Jutta Wegner
Ja, vielen Dank! Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Wir haben heute über frühkindliche Bildung gesprochen. Gehört haben wir Zahlen, Konzepte, Absichten. Aber hören Sie genau hin: Am Ende zählt nicht, wie wir reden, am Ende zählt, welchen Start wir unseren Kindern ermöglichen. (Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Unsere Fachkräfte sind exzellent, engagiert, motiviert, aber sie sind überlastet. Mecklenburg-Vorpommern: schlechteste Fachkraft-Kind-Relation bundesweit, fast doppelt so viele Kinder pro Fachkraft wie anderswo – (Zurufe von Tilo Gundlack, SPD, und Christian Albrecht, Die Linke) Alltag, jeden Tag, für jede Fachkraft, für jedes Kind. Und unter diesen Bedingungen dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn bei der Schuleingangsuntersuchung jedes vierte Kind auffällig ist. Da helfen auch die Mittel offensichtlich nicht, die für die Sprach-Kita zur Verfügung gestellt werden. (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) Qualität kostet Geld. Schlechte Bedingungen kosten viel mehr. (Tilo Gundlack, SPD: Was für schlechte Bedingungen?) Wir zahlen, wir zahlen den Preis, nur sehr viel später kostet das zu viel. (Tilo Gundlack, SPD: Was erzählt sie da vorne wieder?!) Vor einem Jahr gab es eine Volksinitiative. Vor einem Jahr hat die Regierung versprochen, einen Stufenplan zu erstellen, der jetzt, wir haben es gehört, auf 2027 verschoben wird – auf Bitten der Kommunen, ich will das nicht unterschlagen. (Glocke der Präsidentin) Wir haben viel Geld in die Ausbildung von Erzieher/- innen gesteckt, die jetzt, wenn sie ihre Ausbildung abschließen, Angst haben, ob sie denn übernommen werden. Was ist passiert? Nichts, keine Umsetzung, nur Worte, (Jeannine Rösler, Die Linke: Das stimmt doch nicht.) viel Lärm und nichts dahinter. (Elke-Annette Schmidt, Die Linke: Das ist ungerecht.) Kitas werden nicht durch Worte gerettet, Kitas werden durch Entlastung gerettet, durch kleinere Gruppen, (Jeannine Rösler, Die Linke: Sie werden auch entlastet.) durch verlässliche Arbeitsbedingungen, durch ein finanzielles Fundament, das Bestand hat. Punkt! Wir hören oft vom demografischen Wandel. Ja, wir erwarten in Zukunft weniger Kinder. Und das ist keine Krise, das ist eine Chance. (Tilo Gundlack, SPD: Was?!) Weniger Kinder bedeuten, bei gleichen Kosten können wir die Fachkraft-Kind-Relation deutlich verbessern. (Zuruf von Tilo Gundlack, SPD) Kleinere Gruppen, mehr Zeit für jedes Kind, bessere Qualität, das war doch Ihr Plan, liebe Koalition. (Der Abgeordnete Enrico Schult bittet um das Wort für eine Anfrage.) Wir fordern deshalb kleinere Gruppen für alle Altersstufen, sichere Arbeitsbedingungen, damit Fachkräfte bleiben, … (Rainer Albrecht, SPD: Haben die auch das Finanzierungskonzept dabei?)
