Dr. Wolfgang Blank
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Moin! Ich freue mich zunächst mal, dass dieses wichtige Thema hier noch ein so volles Hohes Haus hier begrüßen kann. (René Domke, FDP: Das liegt am Thema. – Zuruf von Torsten Koplin, Die Linke) Ich glaube, das ist ein gutes Zeichen, das wir nach außen zeigen, denn wenn wir diese Entscheidung heute hier breit fällen, glaube ich, helfen wir hier nicht nur der Branche, sondern auch denjenigen, um die es heute hier geht. Ich will zunächst, weil das Thema etwas breiter gefasst wurde, noch ein paar Zahlen anführen, was das Thema Tourismus anbetrifft. Das Jahr 2025 ist touristisch gut angelaufen. In den ersten vier Monaten wurden rund 1,7 Millionen Gäste in Mecklenburg-Vorpommern gezählt, deutliches Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum von knapp 6 Prozent. Ebenso erfreulich verzeichnen wir etwa 6,3 Millionen Übernachtungen nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes, auch ein deutliches Plus von 5,7 Prozent. Und wenn wir auf die Aufenthaltsdauer und den Vergleich schauen, liegen wir an der Spitze mit 3,7 Tagen knapp vor Schleswig-Holstein. Es folgen das Saarland und Bayern mit 2,5 Tagen. Die Tourismusbranche entwickelt sich weiter gut. Auch die Zahlen des letzten Jahres, 32,9 Millionen Übernachtungen waren es gegenüber dem Vorjahr und erreichten wieder fast das Niveau von 2019. Unser Land gehört zu den beliebtesten Urlaubsregionen in Deutschland. Küsten, Seenlandschaften, Nationalparks, Städte ziehen jedes Jahr Millionen Gäste – im letzten Jahr waren es 8 Millionen Gäste – an. Dass wir so gut dastehen, verdanken wir vielen Faktoren, (Zuruf von Julian Barlen, SPD) zum einen den vielen Unternehmerinnen und Unternehmern, die seit 1990 mit Mut, Engagement, Einsatz diese Branche aufgebaut haben, im gleichen Maße – ich betone, im gleichen Maße – dem immer sehr kompetenten und motivierten Team der Belegschaft, in der personal- und dienstleistungsintensiven Branche Tourismus, die sich mit Hingabe nicht nur in ihren Unternehmen, sondern vor allem auch den Gästen verschrieben haben. Und da ist auch die Förderpolitik der 35 Jahre zu nennen. Immerhin 3,1 Milliarden Euro sind in den letzten 35 Jahren in Maßnahmen des Tourismus geflossen, betrifft Infrastruktur und gewerbliche Vorhaben mit einem Hebel von 1 : 2,5. Also es wurden Maßnahmen von knapp 8 Milliarden Euro dadurch initiiert. Und genauso ganz ausdrücklich zählt dazu letztlich die sehr erfolgreiche Arbeit des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, der die Branche mit einem breiten Portfolio an Marketingmaßnahmen begleitet, unterstützt hat. Ich danke ausdrücklich hier auch nochmals den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich auch heute Morgen ja noch mal gemeldet haben und sich sehr konstruktiv auf den weiteren Weg auch einlassen wollen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke) Heute wollen wir einen Schritt gehen, um die Rahmenbedingungen dafür zu verbessern oder auch wieder zu ermöglichen. Was die Branche anbetrifft, gibt es trotz der guten Entwicklung Herausforderungen, große Herausforderungen, Fachkräftesicherung, Kostenentwicklung, verändertes Buchungsverhalten und, und, und, Herausforderungen, aber auch ungenutzte Chancen. Wir sprechen oft über das Thema der Internationalisierung. Nach der Entwicklung der letzten Monate bringen wir mit der MV Tourismus GmbH ein zentrales Instrument zur Begleitung dieser Entwicklung auf den Weg zur strategischen Entwicklung, zur Steuerung und Vermarktung des Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern. Wir haben hier schnell eine schlanke Struktur ins Leben gerufen beziehungsweise wollen die ins Leben rufen und schlagen die mit dem Antrag vor. Die Gesellschaft schafft die Voraussetzungen dafür, dass das Tourismusmarketing des Landes erfolgreich fortgeführt werden kann. Wir schaffen Rahmenbedingungen, die dem Tourismus in unserem Land helfen, seine Position im nationalen und – toi, toi, toi – dann auch im internationalen Wettbewerb zu stärken. Die Gesellschaft soll wesentliche Geschäftsfelder des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern übernehmen und insbesondere die strategische Koordination verbessern und für mehr Effizienz sorgen. Sie wird bündeln und koordinieren im engen Schulterschluss mit den Regionen und den touristischen Leistungsträgern vor Ort, aber natürlich mit der Verwaltung und der Landesregierung ebenfalls. Die Regionalität ist und bleibt das Herz des Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern. Die Gesellschaft mit Sitz in Rostock soll spätestens zum 1. Oktober 2025 gegründet sein und ihre Arbeit aufnehmen. Ihre Aufgaben umfassen die Entwicklung und Steuerung der touristischen Landesmarke, die Führung dieser Marke, die Durchführung nationaler und internationaler Kampagnen, Vermarktungskampagnen, Marktforschung, Trendbeobachtung, Zielgruppenanalyse, Qualitätssicherung und Innovationsentwicklung sowie auch Netzwerkarbeit mit den regionalen Organisationen. Die Kontrolle der Landesgesellschaft erfolgt über einen dreiköpfigen Aufsichtsrat mit je zwei Vertreter/-innen des zuständigen Fachministeriums und einem des Finanzministeriums. Darüber hinaus soll ein Beirat mit Akteuren der Wirtschaft, Politik und Gesellschaft eingerichtet werden. Dieser Beirat wird bei der strategischen Ausrichtung den Aufsichtsrat, die Gesellschaft und die Geschäftsführung unterstützen. Und ja, die neue Gesellschaft fängt nicht bei null an, sie wird auf der guten Arbeit des TMV aufsetzen. Sie wird die geeigneten Sachmittel und nutzbaren betrieblichen Strukturen übernehmen. Auch die Beschäftigten des Verbandes sollen nach den Regeln des Betriebsübergangs, also Paragraf 613a BGB, übernommen werden. Mit der MV Tourismus GmbH werden wir auch die Zukunftsthemen fortführen. Dazu zählen die Weiterentwicklung der Landestourismuskonzeption und der weitere Aufbau einer Tourismusakademie im Land. Hier gilt es, den Prüfauftrag der Koalitionsvereinbarung, der erfüllt ist – und eine Machbarkeitsstudie liegt vor –, in ein umsetzbares Konzept weiterzuentwickeln. Und ja, auch das Thema Tourismusgesetz soll weitergeführt werden. Der Staatssekretär wird im vierten Quartal in einer sogenannten Dialogtour das Gespräch in den Destinationen führen, um die Überarbeitung des Tourismusgesetzes für die nächste Legislaturperiode vorzubereiten. Meine Damen und Herren, um die Herausforderungen im Tourismus zu meistern, aber auch die Chancen zu nutzen, braucht es, bedarf es der engen Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaft, dem Land, der Landesregierung, den Regionen, aber auch den Menschen im Land. Ich danke hier allen, die diesen Weg bisher konstruktiv begleitet haben und ihn weiter mitgehen werden. Ich bitte Sie um Ihre Zustimmung zu unserem Antrag, darf Sie recht herzlich heute schon zum Tourismustag am 6. und vor allem am 7. November nach Ulrichshusen einladen und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit. – Herzlichen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke – Patrick Dahlemann, SPD: Sehr gut!)
