landtag-mv.de ↗

Christian Albrecht

Die Linke 16.07.2025 Sitzungen 8/111

Ja, sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir befassen uns heute zum zweiten Mal hier im Plenum mit dem Sportfördergesetz. Wir haben uns ja auch vorher schon lang und breit mit dem Thema auseinandergesetzt und hatten hier Befassungen auf Antrag von verschiedenen Fraktionen im Plenum, wir haben uns in den Ausschüssen dazu auseinandergesetzt, auch für mich als Rostocker Abgeordneten auf kommunaler Ebene hat das eine Rolle gespielt, und ich glaube, wir sind alle miteinander froh, dass wir jetzt mit diesem Gesetzentwurf eine Lösung für das zugrunde liegende Problem haben. Jetzt hatte ich mir das eigentlich im Rahmen meiner Rede nicht vorgenommen, weil ich mich später eingeordnet hätte, aber jetzt muss ich ja trotzdem mal drei Sätze zur Genese sagen. Ihnen ist das bekannt, dass wir in Rostock den Sonderfall haben, dass wir anders als an den beiden anderen Standorten kein kommunal getragenes Internat haben für die Sportkader, sondern ein privat getragenes. Und da gab es dann eben eine Lücke, die zum Tragen gekommen ist und in der Konsequenz dazu geführt hätte, durch steigende Kosten, dass in Rostock drohten pro Monat für die Unterbringung bis zu 800 Euro aufgerufen zu werden, wenn nicht das Land hier an der einen oder anderen Stelle unterstützt. Das sind natürlich Preise, die sind weit davon entfernt, sozial verträglich zu sein. Hier drohte dann eine soziale Auslese bei den Sportkadern, und das läuft ja letztendlich auch wieder dem dem Sport zugrunde liegenden Gedanken zuwider, dass es ja um die individuelle Leistung geht, um das sportliche Vermögen und nicht darum, wessen Eltern sich so eine Kaderunterstützung leisten können. Das Problem war eben durchaus virulent, ist immer wieder hier auch reingetragen worden. In der Folge drohen dann geringere Aufnahmezahlen, Abmeldung von Nachwuchsathlet/-innen, Abwanderung von Talenten in benachbarte Bundesländer, und das würde wiederum den Sportstandort Mecklenburg-Vorpommern schwächen. Zudem haben wir beim CJD in Rostock – also dem Träger, der das dann macht – den Umstand, dass die die schulische Ausbildung und die Internatsunterbringung der Landeskader sowie der Bundeskader an den Bundesstützpunkten Segeln, Rudern und Wasserspringen abdecken. Weiterhin werden ja auch wichtige Unterstützungsleistungen geleistet, flexible Regelungen zur Absolvierung des Trainings und der Wettkämpfe entsprechend den Rahmentrainingskonzeptionen und so weiter und so fort, und auch das stünde ja in der Folge, wenn sich so eine Kette weitersetzt, letztendlich zur Debatte. Und in letzter Konsequenz könnte sogar der Verlust des Status als Bundesstützpunkt in Rostock im Raum stehen. Das wollen wir ja alle miteinander nicht, da bin ich mir relativ sicher, auch fraktionsübergreifend. Und dafür ist jetzt eben dieses Gesetz vorgelegt worden. Dort haben sich Land, auch die Schulen und die kommunalen Ebenen zusammengesetzt und eine gute Lösung gefunden, die dann auch schon relativ zeitnah ab 1. August 2025 gelten soll. Langer Rede kurzer Sinn: Man hat sich auf eine Regelung geeinigt. Die kommunalen, also die Schulträger, zahlen dann jeweils für ihre Schüler, die an den Schulen unterwegs sind – im CJD haben wir ja auch eine ganze Reihe von Schülerinnen und Schülern, die im Landkreis Rostock unterwegs sind, die hätten bisher nicht den Schullastenausgleich zahlen müssen, machen das jetzt –, dann noch ein paar andere Mechanismen, die hier zum Tragen kommen, sodass am Ende deutlich mehr Geld zur Verfügung steht, die Finanzierung gesichert ist und eben genau diese Kostenexplosion abgewendet werden kann. So, wie ich das bisher wahrgenommen habe, zumindest hier in der Ersten Lesung und auch in den Gesprächen mit der Schule, scheint das eine sehr gute Lösung zu sein, die von allen miteinander auch getragen wird. Natürlich, letzter Kritikpunkt, der immer wieder herangetragen wird, ist dann der Wunsch, das hätte alles schneller sein können. Ja, ich glaube, das wünschen wir uns bei vielen Debatten, aber gut Ding will Weile haben, und am Ende zählt ja dann auch, was hierbei rumkommt. Und wir haben jetzt eben im Sommer eine verbindliche und auch eine belastbare Lösung für die Sportlerinnen und Sportler, und das ist doch eine gute Sache. Ich denke, das ist auch notwendig, dass wir hier dazu kommen, denn nach wie vor haben wir ja eine Olympiabewerbung auch im Raum stehend, wo wir als Land und auch als Hansestadt Rostock uns auf den Weg machen wollen. Und ich glaube, da steht es uns gut zu Gesicht, wenn wir auch ... (Zuruf von Sebastian Ehlers, CDU) Was? (Sebastian Ehlers, CDU: Ohne Bürgerentscheid.) Ja, gut, das habe ich jetzt nicht unmittelbar in der Hand. Genau, aber das steht ja noch an, da ist ja auch nächste Woche die Entscheidung. Ich glaube, das geht dann auch Hand in Hand, wenn wir hier noch mal ein Zeichen setzen, wir kümmern uns um die Förderung unserer Kader und dann eben auch mit Blick auf Olympia. Denn bei der letzten Olympiade 2024 hatten wir mit Jette Müller, Max John und Claudine Vita schon drei Landeskinder, die da sehr erfolgreich mitgewirkt haben. Und wenn wir möchten, dass bei einer hoffentlich erfolgreichen Olympiateilnahme 2040 oder 2044 noch ein paar andere Landeskinder uns dann dort vertreten können, dann müssen wir natürlich auch in die Förderung reingehen. Da ist das hier ein wichtiger Beitrag, und entsprechend würde ich mich freuen, wenn Sie dem Gesetzesentwurf zustimmen. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke)

Alle Reden von Christian Albrecht Protokoll ↗