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Andreas Butzki

SPD 15.05.2025 Sitzungen 8/106

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich hatte eigentlich gar nicht vor, ans Mikro zu gehen. (Marc Reinhardt, CDU: Nee!) Aber als ich die Debatte, (Heiterkeit vonseiten der Fraktionen der CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) als ich die Debatte jetzt gehört habe, da hat es mich eigentlich fast vom Hocker geschlagen. Also die Ministerin hat eigentlich die Worte gesagt, die ich im Großen und Ganzen auch verwenden wollte, aber ich will noch vielleicht zwei/drei andere Aspekte mit reinbringen. Wir stellen ja insgesamt fest, bis auf die AfD-Fraktion haben alle die Vorteile einer ganztägigen Betreuung – in welcher Form auch immer, ob Hort oder gebundene Ganztagsschule, offene Ganztagsschule oder teilweise gebundene Ganztagsschule – festgestellt. (Rainer Albrecht, SPD: Und verstanden.) Ich selbst habe 1991 eine weiterführende Gesamtschule geleitet und auf Elternwille haben wir gesagt, wir waren auch eine der ersten offenen Ganztagsschulen. Das hat hervorragend funktioniert. Wir waren es auch aus der Zeit vor 1990 gewohnt, dass die Kinder in der 1. bis zur 4. Klasse eine Betreuung hatten, auch bis 16:00 Uhr, nicht zwingend, wenn die Eltern vorher abgeholt haben, aber bis 16:00 Uhr. (Rainer Albrecht, SPD: Genau!) Jeder Klassenleiterin war genau eine Hortnerin zugeordnet, dass sie wirklich ein gutes Tandem hatten, dass auch die Verzahnung zwischen Schule und Nachmittagsbetrieb vernünftig funktionierte. Und, Herr Schult, Sie wollen ein Amt, ein hohes Amt im Landkreis anstreben (Jeannine Rösler, DIE LINKE: Und keine Ahnung. – Zuruf von Elke-Annette Schmidt, DIE LINKE) und haben relativ wenig Ahnung, (Zurufe von Rainer Albrecht, SPD, und Marcel Falk, SPD) wie das Schulsystem bei uns im Land Mecklenburg-Vorpommern funktioniert. (Elke-Annette Schmidt, DIE LINKE: Das ist wirklich traurig.) Es gibt ein ganz klares System, dass erst mal die Schulkonferenz und der Schulträger Vorschläge machen, dann die dementsprechenden Absprachen mit dem Landkreis und dann wird der Schulentwicklungsplan aufgestellt und es gibt vernünftige Lösungen. Ich kann Ihnen bloß so viel sagen, dass in Neustrelitz wir zwei weiterführende Schulen hatten außer dem Carolinum. Wir hatten uns beispielsweise in der Orientierungsstufe abgesprochen, dass die eine Schule intensivst mit den Kultureinrichtungen der Stadt, sprich jetzt beispielsweise auch Musikschule, zusammenarbeitet, und bei mir an der Schule waren es die Sportvereine, wir hatten sportorientierte Klassen in der 5. Klasse, dass das auch vernünftig in diesem Falle funktioniert hat. (Rainer Albrecht, SPD: Jawoll.) Vorteile einer gebundenen Ganztagsschule, muss man ganz deutlich sagen, sind eine zuverlässige Betreuung, ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Eltern, ein ganz wichtiger Vorteil, (Zuruf von Marcel Falk, SPD) auch noch für die 5. und 6. und 7. Klassen. Es ist auch eine Stärkung der sozialen Kompetenzen. Und man hat auch einen vernünftigen Wechsel zwischen Aktivphasen, ich sage mal, Lernen im Unterricht, und Passivphasen, was ja auch keine Passivphasen sind, aber Erholung, dass man da mit anderen Sachen sich beschäftigen kann, also ich sage mal, so im zweistündigen Rhythmus: Schule – Freizeit – Schule – Freizeit. Und die offene Ganztagsschule, da sind die Angebote keine Pflicht, die Ministerin hat es gesagt. Und ich kenne so viele Kooperationspartner, die wir hier haben, womit Schulen zusammenarbeiten können. Über eine Sache, da war ich noch fischereipolitischer Sprecher, habe ich mich wahnsinnig gefreut, dass beispielsweise der Landesanglerverband ein Kooperationspartner ist. Es gibt Schulen, wo Schüler, die Lust haben, angeln zu gehen, (Zuruf von Marcel Falk, SPD) auch den Fischereischein machen können, (Jeannine Rösler, DIE LINKE: Genau!) eine ganz vernünftige Sache. Mit Sportvereinen, (Marcel Falk, SPD: Feuerwehr.) das bestfunktionierende Programm an Schulen ist „Schule & Verein“. Da kriegt jede Schule so einen bestimmten Obolus, das wird dem Sportverein dann überwiesen und dann kann man da regelmäßig mit Klassen hingehen zum Sportverein. Bei uns ist es der WSV, der Wassersportverein, oder auch der Fußballverein oder so in dieser Sache. Eine wunderbare Sache! Wenn man Ganztagsangebote anbietet, ist es natürlich eine Pflicht, ein Muss, auch ein warmes Mittagessen anzubieten und möglichst auch nach den, ich komme jetzt nicht darauf, aber nach den Standards … (Sebastian Ehlers, CDU: DGE.) Ja, genau, diese Standards sind es. (Sebastian Ehlers, CDU: DGE.) Und das ist eine vernünftige Sache. So, aber der Antrag hat aus meiner Sicht natürlich auch Schwächen. Vorteile habe ich jetzt klipp und klar gesagt. Die Ministerin hat auch gesagt, dass in dem Falle die Koalition wirklich intensivst dran arbeitet, der Antrag viel zu früh kommt und auch nicht alle Aspekte mit abdeckt. Und wir denken, wenn wir da das vernünftig auswerten, die Zeitschiene ist ja auch schon vorgezeichnet, dass wir dann, denke ich, auch vernünftige Lösungen haben. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

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