Dr. Harald Terpe
Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Lassen Sie mich vorab Thomas Krüger danken für seinen ausgedehnten Vortrag auch, und auch die Erwähnung, dass es der Nazidiktator Hitler war und der sowjetische Diktator Stalin, die sich beide auf Kosten von Polen sozusagen bereichert haben. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU, Die Linke, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und René Domke, FDP) Das beantwortet auch gleichzeitig das Thema, dass nicht die Polen sozusagen uns das Gebiet weggenommen haben, sondern dass es zugunsten von Russland (Horst Förster, AfD: Hä, wieso denn das?!) passiert ist. (Zuruf von Horst Förster, AfD) Ja, machen wir. Das Thema des Antrags ist angesichts des 35. Jubiläums nachvollziehbar gut gewählt, grundsätzlich schon aus Gründen einer gebotenen Selbstvergewisserung. Partnerschaft und Versöhnung ist eine zutiefst emotionale Angelegenheit, verlangt Empathie, oftmals auch Vorleistungen. Erlauben Sie mir deshalb, liebe Kolleginnen und Kollegen, die folgende Anmerkung. Es war der Kniefall von Willy Brandt, der die Aussöhnung mit den Polinnen und Polen zur Herzenssache gemacht hat – Herzenssache für mich und, wie ich glaube, für die übergroße Mehrheit der Deutschen in Ost und West. Das meinte ich mit Selbstvergewisserung, denn nur Herzenssachen und die daraus abgeleiteten konkreten Handlungen und Schlussfolgerungen schaffen das notwendige Vertrauen zwischen uns Nachbarn. Insofern werden die Feststellungen des Antrags dem genannten Anliegen grundsätzlich gerecht. 35 Jahre Partnerschaft ist auch ein geeigneter Zeitpunkt, innezuhalten und sich zu fragen, was sich verbessern lässt, um das Nachbarschaftsverhältnis im Rahmen der gemeinsamen Mitgliedschaft in EU und NATO glaubhaft partnerschaftlich zu erfüllen. Und insofern bin ich auch meiner Kollegin Katy Hoffmeister dankbar, die noch mal gesagt hat, das ist eben eine sehr emotionale Sache, insbesondere für die Polen. Und das müssen wir anerkennen, wenn die das Gefühl haben, dass Deutschland mit Russland wieder auf Kosten von Polen gemeinsame Sache macht. Da sind die sehr empfindlich. Ich glaube, dieses Thema ist für uns Deutsche durch, aber die Polen muss man verstehen, (Zuruf von Horst Förster, AfD) dass die immer wieder diese Befürchtungen haben. Und deswegen ist es wichtig, diesem, das Aufgeschriebene, das, was gemacht worden ist, weiter zu vertiefen und es wirklich zur Herzenssache für beide Völker zu machen. Und dann werden wir die Aussöhnung und Partnerschaft erst endgültig geschafft haben. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU, Die Linke, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der Gruppe der FDP)
