Christian Albrecht
Ja, sehr geehrte Frau Präsidentin, also ich glaube, was wir hier gerade gehört haben, war der absolute Tiefpunkt dieser Legislatur. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Elke-Annette Schmidt, DIE LINKE: Ja! Ja! Ja! – Zuruf von Stephan J. Reuken, AfD) Also ich habe selten eine Rede gehört, die ich als so ekelhaft bezeichnen würde. Sie haben nichts zum Thema gesagt. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Sie haben eine erbärmliche Täter-Opfer-Umkehr betrieben. Sie haben ... (Horst Förster, AfD: Sie haben nichts verstanden.) Doch, ich habe sehr genau zugehört (Stephan J. Reuken, AfD: Aber verstanden haben Sie nichts.) und ich habe wieder festgestellt, (Zuruf von Paul-Joachim Timm, AfD) dass es Ihnen nur darum geht, auch selbst hier, wo wir eine Situation haben, wo queere Menschen sich bedroht fühlen, wo in mehreren Redebeiträgen sehr deutlich gesagt worden ist, dass die Bedrohungslage sich zuspitzt, dass die Übergriffe zunehmen und dass das alles aus dem rechtsextremen Lager kommt, stellen Sie sich hin und erzählen schon wieder was von importiertem Schwulen- und Lesbenhass, fangen schon wieder an, über Migranten zu reden. (Unruhe vonseiten der Fraktion der AfD – Stephan J. Reuken, AfD: Das ist ganz weit weg für Sie. – Zuruf von Horst Förster, AfD) Das hat überhaupt nichts damit zu tun. (Martin Schmidt, AfD: Es geht uns darum, Leben zu schützen. – Zuruf von Horst Förster, AfD) Und ich frage mich, wie gehen Sie damit um, dass diese ganz konkreten Bedrohungslagen aus dem rechtsextremen Lager kommen. (Jens-Holger Schneider, AfD: Jaja! Jaja!) Ich meine, Ihr Kollege stellt sich hin, hat irgendwo in der Stadt einen Aufkleber gefunden von 16-Jährigen. (Heiterkeit und Unruhe vonseiten der Fraktion der AfD – Zuruf vonseiten der Fraktion der AfD: Irgendwo! – Zurufe von Enrico Schult, AfD, und Jan-Phillip Tadsen, AfD) Das ist für Sie ein Riesenproblem. (Zurufe von Horst Förster, AfD, Jens-Holger Schneider, AfD, und Jan-Phillip Tadsen, AfD) Aber dass es organisierte Rechtsextreme gibt, die queeres Leben ganz massiv bedrohen, die auch schon zur Tat geschritten sind, die eben nicht nur Aufkleber geklebt haben, sondern die ganz konkret Menschen mit Messern bedrohen, körperliche Übergriffe, dazu sagen Sie nichts und machen eine Täter-Opfer-Umkehr, wo Sie sagen, (Martin Schmidt, AfD: Es geht doch gar nicht um Rechtsextremismus!) ihr seid daran schuld. Also ich kriege das nicht zusammen! Und dann fangen Sie an, wieder solche Narrative zu bemühen. Und das Erste, was in Ihrer Rede kommt, ist wieder, queere Menschen mit Pädophilie in einen Zusammenhang zu bringen. (Unruhe vonseiten der Fraktion DIE LINKE – Elke-Annette Schmidt, DIE LINKE: Unglaublich! – Zurufe von Michael Noetzel, DIE LINKE, und Steffi Pulz-Debler, DIE LINKE) Also da fällt mir, da fällt mir nichts mehr ein. Das war einfach nur unwürdig! (Zuruf von René Domke, FDP) Und ich bitte Sie noch mal, beziehen Sie Stellung zu dem, worum es geht, nämlich die konkrete Bedrohungslage durch Rechtsextreme. (Zuruf von Horst Förster, AfD) Und da würde ich auch gerne mal hören, dass Sie da in irgendeiner Form solidarisch sind mit den Menschen, die da ganz konkreten Bedrohungen sich ausgesetzt fühlen. (Stephan J. Reuken, AfD: Was für ein Schwachsinn!) Und die haben Sie nur verächtlich gemacht. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und Anne Shepley, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ich sage das noch einmal, es war einfach nur ekelhaft. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und Anne Shepley, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zurufe von Stephan J. Reuken, AfD, und Martin Schmidt, AfD)
