Bettina Martin
Also in der Tat hat das Land Mecklenburg-Vorpommern keine Hymne als offizielles Landessymbol. Die Einführung einer Hymne wäre ein Rechtsakt. Das ist, glaube ich, klar. Ich glaube, Sie sprechen auf das „Wo die Ostseewellen trecken an den Strand“ an, was wir dort ja gehört haben, das wird öfter mal gesungen, oder das „Pommernlied“, beides bekannt und beliebt im Land. In der Tat gab es seit 1990 einige Initiativen, um eine Hymne irgendwie einzuführen, ein gemeinsames Landeslied, ein offizielles. Und Sie stellen jetzt, glaube ich, ab auf das 2016 vom Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur auf den Weg gebrachte Programm „Meine Heimat – Mein modernes Mecklenburg-Vorpommern“. Und da war in der fünften Säule ja die Prüfung der Einführung einer Hymne für alle Mecklenburger und Vorpommern vorgesehen. Daran anknüpfend gab es dann vom Heimatverband e. V. in 2017 und 2018 einen Wettbewerb „So klingt MV“. Und da gab es etwa 150 Einsendungen und eine Jury hat nach einem bestimmten Kriterienkatalog dann auch eine Entscheidung getroffen und 2019 in Zusammenarbeit mit dem Landesfunkhaus Schwerin unter dem Publikum von NDR MV eine Abstimmung gemacht. Und da wurde dann der beliebteste Titel von Karl-Heinz Darm (Kally), „Mein Mecklenburg-Vorpommern“ ausgewählt und am 10.04.2019 gekürt. Und danach gab es dann Vorwürfe, Plagiatsvorwürfe, und eine ziemlich bunte und längere Debatte, öffentliche Debatte. Es gab auch eine Anzeige wegen Plagiatsvorwürfen. Die Ermittlungen wurden aber dann zurückgezogen, also eingestellt. Und insofern ist, seitdem hat sich der Herr Darm zwar dafür entschieden, die Nutzungsrechte an den Heimatverband abzutreten, aber der Heimatverband hat in der Folge auf Aufführung des Titels verzichtet und stellt jetzt stattdessen sukzessive die beim Wettbewerb eingereichten Beiträge auf seiner Internetseite vor. Und weitere Bemühungen darüber hinaus beim Heimatverband sind mir nicht bekannt.
