Dr. Monique Wölk
Ja, sehr gerne, Frau Präsidentin! Herr Stein, Sie haben gerade etwas angesprochen, was eigentlich eine Banalität ist. Natürlich ernten wir heute das Holz, das vor 80 Jahren, 100 Jahren angepflanzt wurde. Was Sie aber infrage stellen, ist, ob unser Konzept, die Waldbewirtschaftung langsam den jetzt vorhandenen Auswirkungen des Klimawandels anzupassen, ob dieses Konzept in 80 oder 100 Jahren auch noch Holz produziert, das wir einschlagen (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Ja, Bauholzlieferant.) und mit dem wir bauen können oder eben andere Dinge machen können. Und ich sage Ihnen, ja, es funktioniert. Dieses Dauerwaldkonzept – fragen Sie jeden Forstwirt – (Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD: Keiner weiß, was in 100 Jahren sein wird.) ist etabliert, ist gut untersucht und passt. Es setzt auf eine Naturverjüngung, die wir bei uns im Bundesland bereits erleben. Auch private Waldbesitzer, auch die Landesforst, die bereits teilweise umgestellt haben, die stellen fest, dass das Dauerwaldkonzept funktioniert und dass es auch Walderträge leistet. Wenn wir nicht umstellen – und das ist das, was Sie verschweigen –, wenn wir nicht umstellen, dann haben wir in 80 oder 100 Jahren möglicherweise keinen Wald mehr, (Thomas Krüger, SPD: So ist es.) aus dem wir irgendetwas ernten können, (Thore Stein, AfD: Das wurde uns schon mal erzählt vor 50 Jahren.) weder Bauholz noch anderes qualitativ hochwertiges Holz. Das ist das Problem, denn die Auswirkungen, (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) die Auswirkungen des Klimawandels, die schreiten voran. Und der Wald, so, wie er jetzt besteht, wird sich über die nächsten 100 Jahre mit diesen Auswirkungen irgendwie auseinandersetzen müssen. Und das wird ihm nicht gelingen, wenn die Struktur genauso bleibt, wie wir sie jetzt vorliegen haben. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Torsten Koplin, DIE LINKE: Konsum ändert sich auch.)
