitas, die Kitakinder kommen. Das ist natürlich das, wo die das sozusagen dann auch hautnah sehen, das Leben da draußen, das Leben auf dem Bauernhof, (Minister Dr. Till Backhaus: Die Stasi ist überall. – Zuruf von Dr. Daniel Trepsdorf, Die Linke) wie Tiere gehalten werden, wie Tiere aufwachsen. Und das ist beispielsweise auch der Ansatz, den wir verfolgen als AfD-Fraktion: Nicht immer mehr Digitales, schon gar nicht in der Kita, sondern auf das Wesentliche sich berufen da, dass man sich Zeit nimmt, mit den Kindern zu sprechen, zu wandern, zu machen, zu tun, basteln und was ich schon alles sagte, und nicht, sehr geehrte Kollegen von der FDP, hier mit diesem KI-Antrag. Deshalb werden wir diesen aus tiefster Überzeugung ablehnen. Wir meinen, der Schlüssel für die frühkindliche Bildung liegt in Kitas mit mehr Personal. Und da sind wir ja eigentlich jetzt auf dem richtigen Weg, denn es werden immer weniger Kinder, und wir könnten, wenn wir es wollten, könnten wir tatsächlich den Betreuungsschlüssel jetzt absenken. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)
