Hannes Damm
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Abgeordnete der demokratischen Fraktionen! Unsere drei Sportgymnasien in Schwerin, Neubrandenburg und Rostock sind tragende Säulen für die Nachwuchsförderung im Leistungssport. Sie geben jungen Menschen die Möglichkeit, schulische Bildung und sportliche Ambitionen miteinander zu verbinden. Und damit die jungen Menschen dieses Angebot auch wahrnehmen können, braucht es unser aller Unterstützung, denn dass diese besondere Ausbildung auch zusätzliche Kosten mit sich bringt, dürfte niemanden überraschen. Aus Sicht meiner Fraktion sollten diese Kosten aber gerade nicht auch noch von den Eltern getragen werden, jedenfalls nicht vollständig. Eltern tragen in unserer Gesellschaft ohnehin bereits deutlich höhere Lasten als der Durchschnitt der Bevölkerung. Sie erledigen kostenlose Care-Arbeit, schränken sich dabei in ihrer eigenen Freizeitgestaltung ein und sichern so letztlich die Zukunft unserer Gesellschaft ab. Und wer selbst Eltern von jungen Sportler/-innen ist, dem brauche ich von freien Wochenenden ja auch gar nichts zu erzählen. Dabei hält meine Fraktion es für absolut geboten, dass wir mit staatlichen Mitteln durch den Internatslastenausgleich die Eltern ein Stück weit entlasten. Über die Ungerechtigkeit und die damit verbundenen Folgen, die in den vergangenen Jahren an der Christophorusschule Rostock als Ersatzschule bestanden, haben ja meine Vorredner/-innen bereits berichtet. Auch deshalb hatten wir gemeinsam mit CDU und FDP im Jahr 2023 mit unserem Antrag „Elternbeiträge an den Internaten der Sportgymnasien in Mecklenburg-Vorpommern begrenzen und neu regeln“ den dringenden Handlungsbedarf deutlich gemacht. Dabei haben wir zudem kritisiert, dass die Elternbeiträge an unseren Sportinternaten im bundesweiten Vergleich bereits auf einem sehr hohen Niveau waren, mit den angekündigten Erhöhungen auf bis zu 690 Euro monatlich sogar darüber hinausgeschossen sind. Damals ist es auch unter dem Druck unserer Initiative gelungen, diese enorme Belastung für Familien kurzfristig abzufedern. Die Landesregierung hatte noch am Tag vor der Debatte eine provisorische Lösung verkündet. Gleichzeitig stand die von uns geforderte nachhaltige Neuregelung weiterhin aus. Der Landessportbund hat in Folge zwar die maximale Fördersumme für Kadersportler/-innen erhöht, doch ohne eine entsprechende Anpassung der Landesmittel konnte dieser Schritt die drastische Kostensteigerung nicht ausgleichen. Für uns als GRÜNE ist klar, diese finanzielle Ungerechtigkeit ist nicht tragbar. Wir dürfen nicht zulassen, dass junge Menschen, egal in welchem Bereich, an wirtschaftlichen Hürden scheitern oder gezwungen sind, in andere Bundesländer abzuwandern. Chancengleichheit, das bedeutet, dass jedes Kind und jede jugendliche Person die Möglichkeit haben muss, ihre sportliche und persönliche Entwicklung frei von solchen Barrieren auch bei uns in Mecklenburg-Vorpommern zu entfalten. Wir begrüßen daher, dass mit der Gesetzesänderung nun die Weichen richtig gestellt werden. Auch Ersatzschulen werden künftig in den Internatslastenausgleich einbezogen. Damit schaffen wir endlich gleiche Rahmenbedingungen an allen drei Standorten, ein wichtiger Schritt für mehr Gerechtigkeit. Zugleich erreichen wir eine Stärkung des Schul- und Leistungssportstandortes Rostock mit seinen Bundesstützpunkten im Segeln, Rudern und Wasserspringen. Und ich möchte zum Schluss auch noch eines betonen, Sport, das ist viel mehr als Bewegung und Leistungsvergleich. Sport prägt Charaktere, der vermittelt Fairness, Zusammenhalt, Respekt und Kraft, auch in schwierigen Zeiten durchzuhalten. Und gerade jetzt brauchen wir diese Werte in unserer Gesellschaft vielleicht mehr denn je. Und genau deshalb ist es unsere Aufgabe, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit junge Menschen sich hier bei uns frei entfalten können. Wir stimmen dem Gesetzentwurf zu. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Philipp da Cunha, SPD)
