Dirk Stamer
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrten Damen und Herren! Es ist mir eine große Freude, mit Ihnen zusammen die Forschung in diesem wunderschönen Land heute ein Stück weit wieder voranzubringen mit unserem Antrag „Spitzenforschung in M-V – Plasma- und Fusionsforschung stärken“. Dieser Antrag ist ein klares strategisches Signal, M-V will und kann die Zukunft der Plasma- und Fusionsforschung auf nationalem und internationalem Niveau mitgestalten. Wir wollen M-V als Forschungsstandort mit noch größerer internationaler Sichtbarkeit in diesem Forschungsbereich etablieren und ausbauen. Es geht uns dabei um die noch bessere Förderung dieser Zukunftstechnologien am Forschungsstandort hier in Mecklenburg-Vorpommern, denn Kernfusion ist längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern ein realer globaler Forschungsschwerpunkt mit stark anwachsender Bedeutung und auch Sichtbarkeit. Und Greifswald ist hier ein Pionier in der Kernfusionsforschung, denn Greifswald ist mit dem „Wendelstein 7-X“ am Max-Planck-Institut für Plasmaforschung seit Mitte der 1990-er Jahre einer der wichtigsten Standorte der Kernfusionsforschung weltweit. Dieses bei uns angesiedelte Zentrum ist weltweit bekannt für seine Forschung auf Weltklasseniveau im Bereich der Erzeugung und Untersuchung von Hochtemperaturplasma, es ist ein weltweit sichtbares Zentrum mit mehreren Hundert Beschäftigten für die Erforschung der neuesten Technologien in diesem Bereich. Derzeit gewinnt darüber hinaus die Laserfusionsforschung rasant an Bedeutung. Dabei wird das notwendige Hochenergieplasma mit Lasertechnologie erzeugt. Staatliche und auch private Akteure haben bereits begonnen, massiv in die Entwicklung dieser Technologie zu investieren. Die Länder Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern haben diese strategische Herausforderung bereits erkannt und sich mit einer Absichtserklärung zum Aufbau eines neuen Forschungsinstituts in Rostock auf den Weg gemacht. Wir fordern nun die Landesregierung auf, sich bei der neuen, sich gerade konstituierten Bundesregierung weiter für ein Programm zur Forcierung der Kernfusionsforschung einzusetzen mit dem durchaus ambitionierten Ziel zur Erlangung der Technologieführerschaft in der Laserhochenergiedichtephysik in Deutschland. Essenziell ist uns die Forderung der Sicherung der Stellung des IPP in Greifswald im globalen Wettbewerb um die technologische Spitzenposition auf dem Gebiet der Fusionsforschung. Hierzu braucht es Unterstützung durch das Land M-V und auch den Bund. Dabei kommt der Einwerbung von Projekten im Rahmen des Bundesprogramms „Fusion 2040“ und der dadurch verbundenen Stärkung des Wissenschaftsstandortes M-V eine ganz besondere Bedeutung zu. Die Landesregierung soll sich gegenüber der Bundesregierung weiterhin dafür einsetzen, dass Maßnahmen mit dem Bund gemeinsam ergriffen werden, um in M-V ein weltweit sichtbares Kompetenzzentrum im Bereich der Laserfusion in Rostock aufzubauen. Die Errichtung eines Helmholtz-Forschungsinstituts am Standort Rostock gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf soll weiter vorangetrieben werden. Es geht uns bei diesem Antrag um eine noch bessere Förderung der Forschung, es geht aber auch um eine Verbesserung der damit verbundenen Wertschöpfung in diesem Land, es geht um die Schaffung von gut bezahlten Arbeitsplätzen, es geht um die Bildung und Forschung in unserem Land. Es geht letzten Endes um die Gestaltung der Zukunft dieses Landes, denn vor allem junge Talente müssen wir im Land halten und darüber hinaus weitere anlocken, um bei uns zu arbeiten, zu forschen und zu leben. Die Fusionstechnologie ist ein Forschungsbereich für M-V, den wir noch besser fördern müssen und wollen, um M-V als Forschungsstandort ganz deutlich zu stärken und weiter international stärker sichtbar zu machen. Ich bitte Sie daher um Zustimmung zu unserem Antrag und freue mich aber zunächst auf die Aussprache. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
