Barbara Becker-Hornickel
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Erst mal vielen Dank für die Debatte und auch die Bestätigung von allen, dass es ein Thema ist, dem man sich eigentlich gar nicht früh genug und nicht ausreichend genug hingeben sollte, und dass wirklich Einigkeit herrscht, Finanzbildung ist ein wichtiger Baustein ökonomischer Bildung. Aber trotzdem auch vielen Dank für das, was unser Finanzminister hier vorgetragen hat. Das sind alles Dinge, für die man dankbar ist, die man auch nicht so kennt. Aber wir reden hier, das war mein Fokus, über Kinder, die die Schule besuchen, und die Schule ist der einzige Ort, wo sie wirklich hingehen müssen – hoffen wir doch, dass sie dann auch gerne hingehen. Alles andere, was angeboten wird, ist sehr gut, da kann man auch nur dankbar dafür sein, aber da muss man hingehen wollen. Ich finde, wenn man dann als Erwachsener anfängt, sich für sein Geld zu interessieren, ist das sehr löblich, aber vielleicht doch noch etwas spät. Wir reden über das: Tagtäglich sind Lockangebote, ob das die Werbung ist – dafür braucht man noch nicht mal Internet –, Influencer, die Angebote machen, wirklich Dinge erzählen, wie man aus wenig Geld ganz viel Geld macht, aber am Ende eigentlich nur sein Geld verliert. (René Domke, FDP: Ja, das funktioniert ja auch immer.) Das muss man werten können, und ich denke, das ist doch wirklich etwas Gefährliches. Und es ist doch nicht zu fassen, es ist ein Status geworden, dass junge Menschen stolz über ihre Schulden sind. Ja, wo leben wir denn?! (Beifall René Domke, FDP) Also das ist etwas, (Zuruf von Jens-Holger Schneider, AfD) das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Politik macht es vor! – Zuruf von Horst Förster, AfD) Und all die Dinge, was man – und was Sie auch vorgetragen haben, natürlich kommt das in der Schule vor, dass man sich mit all diesen Dingen, wie gestalten sich Verträge, Versicherungen, Steuererklärungen … Die Steuererklärung müssen Sie aber als Kind oder Jugendlicher eher weniger ausfüllen. Aber ich gehe jetzt mal von ein bisschen Taschengeld aus, was sie haben, damit soll man ja üben, wie man mit Geld umgeht, das bekommen sie ja im Wesentlichen vorher. Herr Schiefler, Sie haben so schön ausgeführt, was Sie mit Ihrem ersten selbst verdienten Geld gemacht haben. Ich habe damals in der 8. Klasse mit 14 das erste Mal in einem kleinen Konsum Regale eingeräumt und war stolz wie Bolle. Ich glaube, ich weiß gar nicht mehr, wie viel Geld es war, es war relativ, nicht viel, nicht wenig, und ich bin losgegangen und habe es voller Freude sofort unter die Leute gebracht. Hinterher habe ich ganz schön blöd geguckt. (Zuruf von René Domke, FDP) Ich habe strenge Eltern gehabt, die gesagt haben, was, das willst du haben, ja, du hast doch Geld verdient, das ist dein Pech, wenn du es mit einmal ausgegeben hast. Also das sind Dinge, natürlich habe ich auch sehr früh auch durch mein Elternhaus Soll und Haben kennengelernt, netto, brutto. Aber ich weiß, dass es doch nicht wirklich damit für alle so war. Das war noch viel dann doch, was durchs Elternhaus kam. Ich finde auch die Vorschläge, die hier gemacht wurden, das in Projektwochen zu machen, immer im Unterricht, ich weiß nicht, wie dann der Fokus gestaltet ist, auch für den Einzelnen. Aber in einem Projekt es mal zu üben oder auch mal ein Haushaltsbuch über eine Woche zu führen, (Beifall René Domke, FDP) das sind alles Dinge, die dahin gehen zu sagen, so kannst du mit Geld umgehen. Und über Aktien – das Wort habe ich überhaupt nicht in den Mund genommen, das ist für mich ja schon die hohe Kunst, mit Geld umzugehen –, aber es schadet überhaupt nicht, zu wissen, wie das alles funktioniert. Ich bedanke mich für die gefühlte Zustimmung (Heiterkeit bei Marcel Falk, SPD, Ann Christin von Allwörden, CDU, und René Domke, FDP) für unseren Antrag und werbe dafür, dass die, die sich dazu noch nicht durchringen konnten, vielleicht doch dem Antrag zustimmen können. – Danke schön! (Zuruf von Jens-Holger Schneider, AfD – Beifall René Domke, FDP)
