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Thore Stein

AfD 26.06.2025 Sitzungen 8/109

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kollegen! Ich möchte mit einem Gedicht beginnen, das dem einen oder anderen bekannt ist, Oskar von Riesenthal: „Das ist des Jägers Ehrenschild, Daß er beschützt und hegt sein Wild, Waidmännisch jagt, wie sich’s gehört, Den Schöpfer im Geschöpfe ehrt!“ Und genau hierum geht es in unserem heutigen Antrag. (Beifall Jens-Holger Schneider, AfD) Es geht darum, dass wir unser Wild hegen und dass wir somit die Schöpfung ehren. Und eine der bekanntesten Wildarten in unserem Bundesland oder insgesamt, glaube ich, für den geneigten Besucher der Naturlandschaft, das ist das Rotwild, welches doch irgendwie stellvertretend steht für die majestätischen Wildarten, die in unseren Wäldern, die durch unsere Wälder streifen. Doch unserem Rotwild geht es nicht gut. Zwar ist es so, dass in Mecklenburg-Vorpommern die Probleme, die andernorts bestehen, noch nicht so gravierend sind, aber das liegt nur daran, dass die Probleme, die mittlerweile in die Rotwildbestände Einzug gehalten haben, erst sehr spät tatsächlich im Phänotyp auftreten, obwohl sie schon lange in der Genetik der Bestände vorhanden sind. Es geht konkret darum, dass Rotwild als sehr wanderungsfreudige Art auf einen ständigen und regen Genaustausch angewiesen ist. Das heißt, vereinzelte Populationen müssen durch das Wanderverhalten männlicher Hirsche ständig aufgefrischt werden hinsichtlich ihrer genetischen Zusammensetzung. Und hier steht es insgesamt in Deutschland, aber auch zunehmend in Mecklenburg-Vorpommern sehr schlecht um die Möglichkeit dieses genetischen Austauschs, denn dafür sind freie Wanderwege von immanenter Bedeutung. Und was der Straßenbau in den vergangenen Jahrzehnten schon verursacht hat, dürfte, glaube ich, mittlerweile jedem bekannt sein, denn jeder von uns hat schon einmal diese durchaus sinnvollen Grünbrücken über Autobahnen gesehen, die genau dafür dienen, nämlich die Wanderungskorridore der Tiere über die Region hinaus zu gewährleisten. Mecklenburg-Vorpommern hat rund 14 dieser autobahnüberquerenden Bauwerke. In den letzten Jahren ist jedoch etwas Neues hinzugekommen, was die Wanderungsrouten, die Wanderrouten, die oftmals über Jahrzehnte bis hin zu Jahrhunderten etabliert sind, durchschneidet. Und das sind die Freiflächenphotovoltaikanlagen, denn jeder, der diese Anlagen schon einmal betrachtet hat, der weiß, wir reden hier über Hunderte von Metern bis hin zu Kilometer langen Zäunen, die diese Anlagen umgeben und die ein Sperrwerk, ein Bollwerk einmal quer durch die Landschaft schneiden und somit jegliche Wanderungsbewegung von Wildarten unterbinden, zusätzlich zu den sowieso schon sehr eingeschränkten Möglichkeiten aufgrund des Infrastrukturausbaus in Form von Straßen und Autobahnen, von denen wir in Mecklenburg-Vorpommern ja vergleichsweise wenige haben. Und nun bedroht allerdings in diesem doch noch vorhandenen Eldorado Mecklenburg-Vorpommern der Freiflächenphotovoltaikausbau diese Wanderrouten, denn bisher spielte es keinerlei Rolle in der Bewertung, in der Ausweisung solcher Flächen, ob hier in sensible Ökosysteme in Form von Wildtiereinständen oder eben Wanderrouten eingegriffen wird. Es ist bisher für den Planer beziehungsweise den Investor nicht notwendig, sich hier einmal zu informieren beziehungsweise vorab zu prüfen, inwieweit die Errichtung einer Anlage – und hier geht es ja nicht um die Anlage als solche, sondern hier geht es um die begleitenden Zaunflächen –, ob die in irgendeiner Art und Weise hier etablierte Wildwechsel, wie es in waidmännischer Sprache heißt, zerschneidet. Und das alles führt dann dazu, dass das Wild gezwungen ist auszuweichen oder einfach gar nicht mehr wandert. Es bleibt dann in seinen Einständen stehen, es verringert seinen Wanderungsradius oder es weicht eben auf andere Flächen aus. Wir haben dann Probleme mit einem verstärkten Äsungsdruck auf diesen Flächen, wir haben aber auch eine Ausweichbewegung eben dann in infrastrukturstärker ausgebaute Regionen. Das heißt, wir haben es auch mit vermehrten Vorkommen von Wildunfällen zu tun auf den Straßen, und das alles eben, weil diese Zäune – jeder kennt sie, zwei Meter hoch, undurchlässig für alles, was größer als eine Feldmaus ist – diese Wanderungsbewegungen schlichtweg unterbinden. Und unser Antrag, der zielt jetzt nicht einfach darauf ab, dass man doch bitte in den Kriterienkatalog der abzufragenden Kriterien und Notwendigkeiten für die Errichtung einer solchen Anlage zumindest einmal prüft, inwieweit man denn hier eingreift in etablierte Wildwechsel von Wildarten, die zwangsläufig darauf angewiesen sind, sich durch einen genetischen Austausch, geschaffen durch weite Wanderungsrouten, entsprechend in ihrer Art zu erhalten. – Herzlichen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)

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