Jens Schulze-Wiehenbrauk
Wunderschönen guten Tag noch mal von meiner Seite aus! (Torsten Renz, CDU: Ja, hallo! Hallo noch mal!) Frau Präsidentin! Ja, dass wir hier so einer Meinung sind, ist wunderbar, da fehlen mir fast glatt die Worte, dass wir gar nicht weiter hier die offenen Türen einzulaufen brauchen. Das ist ja toll, dass wir da einer Meinung sind! Die AfD hatte schon mal einen ähnlichen Antrag gestellt. Damals hat man ihn abgelehnt, er war als unnötig sozusagen erklärt worden. Dass Sie jetzt natürlich eine neue Herangehensweise hier finden, auch durch das Ministerium, ist ganz toll. Was aber unser Anliegen noch wäre, sagen wir mal, die finanzielle Bildung wirklich einzupflegen, meinetwegen auch bei AWT oder bei Mathematik oder sonst dergleichen, dass auch wirklich mal durchgerechnet wird, wie, sag ich mal jetzt, ein Haushalt funktionieren kann, wie im Haushalt sozusagen das Nettoeinkommen sich aufteilt in die einzelnen Bereiche. Das wissen die meisten Kinder eben nicht. Leider ist es so, das wird viel zu wenig diskutiert, und hier wurde ja die Verschuldung von Jugendlichen schon längst angesprochen. Das Problem liegt leider auch darin, dass sie mit 16 tatsächlich auch schon Verträge abschließen können, die finanzielle Konsequenzen haben. (Horst Förster, AfD: Mit 16?) Auch da ist noch Nachbesserungsbedarf. Aber ein gesundes Bewusstsein in die Richtung, ich kann nur das Geld ausgeben, was ich auch eingenommen habe, womit ja auch der Landtag sich letztendlich angesprochen fühlen dürfte, dass man nur das Geld ausgeben kann, was man irgendwo auch verdient hat, das ist so eine Grundregel, die man wieder in der Bevölkerung bewusst machen muss. Und wenn man hier hört, man ist darauf stolz, Schulden sozusagen vorweisen zu können, irgendeiner wird es schon bezahlen – letztendlich ist es ja auch so, irgendeiner muss entweder auf seine Forderung verzichten, beziehungsweise werden Eintragungen in irgendwelche Listen getätigt, die einem das Leben schon durchaus sehr schwer machen können. Und die Bedeutung von finanzieller Sicherheit oder die Bedeutung von sicherem Umgang mit den Finanzen, das findet in unserer Gesellschaft gar nicht genug Aufklärung. Und von daher bin ich da durchaus davon überzeugt, dass man, ohne jetzt besondere Projekte machen zu müssen, tatsächlich das in den Schulunterricht mit einpflegen kann, und würde auch vorschlagen, auf solche, sage ich mal, „Fridays for Future“-Fahrradkurse zu verzichten und an solchen Stellen dann lieber wertvollen informativen Unterricht zu machen, um die Schüler darüber aufzuklären, wie wichtig das ist. (Jens-Holger Schneider, AfD: Sehr richtig!) Die Finanzen, das Thema Finanzen begleitet einen ein ganzes Leben, da kann man wirklich sehr viele Fehler auch schon in der Jugend machen, die dann ganz schwer auszumerzen sind. Natürlich habe ich auch aus meiner Fraktion gehört, ja, das ist Aufgabe des Elternhauses, aber damit sind ja schon manche Elternhäuser überfordert. Wir haben ja von der Sache her eine ganze Generation, wo das nicht passiert ist, wo leider diese finanzielle Bildung nicht stattgefunden hat. (Torsten Renz, CDU: Welche Generation meinen Sie denn jetzt?) Jetzt die unmittelbare, die nach zum Beispiel 1990 sozusagen dann sich entwickelt hat. (Zuruf von Horst Förster, AfD) In dieser Folge war ja die finanzielle Bildung sehr schwach. Wir haben ja damals auch Lebensläufe erlebt, die sich komplett überschuldet haben und eigentlich nicht wussten, was sie da veranstaltet haben. (Torsten Renz, CDU: Ihr Jahrgang hat gute finanzielle Bildung erhalten, ja?) Bitte schön? Zu wenig finanzielle Bildung, wenn ich das so konkretisieren darf. (Torsten Renz, CDU: Ich sage, Ihr Jahrgang?)
