Jutta Wegner
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Heute geht es um unsere Kinder, um ihre Zukunft, um die Frage, wer übernimmt Verantwortung oder spielt nur auf Zeit. Wir Bündnisgrünen sagen klar, Mecklenburg-Vorpommern hat gut ausgebildete Fachkräfte, überdurchschnittlich viele. Sie sind unser Kapital, unsere Chance, unsere Zukunft. Und trotzdem, was passiert? Die Realität ist bitter, Mecklenburg-Vorpommern hat bundesweit die schlechteste Fachkraft-Kind-Relation. (Torsten Renz, CDU: Hört, hört!) Eine Fachkraft betreut hier fast doppelt so viele Kinder wie in westlichen Bundesländern. Die Ausbildung – hervorragend, die Zeit, sie anzuwenden – Fehlanzeige. Und während wir handeln wollen, lesen wir Mitteilungen anderer Fraktionen, insbesondere derer, die derzeit im Bildungsministerium den Hut aufhaben – warme Worte, (Zuruf von Torsten Renz, CDU) schöne Formulierungen, Zukunftskonferenzen, Workshops – alles sehr nett. Aber was passiert danach? (Torsten Renz, CDU: Nicht die SPD wählen!) Keine Taten, keine konkreten Schritte. Worte machen keine einzige Gruppe kleiner, sie füllen keine Lohntüte, sie verhindern keine Schließungen, sie entlasten keine überlasteten Fachkräfte. Ich sage es deutlich: Wir können uns nicht mit warmen Worten zufriedengeben. Wenn Die Linke in ihrer Pressemitteilung von Impulsen aufnehmen und Impulse diskutieren spricht, sagen wir, wir brauchen konkrete Politik, (Torsten Renz, CDU: So ist es.) klare Entscheidungen, wirksame Maßnahmen. (Torsten Renz, CDU: Ja.) Wir Bündnisgrüne setzen auf Qualität und Verlässlichkeit. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Wir fordern, 1 : 4 für Kinder unter drei, 1 : 10 für Kinder von drei bis sechs, 1 : 17 für Grundschulkinder. Ein bloßer Perspektivplan, liebe Kolleg/-innen von der CDU, reicht uns nicht aus. (Torsten Renz, CDU: Das ist auch noch mal ein Unterschied, ne?) Kleinere Gruppen, gute Arbeitsbedingungen, verlässliche Kitastrukturen – das schützt Arbeitsplätze, das verhindert Schließungen, und es kommt den Kindern zugute. Wir brauchen ein langfristiges Finanzierungskonzept, das Qualität, Beitragsfreiheit und kommunale Handlungsfähigkeit zusammendenkt. (Beifall Constanze Oehlrich, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Nur so bleiben unsere Kitas stark, leistungsfähig, kindgerecht – heute, morgen, in der Zukunft. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir haben die Chance, den demografischen Wandel als wirkliche Chance zu nutzen, nicht als Vorwand für Kürzungen, nicht als Rechtfertigung für schöne Worte ohne Taten. Frühkindliche Bildung ist keine Ausgabe, sie ist eine Investition, eine Investition in unsere Kinder, in unsere Familien, in unsere Fachkräfte, in die Zukunft Mecklenburg-Vorpommerns. Und ich appelliere: Liebe Landesregierung, handeln Sie endlich! Liebe Kolleginnen und Kollegen der anderen Fraktionen, Worte allein retten keine Kitas. Setzen Sie auf Qualität statt Kahlschlag und leere Versprechungen! Unsere Kinder haben nur diese eine Chance. Wir Bündnisgrüne stehen bereit, dafür einzutreten, heute und jeden Tag. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
