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Barbara Becker-Hornickel

FDP 13.11.2025 Sitzungen 8/119

Sehr geehrte Präsidentin! Meine Damen und Herren Abgeordnete! In einer Zeit, in der sich die politischen Ränder verhärten, Falschmeldungen und Hassreden zunehmen und demokratische Werte unter Druck geraten, kommt der Demokratiebildung eine entscheidende Rolle zu, (Beifall vonseiten der Fraktion der SPD und der Gruppe der FDP) und gerade deshalb müssen wir in jeder Generation aufs Neue für die Anerkennung und Wertschätzung der freiheitlichen Demokratie werben. Ich erlaube mir – Herr Renz, vielen Dank, ich habe nicht so viel Zeit, um das alles so vortragen zu können, wie Sie es dankenswerter gemacht haben – zu sagen, ich bin sehr berührt von der Diskussion. Ich bin 1960 in die Schule gekommen. Ja, das 72. Jahr steht vor mir, und ich habe diese ganze Entwicklung mitgemacht. (Andreas Butzki, SPD: So ist es.) Ich habe Staatsbürgerkunde gehabt. Ich hatte dann auf der Uni den – ach, was weiß ich – Kommunismus und was da alles noch kam. Und ich muss Ihnen ehrlich sagen, wenn meine Kinder mich gefragt haben, Mutti, wie war es eigentlich bei dir, da sage ich, das ging ja alles noch. Es wurde immer schlimmer, immer extremer, (Jens-Holger Schneider, AfD: Ja, ja.) was ich bei meinen Kindern miterleben musste. (Zuruf von Jens-Holger Schneider, AfD) Ich bin glücklich, dass es das Jahr 1989 gab und 1990 und die Wende. (Beifall vonseiten der Fraktion der SPD, Daniel Peters, CDU, und René Domke, FDP) Staatsbürgerkunde, kurz Stabü, ja, das war ein Fach, da wurde nicht diskutiert, da wurden auch keine Meinungen ausgetauscht. Da ging es in all dieser Zeit um die Überlegenheit des sozialistischen Systems, was müssen wir dazu diskutieren, die Sache ist doch klar. Und ich habe vorhin gesagt, ich komme aus einem intellektuellen Haushalt, (Andreas Butzki, SPD: Kenn ich auch.) und die Staatsmacht Arbeiter und Bauern war jetzt nicht unbedingt so gedacht, dass ich in erster Reihe stand, um dann auch wirklich in die EOS zu kommen. Und ich habe es wirklich geschafft. Ob Sie es glauben oder nicht, mein Mann staunt immer wieder über mein Zeugnis, was ich damals brauchte, da standen nur Einsen. Ja, und ich hatte auch in Staatsbürgerkunde eine Eins, weil genau von dieser Zahl, von dieser Zensur hing ja am Ende ab, darf man in die weiterführende Schule kommen oder nicht. Ich konnte sehr gut auswendig lernen, habe ein super Gedächtnis gehabt. Ich war nicht davon überzeugt, was ich dort gesagt habe, aber ich habe es gesagt, weil mir sonst nur Steine im Weg gelegen hätten. Und wenn man mal etwas anders diskutiert hat, da wurden die Eltern angerufen im Betrieb, Ihre Tochter ist nicht eingenordet. Das war schrecklich, das war nicht wirklich schön. (Beifall Daniel Peters, CDU, und René Domke, FDP) Und darum verstehe ich es wirklich nicht, dass hier Staatsbürgerkunde 2.0 mit der Politischen Bildung bei uns in den Schulen gleichgesetzt wird. Ich finde, Schülerinnen und Schüler müssen erleben, Mitbestimmung wird ernst genommen, es sind Klassensprecherwahlen, Schulkonferenzen im täglichen Umgang miteinander und dass das tatsächlich so gewollt ist und ernst gemeint ist und natürlich Fachwissen unverzichtbar. Aber wir müssen unsere Kinder zu selbstständig denkenden Menschen erziehen dürfen und das müssen wir weitermachen. – Danke schön! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU, Die Linke und René Domke, FDP – Andreas Butzki, SPD: Sehr gut!)

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