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Dr. Monique Wölk

SPD 26.06.2025 Sitzungen 8/109

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Frau van Baal, das freut mich sehr, dass Sie den Punkten in dem Antrag im Großen und Ganzen zustimmen könnten. Deshalb würde ich mich freuen, wenn Sie auch dem Antrag letztendlich hier im Plenum zustimmen. Der Punkt ist einfach, wir merken gerade jetzt im Sommer in der Trockenheit wieder, wie wichtig es ist, dass wir unseren Wald hier vor Ort schützen, dass wir Wald mehren und dass wir hier vorankommen. Und die Waldmoore, (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) und die Waldmoore spielen dabei eine tatsächlich sehr große Bedeutung. Und das Ziel, das Ziel dieses Antrages ist es, das wirklich noch einmal ganz stark zu forcieren und zu sagen, das ist es, was wir wollen, in diese Richtung wollen wir gehen, egal, was sonst noch an anderen Initiativen im Raum steht. Aber das ist etwas, was wir hier im Landtag beschließen können und was wir auch gerne mit Ihnen gemeinsam beschließen wollen. So, und ich möchte jetzt nur noch einmal ganz kurz auf einzelne Punkte eingehen, die hier im Rahmen der Debatte gesagt wurden. Herr Terpe, auch für Ihren Beitrag bedanke ich mich, weil ich sehe, dass wir an vielen Stellen ja doch relativ nah beisammen sind. Aber an einer Stelle möchte ich Ihnen jetzt mal kurz widersprechen. In Nationalparken wird kein Holz eingeschlagen, das gibt es einfach nicht. Kein Holzeinschlag! (Zuruf von Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD) Und nun zu den anderen Punkten. Es ist ja von manchen Beiträgen hier noch einmal der Vorwurf gekommen, dass eine Bewirtschaftung, eine Waldbewirtschaftung nach dem Dauerwaldprinzip nicht wirtschaftlich sinnvoll und möglich sei. Da kam der Vorwurf, das sei eine Art Kinderbuchbildvorstellung, die wir hier hätten. (Thore Stein, AfD: Ja.) Und dem möchte ich doch noch einmal ganz stark widersprechen. Nein, wir haben in unseren Wäldern mittlerweile 35 Prozent Mehrschichtwald, und dieser Mehrschichtwald wird bewirtschaftet und er wird ausgeweitet. Und es ist ein Prozess und wir haben uns auf den Weg gemacht, diesen Prozess umzusetzen. Und diesen Prozess wollen wir auch weiter beschreiten. Und 950.000 Festmeter Holz werden regelmäßig – regelmäßig, seit Jahren! – von unserer Landesforst jährlich geschlagen, und damit wird Geld verdient. Das heißt, unsere Landesforst ist wirtschaftlich, (Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD: Aber nicht ausreichend.) trotz dieses Prozesses, dass wir umstellen auf eine Dauerwaldbewirtschaftung. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Wozu dann dieser Antrag?) Lassen Sie mich ganz klar sagen, nicht trotz, sondern weil, weil wir diesen Weg gehen, weil wir sehen, dass wir die Waldbewirtschaftung an die Klimaveränderungen anpassen müssen, weil wir sehen, dass Waldmehrung durch Naturverjüngung sehr viel effizienter und sehr viel besser geschieht als durch jedes Aufforstungsprogramm (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) und weil wir unseren Wald als CO -Senke erhalten wol-2 len. Und wenn Sie dann gleichzeitig den Vorwurf erheben, wir würden ja Bauholz importieren, weil in unseren Wäldern kein Nadelholz mehr existieren würde – was definitiv nicht stimmt, gehen Sie in den Wald und schauen Sie sich um, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Ja.) natürlich haben wir da noch Nadelholz –, (Zuruf aus dem Plenum: So ist es. – Thore Stein, AfD: Sie haben doch selber gerade propagiert, dass die weg sollen.) der Punkt beim Nadelholz ist folgender: (Thore Stein, AfD: Sie wollen doch runter vom Nadelholz!) Durch die Klimaveränderungen gerät das Nadelholz in unseren Wäldern so stark unter Druck, dass wir dringend waldbauliche Veränderungen vornehmen müssen. (Thore Stein, AfD: In Mecklenburg-Vorpommern?!) Tun wir das nicht, (Thore Stein, AfD: In Mecklenburg-Vorpommern?!) haben wir tatsächlich irgendwann kein Nadelholz mehr. (Thore Stein, AfD: Das ist doch Quatsch!) Und da wollen wir nicht hin. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Und schauen Sie sich die Berichte der Landesforst an! Natürlich wird mit dem Holz aus unseren Wäldern auch Bauholz hergestellt. So! (Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD: Das hat doch gar keiner behauptet, dass das nicht so ist.) Doch, (Thore Stein, AfD: Nein, Frau Wölk, ich habe gesagt, wenn Sie Ihre Grundsätze umsetzen.) genau dieser Vorwurf wurde eben von Ihnen aufgemacht, dass wir das Bauholz importieren würden und kein Nadelholz mehr in unseren Wäldern hätten. (Thore Stein, AfD: Aber das Holz, was Sie heute einschlagen, ist doch das, was vor hundert Jahren gepflanzt wurde, Mann!) Okay, kommen wir zum nächsten Punkt: (Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Der nächste Punkt bei der Wiedervernässung von Waldmooren bezieht sich darauf, dass Sie hier noch einmal dargestellt haben, wie wichtig es ist, die Eigentumsrechte von privaten Waldeigentümern natürlich zu berücksichtigen. An diese privaten Waldeigentümer und die Eigentumsrechte will ja auch gar niemand ran. Stattdessen sagen wir, wir wollen gemeinsam mit den privaten Waldeigentümern Moorstandorte im Wald wiedervernässen. Dafür wollen wir Rechtssicherheit schaffen und dafür wollen wir Anreize schaffen. Darum geht es in diesem Antrag. Und damit wir hier vorankommen, werbe ich um Ihre Zustimmung. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Und zu guter Letzt noch einmal zu den Änderungsvorschlägen der GRÜNEN. Ich bleibe dabei, wir werden kaum in der Lage sein in den nächsten 20 Jahren – ja, ich habe mich eben verrechnet –, in den nächsten 20 Jahren über, ich habe es mir hier aufgeschrieben, über 370.000 Hektar Wald mehr zu schaffen. Das kriegen wir nicht hin. Und das ist genau das, was Sie in Ihrem Antrag fordern. Sie möchten bis zum Jahr 2035 den Anteil der Waldfläche an der Landesfläche auf 30 Prozent erhöhen und bis zum Jahr 45 auf 40 Prozent. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Und wie wollt ihr das mit der Photovoltaik machen und mit der Windkraft?) Und wenn ich das umrechne, dann komme ich auf einen Waldflächenanteil im Jahr 2045 von 930.000 Hektar. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Und wenn du das hochrechnest, ist gar kein Platz mehr für Siedlungen.) Und das schaffen wir nicht. Wir haben weder die Flächen, auf denen wir das umsetzen können, noch haben wir das Geld, um all das aufforsten zu können. Und ja, es tut mir leid, wir setzen stattdessen auf das Dauerwaldprinzip, auf die Naturverjüngung und auf den Schutz und auch die Wiedervernässung der Waldmoore, (Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und ich bitte herzlich um Ihre Zustimmung für unseren Antrag. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

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