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Christian Albrecht

Die Linke 15.05.2025 Sitzungen 8/106

Doch, natürlich ist mir das klar. Aber in einem transparenten Modell, so, wie es eben früher war, da weiß ich, ich kaufe das Spiel für die Summe X, ich sage mal, wie es halt für uns war, 50/60, ich habe einen Gegenwert. Und jetzt haben wir die Sachen, die frei sind, die ja eben locken, die sagen, he, du kannst ja auch umsonst spielen. Aber dann kommen genau diese problematischen Mechanismen, die dann dazu führen, dass Einzelne – und wir reden hier immer über Einzelne –, ich habe vorhin gesagt, 10 bis 15 Prozent in aller Regel, die dann Summen in Bewegung setzen, die ja in überhaupt keinem Verhältnis mehr stehen zu dem Gegenwert, den ich bekomme, weil sie dann eben durch getriggerte Suchtmechanismen nicht mehr in der Lage sind, sich zu regulieren. Und davor muss man dann eben schützen. Aber natürlich wissen Leute, die was kaufen, grundsätzlich erst mal, also es gibt nichts umsonst, ne, und wenn ich bei bestimmten Sachen mit meinen Daten oder sonst was bezahle, aber irgendwie bezahle ich immer. Aber es geht eben darum, das in ein Verhältnis zu setzen. (Andreas Butzki, SPD: Das war ja wieder mal ein Beitrag.) So, jetzt setze ich zum dritten Mal an: Es geht eben darum, die Spieleindustrie muss hier ein Stück weit in die Verantwortung genommen werden, und sie muss auch schauen, dass sie Monetarisierungsmodelle findet, die nachhaltig sind, die eben nicht versuchen, nur mein Suchtzentrum im Hirn anzusprechen, wo es eine klare Transparenz gibt. Und auch da gibt es ja Potenziale. Und es wurde ja schon gesagt, nicht alle Publisher arbeiten so, nicht alle Entwickler arbeiten so, es machen aber auch viele, auch viele große. Ich denke da an EA, da gibt es auch regelmäßig einen Aufschrei. Oder ein prominentes Beispiel war „Diablo Immortal“ vor ein paar Jahren. Das ist ein Spiel, also das war so krude, da gab es auch einen riesigen Aufschrei. Da hätte man, um entweder das Spielziel, das Ende dann zu erreichen, Hunderte, also Hunderte Jahre Spielzeit reininvestieren müssen oder – wenn man das versucht, mit Echtgeld zu erreichen – Zehntausende Euro. Und da soll mir mal jemand erzählen, dass das in irgendeiner Relation noch zu dem Gegenwert steht! Und solche Sachen kamen aber. Wie gesagt, da kommt auch ein bisschen aus der Branche selber was. Wir müssen auch gucken, es gibt große Publisher, die jetzt teilweise auf Spiele setzen für Entwicklungskosten im dreistelligen Millionenbereich, die ja auch auf solche schwierigen Monetarisierungsmodelle setzen, die dann aber krachend scheitern. Und dann ist es natürlich auch immer ein Schlag, wo dann Mitarbeiter dranhängen. Also ich glaube, die müssen sich auch Gedanken machen, wie man es eben schafft, Geld zu verdienen zu klaren, transparenten, nachvollziehbaren Mechanismen, die eben, wie gesagt, nicht auf Glücksspielelemente setzen. Darum gehts, dafür setzen wir uns ein. Der Kinder- und Jugendschutz ist wichtig, so, das ist alles rausgearbeitet worden. Und noch mal, einfach bloß zu sagen, na, liebe Eltern, guckt mal, was eure Kinder machen – also das machen Sie auch nicht bei extremen Gewaltdarstellungen, das machen Sie nicht bei Pornografie, das machen Sie nicht beim Saufen, beim Rauchen, beim Kiffen. Aber hier auf einmal soll es gemacht werden. Finde ich dann an der Stelle auch inkonsequent. (Julian Barlen, SPD: Total! – Unruhe bei Barbara Becker-Hornickel, fraktionslos)

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