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Christian Pegel

26.06.2025 Sitzungen 8/109

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Uns trennt, dass ich einfach gute bundesdeutsche Traditionen mag. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Das, was Sie hier kritisieren, ist jahrzehntealte Tradition in der Bundesrepublik Deutschland. Und deshalb finden Sie es im Übrigen auch in allen 16 Bundesländern und auch in den Regeln der Bundesregierung für die ihr unterstehenden Bundesbehörden. Die Einzigen, die in der Tat vor wenigen Wochen ausgeschieden sind, die sich aus einer guten bundesdeutschen Tradition verabschiedet haben, ist das Bundesland Thüringen. Das hier, was wir praktizieren, ist gute deutsche Tradition. Sie können jetzt sagen, ich hätte lieber französische, amerikanische oder welche Tradition auch immer. (Thore Stein, AfD: Wir sind sehr offen da, ja.) Ich bin, ich bin immer offen, wenn ich in andere Länder fahre, aber ich eigne mir hier das Duzen der USamerikanischen und der englischen Sprache nicht an, weil ich das Siezen zum Beispiel einen sehr schönen Umgang finde. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Ach, ist das jetzt kulturelle Aneignung, oder was, wegen der Deutschlandfahne?!) Ich finde, das ist eine sehr schöne Tradition, die die deutsche Sprache besitzt. Das gilt auch für andere Traditionen. Was ist die Idee, die die bundesdeutsche Tradition dahinter hat? Sie versuchen ja hier den Eindruck zu erwecken, es sei der Hass auf die deutsche Fahne. Das ist Blödsinn! (Nikolaus Kramer, AfD: Nein, das habe ich mit keinem Wort gesagt. – Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Oh doch! Oh doch! Es war deutlich die Suggestion, der Versuch zu sagen, zu zeigen das Niederringenwollen von öffentlichen Hoheitszeichen, die Ablehnung dessen, was Staat verkörpert. Ganz im Gegenteil: Diese bundesdeutsche Tradition ist gerade Respekt vor diesen Hoheitszeichen. (Thomas Krüger, SPD: Wertschätzung!) Es ist die Wertschätzung vor diesen Hoheitszeichen (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Krieg ist Frieden, schwarz ist weiß, nicht die Flagge zeigen, ist perfekt, Herr Pegel.) Nein, nein, ganz im Gegenteil! Die Flagge wird an den wenigen Gebäuden gezeigt, die besondere Bedeutung für die staatliche Interaktion haben. Das sehen Sie an der Dauerbeflaggung vor dem Landtag und der Staatskanzlei. Und viel wichtiger: Die Beflaggung mit unseren Hoheitszeichen ist Ausdruck – noch mal – jahrzehntealter bundesdeutscher Tradition. Sie berufen sich ja gerne auf deutsche Traditionen. Das hier ist wirklich eine, (Heiterkeit bei Torsten Koplin, DIE LINKE) weil die Vollbeflaggung vor allen Gebäuden hoheitlicher Kräfte dann stattfindet, wenn wir besondere Tage haben, damit die Menschen merken, dass wir besondere Tage haben, meine Damen und Herren. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Elke-Annette Schmidt, DIE LINKE: Richtig! – Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Jo, jeder Tag ist ein besonderer Tag, den man leben darf.) Nun können wir natürlich russische oder US-amerikanische Traditionen übernehmen, für die Sie gleich werben werden, nehme ich an, und sagen, da machen wir an den besonderen Tagen eben Militärparaden, damit man nicht mehr an der Beflaggung, sondern an anderen Dingen sieht, dass sie passieren. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Oh, ist das schlecht, Herr Pegel! Das ist schlecht.) Ich bin … Die Polemik müssen Sie aushalten. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Wer sich hier hinstellt und behauptet, das sei sozusagen der intensivste Wunsch der Kommunen, um dann in der gleichen Rede zu sagen, wir produzieren erst in Kreistagen Anträge, um hinterher behaupten zu können, (Thomas Krüger, SPD: Genau!) die Kommunen wollen das ja alle … (Heiterkeit bei Marcel Falk, SPD) Ich kann Ihnen sagen, ich mache eine Menge Termine in diesem Land. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Der Abgeordnete Enrico Schult bittet um das Wort für eine Anfrage.) Ich habe den Mecklenburg-Vorpommern-Tag in Greifswald mit zweimal zehn Stunden gerne gemacht, ich mache breite Termine an anderen Stellen. Ich bin in 15 Jahren noch nicht ein einziges Mal, noch nicht ein einziges Mal auf hoheitliche Beflaggung von Otto Normalverbraucherinnen und Otto Normalverbrauchern angesprochen worden, (Heiterkeit bei Marcel Falk, SPD) aber viele andere Themen, meine Damen und Herren.

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