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Christian Albrecht

Die Linke 12.12.2025 Sitzungen 8/123

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Wie sensibel dieser Bereich ist, über den wir sprechen, und wie wichtig die Arbeit ist, die im Childhood-Haus geleistet wird, ich denke, das haben meine Vorrednerinnen und Vorredner sehr eindrücklich dargestellt, und dem möchte ich mich vollumfänglich anschließen. Ich selbst habe das Childhood-Haus in Schwerin besucht, als wir im Vorfeld des letzten Doppelhaushaltes dort die Debatte um die Finanzierung des Standorts hatten. Und ich war auch wirklich ergriffen, was für Schicksale dort behandelt werden. Ich erinnere mich, dass die Betreiberin der Einrichtung darauf hinwies, dass das jüngste Kind, das dort als Opfer sexueller Gewalt untersucht werden musste, ganze fünf Monate alt war. Und da ging es mir dann auch genauso, wie Herr Ehlers das gerade beschrieben hat, das ist wirklich schon krass, was die Schwere der Schicksale noch mal unterstreicht, aber auch die menschlichen Abgründe, mit denen wir als Gesellschaft einen Umgang finden müssen. Also dass die Institution Childhood-Haus einen absolut wichtigen Beitrag leistet, ist absolut unbestritten. Der Antrag der GRÜNEN fordert jetzt, dass man in jedem Amtsgerichtsbezirk ein solches Childhood-Haus einrichtet. Und ich muss auch sagen, dass ich natürlich diesen Impuls zu hundert Prozent nachvollziehen kann. In einer idealen Welt bräuchte es keine Childhood-Häuser. Wir leben aber leider in keiner idealen Welt. Daher braucht es auch diese oder vergleichbare Angebote. Ich möchte aber an dem Punkt noch mal unterstreichen, was meine Kollegin Mandy Pfeifer gestern in der Aussprache zum Kinderschutzgesetz gesagt hat, was ich als sehr eindrücklich empfand: Also wenn das Childhood-Haus in Anspruch genommen werden muss, dann hat der Kinderschutz ja bereits versagt. Und mit Blick auf den Schutz der Kinder darf man also nicht zu dem Trugschluss kommen, zu denken, dass, wenn wir jetzt viele Childhood-Häuser einrichten, dass die Kinder dann gut geschützt sind. Ich weiß, das sagt auch keiner, das möchte ich auch niemandem unterstellen, es ist aber trotzdem wichtig, noch mal sich bewusst zu machen, dass es sehr, also essenziell ist, früher anzusetzen und auch andere Bereiche zu stärken. Die Einrichtungen wie das Childhood Haus sind dann eben die letzte Instanz, die dann zum Einsatz kommen muss, wenn schon schlimme Dinge passiert und Kinder zu Schaden gekommen sind. (Der Abgeordnete Nikolaus Kramer bittet um das Wort für eine Anfrage.) Ich habe bereits gesagt, wir leben in keiner idealen Welt, und leider betrifft das auch unsere Möglichkeiten und Ressourcen. Und wir müssen nun mal schauen, wie wir es schaffen, mit unseren Ressourcen so umzugehen, dass wir den größtmöglichen Schutz der Kinder gewährleisten können. Es ist also auch immer sinnvoll, Maßnahmen und Strukturen zu stärken, die einen Beitrag dazu leisten, dass Kinder gar nicht erst ins Childhood-Haus gebracht werden müssen zur Untersuchung. Wir müssen also auch andere Strukturen unterstützen. Und da haben wir ja gerade erst gestern mit dem neuen Kinderschutzgesetz einen wichtigen Beitrag zu geleistet. Dort enthalten ist eben auch der Prüfauftrag, der schon angesprochen worden ist, der zum Ziel hat, ein zweites Childhood-Haus, ein vergleichbares Angebot im östlichen Landesteil zu realisieren. Wenn das …

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