Christian Albrecht
Ja, sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, ich bedanke mich für eine doch engagierte Debatte. Das ist ja manchmal so bei Tagesordnungspunkten, wo man es nicht vermutet, gehts dann noch mal richtig ab. (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der SPD) Das war jetzt hier auch so, ist für mich ganz unterhaltsam. Aber ich möchte noch mal die Gelegenheit nutzen, um den einen oder anderen Redebeitrag durchzugehen. Im Großen und Ganzen habe ich hier ja gute Redebeiträge gehört. Da gibts ja auch erst mal ein gemeinschaftliches Verständnis dafür, dass man hier was tun muss. Zwei Sachen fallen aber ein bisschen raus. Das eine ist Herr Wulff, der ja die Verantwortung dann einzig und allein bei den Eltern abladen will und sagt, ja, die können ja einfach technisch alles regeln. So, da müssen wir aber auch einfach mal zur Kenntnis nehmen, dass viele Eltern gar nicht so richtig wissen, was da eigentlich passiert, (Unruhe bei Julian Barlen, SPD, und David Wulff, fraktionslos – Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Er zeigt es ihm ja auch gerade, er zeigt es ihm ja auch gerade. – Zuruf von René Domke, fraktionslos) die diese Möglichkeiten auch gar nicht in Anspruch nehmen können. So, also ich bin ja nun wirklich ein passionierter Gamer, wurde im Wesentlichen von Super Nintendo und Playstation 1 großgezogen, und auch ich habe Defizite und wüsste gar nicht im Handy im Einzelnen, wo ich das alles machen soll. Also da dann einfach zu sagen, ja, bildet euch mal und guckt mal, was eure Kinder machen – gerade in der digitalen Sphäre, wo man es ja nicht sieht –, ist ein bisschen naiv. Aber weil man ja, wie auch schon bei der Automatenwirtschaft ein bisschen so auch der Büttel der Lobby ist, ist das natürlich klar, dass man sagt, die Industrie hat ja keine Verantwortung, das ist Aufgabe der Eltern. So einfach ist es dann an der Stelle nicht. (René Domke, fraktionslos: Die Marktwirtschaft hat sehr viel Verantwortung übernommen.) Und ansonsten – um auch mal, ja, in der Sprache der Gamer zu bleiben – hat sich auch Herr Jesus Fernandes hier ja ein Stück weit als Noob geoutet. Also wenn ich mir das angucke, (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) was Sie hier zum Besten gegeben haben, haben Sie wahrscheinlich noch nie einen Controller in der Hand gehabt und sich mit dem Thema auseinandergesetzt. Also erstens … (Martin Schmidt, AfD: Das ist eine Beleidigung, Frau Präsidentin! – Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Das ist eine Beleidigung, jawohl!) Na, das können Sie … (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Jawohl!) Lassen Sie es doch prüfen! So, aber lassen Sie mich doch erst mal ausreden! (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Nee, brauchen wir nicht. Das ist eine Beleidigung!) So, das war ein Noob. Also Noob heißt einfach bloß, das ist jemand, der von Spielen keine Ahnung hat. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) So. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Das wissen Sie doch, oder nicht?) Das ist wirklich unmöglich, so! Dann intervenieren Sie doch (Glocke der Vizepräsidentin – Zuruf von Andreas Butzki, SPD) oder gehen Sie im Nachgang – dieses permanente Dazwischengequatsche, wirklich wie ein kleines Kind! (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Ich muss mir doch eine Beleidigung von Ihnen nicht gefallen lassen.) Dann geh doch da vorne ran und sprich mit mir! (Julian Barlen, SPD: Das ist unfassbar, das Gequake da drüben!) Was soll denn das die ganze Zeit, alles meine Redezeit. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Was die Expertise angeht, (Zuruf von Jan-Phillip Tadsen, AfD) wen man dann holen kann – also wir reden mit Kinderpsychologinnen und -psychologen, mit Suchtforschern, mit Menschen, die, was das Thema Sucht angeht, eine Expertise haben, und Sie mit einem Glücksspielverband, einem Lobbyverein. So, wenn wir das nächste Mal über Drogen reden, können wir auch sagen, ja, wir müssen noch die Dealer einladen, weil die haben da auch eine Meinung. (Heiterkeit vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Dass die natürlich ein veritables wirtschaftliches Interesse haben, ist doch normal, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Und wenn es um die Wohlfahrt geht, warum laden wir uns die AWO ein? Huch!) weil damit machen die 50 Prozent ihres Umsatzes. Ist doch klar. (Zuruf von Petra Federau, AfD) Und da muss man eben rangehen, (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) so, und da muss man schauen, was man machen kann. So, und ich verstehe, dass die Branche ein veritables Interesse hat und sich auch in eine Nische reinentwickelt hat, wo sie eben einen Großteil ihres Geldes mit solchen … (Die Abgeordnete Barbara Becker-Hornickel bittet um das Wort für eine Anfrage.) Ja, bitte!
