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Barbara Becker-Hornickel

FDP 27.06.2025 Sitzungen 8/110

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ja, er fliegt im dritten Anlauf. Wer kennt sie nicht, die Kormorane, wie sie Flügel trocknen auf Stein oder auch Stange stehen?! Immer, wenn ich von Schaprode aus nach Hiddensee fahre, dann sind alle Touris begeistert, ach, die schönen Vögel. Aber die Kormoranproblematik ist in Mecklenburg-Vorpommern seit Jahren bekannt, aber gelöst ist sie keineswegs. Unser Land beherbergt laut Kormoranbericht nach wie vor den größten Kormoranbestand aller Bundesländer, etwa die Hälfte des gesamtdeutschen Bestandes. Die Auswirkungen auf Fischbestände, Fischerei, Teichwirtschaft und Ökosysteme sind gravierend. Darüber haben wir jetzt, denke ich, auch genügend gesprochen. Allein die Futtermenge verdeutlicht die Dimension. Ein einziger Kormoran frisst bis zu 800 Gramm Fisch pro Tag. (Zuruf von Dr. Sylva Rahm-Präger, SPD) Hochgerechnet auf den Bestand in unserem Land sind das mehrere Tausend Tonnen Fisch pro Jahr. Herr Timm hat sich ja dort Mühe gegeben, uns die Zahlen noch mal vorzutragen. Und er frisst alles. Er frisst auch Arten, die ohnehin unter Druck stehen. Nicht zu vernachlässigen sind auch die himmelhohen Stickstoff-Nmin-Werte, die durch Kormorankolonien in Insellage regelmäßig zu messen sind. (Unruhe vonseiten der Fraktion der SPD) Aber dieser Antrag überzeugt weder fachlich noch methodisch. Zunächst, der Begriff „biologisch abbaubar“ klingt harmlos, ist aber unscharf. (Glocke der Vizepräsidentin) Auch sogenannte Biokunststoffe können in der Umwelt Rückstände hinterlassen, etwa Mikroplastik. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Und warum man ausgerechnet in Gewässernähe mit Öl arbeiten will, bleibt unbeantwortet. (Zuruf von Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD) Wo ist die Bewertung möglicher Nebenwirkungen? Was uns besonders irritiert, es gibt praxiserprobte Vergrämungsmethoden, etwa durch Störungen mit Motorbooten während der Brutzeit, wo die Brut dadurch minimiert werden könnte. Außerdem gibt es da noch die naheliegende Methode, den Abschuss. Die FDP hat in diesem Haus in der Vergangenheit bereits gefordert, (Unruhe vonseiten der Fraktion der SPD – Glocke der Vizepräsidentin) die rechtlichen, die rechtlichen Möglichkeiten, die das Bundesnaturschutzgesetz zur Entnahme von Kormoranen bietet, besser auszuschöpfen. Diese Möglichkeit besteht weiterhin. Ihr Antrag findet nicht unsere Zustimmung. – Danke schön!

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