Barbara Becker-Hornickel
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Es ist unbestritten, Lootboxen, die sogenannten Beutekisten, können insbesondere bei jungen Menschen problematisches Spielverhalten befördern. Und ich möchte ganz zu Anfang einfach mal die Definition hier vortragen, was als Glücksspiel bei uns definiert ist: „Glücksspiel ist ein Spiel, bei dem Geld eingesetzt wird und ein Gewinn allein oder überwiegend vom Zufall abhängt.“ Ich denke, das muss man noch mal so genießen. Lootboxen fallen nicht eindeutig unter diese Definition, aber sie schaffen unbestritten spielerische Anreize. Was in der ganzen Diskussion bisher für mich jetzt nicht wirklich zu verstehen war, ist, dieser Antrag bezieht sich nach meiner Intention, wie ich ihn gelesen habe, ja nicht nur auf den Jugendschutz, sondern er ist ja irgendwo weiterführend. Vielleicht wird mir das auch noch mal erklärt. Und ich denke, ich war jahrelang die sogenannte Suchttante des Lotto- und Totoblocks, (Rainer Albrecht, SPD: Nee, Lottofee.) also ich weiß eigentlich recht gut, wovon ich hier spreche. Und ja, es ist richtig, für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die ja eh generell vom Glücksspiel ausgeschlossen sind, dort die Möglichkeit einzuschränken, dass sie überhaupt spielen. (Beifall Sandy van Baal, fraktionslos, René Domke, fraktionslos, und David Wulff, fraktionslos) Dass sie spielen, wissen wir. Das liegt im Wesentlichen – da komme ich ganz kurz auch noch drauf – doch auch daran, wie es ihnen ermöglicht wird. In Ihrem Antrag – das sind ja durchaus auch gute Ansätze, aber ich zitiere noch mal aus Ihrem Antrag: „Darüber hinaus sollen die Lehrpläne zur Medienbildung an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern dahingehend überarbeitet werden, dass Prinzipien wie Lootboxen oder Pay-2-Win Bestandteil der Medienbildung im Land werden.“ Aber das gehört doch eigentlich dazu – und das fehlt mir hier –, eine konsequente Präventionsstrategie. Wir müssen Kinder und Jugendliche frühzeitig über alle Risiken im digitalen Raum aufklären, genauso wie über Alkohol, Drogen oder klassisches Glücksspiel. Das gehört in die Lehrpläne. Und unbestritten ist, Glücksspiel kann gefährlich sein und Glücksspiel kann süchtig machen. Wir brauchen Programme zur Medienkompetenz. Und genau das habe ich auch im Medienstaatsvertrag vermisst. Und mir ist es wichtig für die Eltern, die Elternhäuser sind hier in der ersten Form, weil sie haben die Möglichkeiten, durch das, was die Spielanbieter dort durch die verhandelten Transparenzpflichten und technischen Dinge – dazu führt mein Kollege dann noch mehr aus –, dort die Möglichkeiten, dieses Spielen einzuschränken. Das ist hier sogar etwas einfacher wie in anderen Spielen. Und es wurde ja auch schon vorgetragen, seit 21 gibt es diese Pflichten zu Transparenz und auf die Gefahren in den Spielen für Minderjährige hinzuweisen. Und wir, ja, unsere Entscheidung, das übernimmt David. – Danke! (Beifall Sandy van Baal, fraktionslos, René Domke, fraktionslos, und David Wulff, fraktionslos)
