Torsten Renz
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben riesige gesellschaftliche Herausforderungen im Bereich Bildung, und das Thema heißt schlechthin, Regionale Schule ist die Herausforderung. (Enrico Schult, AfD: Unter anderem.) Und insofern ist der Befund zum Ersten erst mal richtig. Wir brauchen nämlich gut ausgebildete Regionalschüler, die diese Schule verlassen. Und wir brauchen zum Zweiten auch motivierte Schüler, die dann zum Beispiel gewillt sind, dem Arbeitsmarkt, konkret dem Handwerk, zur Verfügung zu stehen. Und dann brauche ich, wenn ich so eine riesige Herausforderung habe, die schon unstrittig ist, keine Vorlesung über Leistungsbewertung und das Erstellen von Prüfungen, sondern ich erwarte, dass man sich dieser Thematik stellt, sofern man sie erkannt hat, und sagt, wie ist unsere Lösung. Und, Herr Schult, wenn Sie ehrlich sind beziehungsweise Ihre Fraktion, was ist denn von Ihrer Überschrift und von Ihrer Rede übrig geblieben, wenn es um Problemlösungen geht? (Enrico Schult, AfD: Da komme ich gleich noch zu.) Ich wette mit Ihnen, dass keiner Ihrer Fraktion eins, zwei, drei sagen kann, welches die Lösungsansätze sind, weil Sie sich total im Detail verlieren, hier philosophieren, ob die Eins bei 96 oder bei 90 Prozent gegeben wird. Dass man entsprechend als Lehrkraft das anpasst dann bei dem Erstellen der Prüfung, ist doch logisch. Wenn jemand eine Zwei haben soll, soll er eine Zwei kriegen. Sie verlieren sich im Detail und wir können am Ende gar nicht sagen, wie sieht Ihre Lösung aus. Ihr Antrag, wenn Sie den Forderungsteil und auch nachher den Aufforderungsteil lesen, ist ein bunter Blumenstrauß von allem Möglichen. Deswegen sage ich Ihnen, sage ich Ihnen für die CDU, diese Herausforderung, die stimmt, aber wenn die Diagnose so ist, wie sie ist, was ich schon in der letzten Sitzung gesagt habe, dass wir nämlich einen Bildungsnotstand in Mecklenburg-Vorpommern haben, dass wir die höchste Unterrichtsverpflichtung haben, dass wir Lehrkräftemangel haben, dass wir die Inklusion nicht in den Griff bekommen, dass wir über Jahre hinweg den Schulbau vernachlässigt haben und, und, und, das führt uns zur Diagnose der CDU: Bildungsnotstand in Mecklenburg-Vorpommern. Und dann geht es nämlich um die Rezepte, um die Medizin. Wie machen wir uns auf den Weg, um diese Herausforderung zu lösen? Da sage ich Ihnen für die CDU-Fraktion: Erstens, endlich politisch die Regionale Schule zum Schwerpunkt Nummer eins der Bildungspolitik erklären. Zweitens, kleinere Klassen. Drittens, endlich die Unterrichtsverpflichtung in der Regionalschule sofort absenken von 27 Stunden auf 25 Stunden. Viertens, multiprofessionelle Teams auf den Weg bringen. Und fünftens, endlich leistungsorientierten Zugang zum Gymnasium gestalten, weil das stärkt die Regionale Schule. Und dann kann die Regionale Schule wieder gut ausbilden (Horst Förster, AfD: Das hat er auch gesagt. Genau das hat er auch gesagt.) und motivierte Lehrlinge oder Azubis auf den Weg bringen. Und dann haben wir die Lösung, die wir angehen sollten. Und da kann ich Sie nur auffordern, stimmen Sie den Rezepten der CDU zu (Enrico Schult, AfD: Aber welche Rezepte denn, Herr Renz?) und philosophieren Sie nicht im Nebulösen herum! (Heiterkeit bei Enrico Schult, AfD: Sie müssen doch dann auch mal Rezepte vorlegen.) So müssen wir die Sache angehen. (Nikolaus Kramer, AfD: Das, was Sie sagen, hat er doch gesagt.) Das ist Politik für die Schüler/-innen, für die Eltern, für die Gesellschaft in diesem Lande, um diese Herausforderungen zu lösen. Sie sind herzlich gerne eingeladen, unsere fünf Punkte zu unterstützen, (Nikolaus Kramer, AfD: Ja, dann legen Sie uns doch mal ein Rezept vor!) nicht durch Schreien, sondern durch konstruktives Handeln. (Nikolaus Kramer, AfD: Ja, na nun!) Das sind die Rezepte der CDU. – Herzlichen Dank, dass Sie mir zugehört haben! (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU – Nikolaus Kramer, AfD: Dann legen Sie das doch vor! Dann legen Sie sie doch vor!)
