Christine Klingohr
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Erste Hilfe rettet Leben, dieser Grundsatz ist Ihnen allen bekannt. Dafür muss die Erste Hilfe schnell und effektiv sein. Um das zu ermöglichen, müssen Fähigkeiten zur Laienreanimation und zur Ersten Hilfe breit in der Bevölkerung vorhanden sein. Da sind wir uns ganz einig. Daher stehen wir für starke Ausbildungsstrukturen in der Ersten Hilfe, deren Bedeutung für die Notfallversorgung in unserem Bundesland ich hiermit noch einmal unterstreichen möchte. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Wir haben uns mit Blick auf den vorliegenden Antrag die Einschätzung vom Deutschen Roten Kreuz hier in Mecklenburg-Vorpommern zu den vorgeschlagenen Maßnahmen noch mal geben lassen. Und an dieser Stelle herzlichen Dank für die Beratung und natürlich auch die Ausführungen dazu! Deutlich wurde, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse eindeutig zeigen, dass eine frühzeitige und regelmäßige Schulung von Kindern und Jugendlichen die Bereitschaft zur Ersten Hilfe und Wiederbelebung signifikant erhöht. Wir verfügen also mit der Ausbildung an Schulen bereits über ein sehr effektives Mittel, die Erste Hilfe zu stärken. Das hat die Landesregierung täglich in ihrer Aufmerksamkeit. (Zuruf aus dem Plenum: Täglich!) Daher … Genau, ich wusste ganz genau, dass auf diese Worte, (Sebastian Ehlers, CDU: Extra eingebaut, ne?) dass darauf gehört wird. Genau! Daher hat unser Bildungsministerium gemeinsam mit der Universitätsmedizin Rostock und den Hilfsorganisationen einen Leitfaden entwickelt, der den Schulen als Handlungsempfehlung dient, um die Erste-Hilfe-Ausbildung in den Schulen in einem zweijährigen Modellvorhaben eigenständig umsetzen zu können. Mit dem von Frau Ministerin Drese bereits beschriebenen Projekt können in den Jahrgangsstufen 7 und 8 altersgerecht und unabhängig von der Schulart unterrichtsbegleitend in den Fächern Biologie und Sport Grundlagen der Ersten Hilfe und Wiederbelebung vermittelt werden. Ganz flexibel kann dieses Projekt aber auch eingesetzt werden, weil es gibt, alternativ gibt das Modellvorhaben her, dass es auch als Ganztagesangebot oder in Form einer Projektwoche umsetzbar ist. Hiermit liegt ein zeitgemäßes und vor allem praktikables Konzept vor, das die Erste Hilfe stärkt und die Schulen nicht überfordert. In diesem Schuljahr haben 29 Schulen die Erste-Hilfe-Ausbildung eingeführt, dadurch werden circa 2.000 Schülerinnen und Schüler ausgebildet. Hierauf sollten wir weiter aufbauen, natürlich auf die Evaluation nachher eingehen und mit den Schulen das Gespräch suchen, um weiter auf das Projekt aufmerksam zu machen. Unsere Bildungsministerin Frau Oldenburg hat in ihrer Pressemitteilung, ganz aktuell am 15. April 2025, genau diese Sätze gesagt, ich zitiere: „Gefahren- und Notfallsituationen können überall und jederzeit auftreten. Daher ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler lernen, die Lage richtig einzuschätzen und Erste Hilfe zu leisten. Die Schule ist ein idealer Ort, um dieses Basiswissen zu vermitteln. Darüber hinaus fördert eine unbefangene Einstellung zum Helfen das Verantwortungsbewusstsein und die Zivilcourage.“ Zitatende. Zum Stichwort, worauf wir weiter aufbauen sollten: Unter anderem auch das DRK hier in Mecklenburg-Vorpommern bietet in Kitas bereits Erste-Hilfe-Kurse an. Besonders spannend daran finde ich, dass diese Kurse Empathiefähigkeit, Selbstbewusstsein und auch das eigene Selbstwirksamkeitsgefühl stärken können, wenn die Kinder lernen, anderen Menschen zu helfen, und dies auch anwenden. Natürlich gibt es da viele verschiedene Projekte, auf die ich hier nicht weiter eingehen will, aber sie nennen will. Es gibt die Löschzwerge, man kann in den Kitas den Pflasterpass machen – dort wurden jetzt sogar im Jahr 2025 deutschlandweit bereits 10.874 Kinder ausgebildet – und natürlich haben wir auch die Teddyklinik, auch da werden, auch mecklenburg-vorpommernweit, werden die Kinder dort schon im Kitaalter geschult. (Beifall Marcel Falk, SPD) Erste Hilfe schult damit wichtige Schlüsselkompetenzen und stärkt das Miteinander. Weitere Gründe also, warum die Erste Hilfe in Schule und Kita bereits richtig verankert ist. Wir sind uns folglich in der Zielsetzung sehr einig, aber lassen Sie uns nutzen, was es in diesem Land bereits gibt, und darauf wollen wir aufbauen. Hier hat die Landesregierung bereits wichtige Schritte eingeleitet, um uns stark mit vielen Partnern aufzustellen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Da gibt es zum Beispiel die Reanimationstage des Arbeiter-Samariter-Bundes. Aber ich will auch gerne noch mal auf unseren Präventionsfachtag hinweisen, den wir durchgeführt haben und wo zum Beispiel NOFiAS mit dabei war, ein Verein, der sich auch um die Notfallrettung mit kümmert. Ein weiterer Aspekt ist neben der Schulung von Reanimationskompetenzen aber zentral. Ersthelferinnen und Ersthelfer müssen im Notfall auch tatsächlich an Ort und Stelle sein. Und natürlich haben wir uns auch dafür starkgemacht und wollen eine Ersthelfer-App auch gerne einführen. Die Ministerin hat es ausgeführt, im Bund wollen wir weiter kräftig dafür kämpfen, dass wir eine bundeseinheitliche Regelung finden können, aber auch sonst sind ja Angebote heute gemacht worden, wie wir schauen, ob wir, wenn das nicht klappen sollte, sie auch im Land dennoch umsetzen können. Auch im Zusammenhang mit der anstehenden Notfallreform werden wir uns hier weiter für ein Konzept starkmachen, das den Bedürfnissen unseres Bundeslandes entspricht. Die weiterhin maßgeblich entscheidende Weiterentwicklung der boden- und luftgebundenen Notfallrettung hat unsere Ministerin ebenfalls dargelegt. Der vorliegende Antrag spricht ein wichtiges Thema an, da sind wir uns alle einig. (Sebastian Ehlers, CDU: Sehr richtig!) Wir werden diesem Antrag nicht zustimmen, weil wir uns gemeinsam auf den Weg gemacht haben und weiter auch diese Schritte miteinander gehen werden. (Sebastian Ehlers, CDU: Ist zu spät, ne?) Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
