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Torsten Renz

CDU 14.05.2025 Sitzungen 8/105

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie erleben hier heute einen einmaligen Vorgang. (Torsten Koplin, DIE LINKE: Ah!) Sie werden sozusagen Zeuge, so ein bisschen historisch gesehen, in Mecklenburg-Vorpommern wird die Lehrerbildung umgestellt auf ein Schulsystem, das es in Mecklenburg-Vorpommern nicht gibt. Es ist nicht existent, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU – Zuruf von Rainer Albrecht, SPD) Wir haben ein bestehendes zweigliedriges Schulsystem. Und was machen Sie? Sie schaffen einen Einheitslehrer. Ich kann Ihnen nur sagen, es wird zusammengeführt, was nicht zusammenpasst. Und wie geht es weiter, wenn es um die Logik geht? Die logische Konsequenz kann dann nur sein, dass, ideologisch getrieben – und Herr Albrecht hat dafür noch mal den Beweis geliefert –, ideologisch getrieben Rot-Rot als nächsten Schritt die Einheitsschule einführt, meine sehr geehrten Damen und Herren. Und das heißt dann, auch wiederum logisch in der Konsequenz, dass das Gymnasium perspektivisch in diesem Land bei Regierungsverantwortung Rot-Rot abgeschafft wird, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Rainer Albrecht, SPD: Sie scheinen nicht hingehört zu haben, was die Ministerin gesagt hat.) Das heißt, Einheitslehrer Richtung Einheitsschule, und – ich wiederhole es hier sehr gerne – das ist für die CDU-Landtagsfraktion Einheitsbrei, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU – Zuruf von Rainer Albrecht, SPD) Und ich sage Ihnen auch noch mal, nachdem durch die Hintertür die selbstständige Schule schon in diesem Land abgewickelt wurde, ist das ein weiterer Sargnagel für die Abschaffung eines leistungsorientierten Schulsystems, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Wolfgang Waldmüller, CDU: So ist es.) Und kommen wir jetzt noch mal zur Bestandsanalyse zurück: Sie selbst sagen, es ist oft genug wiederholt worden, es steht im Gesetzestext, dass 2.600 Lehrer bis 2030 fehlen. Sie sagen, es findet zu wenig Pädagogik und didaktische Ausbildung im Lehramtsstudium statt. Sie sagen, es ist zu wenig Praxiserfahrung im Lehramtsstudium. Und Sie sagen weiter, es wird zu viel Fachwissen, insbesondere für die Regionalschullehrer, vermittelt. Und genau das ist die Analyse, die Sie auch in Ihrem eigenen Koalitionsvertrag in der Ziffer 265 wiederfinden. Und dann könnte ja oder vielleicht müsste ja genau die Antwort sein, dort den Hebel bei den Defiziten, die Sie zu Recht benennen, die wir mittragen, genau bei diesen Defiziten anzusetzen. Aber was machen Sie? Ihre logische Antwort ist nicht mehr Pädagogik, mehr Praxiserfahrung und weniger Fachwissen, Ihre Antwort ist Abschaffung Regionalschullehramt, Abschaffung Gymnasiallehramt und Einführung eines Einheitslehrers, meine sehr geehrten Damen und Herren! Und dann müssen wir nachvollziehen, in Erster Lesung – und auch das war ein Höhepunkt in diesem Gesetzgebungsverfahren –, dass der SPD-Redner in der Zweiten Lesung inhaltlich die Rede der Ersten Lesung wiederholt hat, obwohl wir Anhörungsprozesse, eine politische Diskussion haben. Das ist schon sehr einzigartig. Aber wenn Sie dann Ihre Reden sich noch mal anhören oder anschauen oder nachlesen, dann kommen Sie mit Formulierungen auch heute wieder, das Studium wird interessanter, abwechslungsreicher, vielseitiger. Das ist Ihre Begründung! Ich sage Ihnen, diese Begründung ist lächerlich. Dann kommen Sie mit dem größten Vorteil: Die Studenten können sich erst nach dem Studium entscheiden, ob sie das Ref in der Regionalen Schule oder am Gymnasium machen. Und ich sage Ihnen, das ist nicht nur lächerlich, das ist sogar grotesk. Und alles in allem zusammengefasst ist Ihre inhaltliche Ausführung in Erster und Zweiter Lesung in Phrasen verpackt: (Daniel Seiffert, DIE LINKE: Mit Phrasen kennen Sie sich ja aus.) Wir schaffen auch heute wieder ein „modernes“ und „attraktives“ Studium, ohne genau zu sagen, was Sie machen wollen. Und wenn ich dann sage, Kernstück dieses Gesetzgebungsverfahrens – und das ist besonders bemerkenswert –, das Kernstück ist das Einheitslehramt, und wenn Sie dann in Ihrem eigenen Gesetzentwurf unter „Lösung“ nachlesen, die zwölf Maßnahmen, die von a) bis l) dort aufgeführt worden sind, dann können Sie – und das habe ich gemacht für Sie schon mal – wohlwollend die Sache prüfen und Sie werden bei diesen Lösungsansätzen aufgrund der Zustandsanalyse nicht ein Argument finden, das zu Ihrer Einführung des Einheitslehramtes führt, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Marc Reinhardt, CDU: Sehr richtig!) Deswegen ist Ihr Gesetzentwurf auf Hoffnung gebaut und die Realität wird möglicherweise so aussehen, es werden weniger Lehramtsstudierende beginnen, der Mangel wird zunehmen, die Bewerber werden sich in andere Bundesländer abwenden. Es ist weiterhin zu vermuten, dass insbesondere für den gymnasialen Bereich die Fachlichkeit sinkt, das heißt, die Zielstellung Gymnasium/Vorbereitung aufs Studium verlieren Sie völlig aus den Augen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Zuruf von Christian Winter, SPD) Und insbesondere in Erster Lesung, aber auch heute wiederholt haben Redner von SPD und LINKE eigentlich die Katze aus dem Sack gelassen. Herr Stamer hat so sinngemäß gesagt, wir können besser auf die Bedarfe reagieren. Herr Albrecht hat immer wieder wiederholt, Nebeneffekt ist später, dass wir die Lehramtsstudenten flexibler einsetzen können. Dann sagen Sie das doch, dass das Ihre Zielstellung ist, Abschaffung des Gymnasiallehramts, Einheitsschule und die Lehrer dann hin und her schieben! (Christian Albrecht, DIE LINKE: Was hat denn ein flexibler Einsatz mit Abschaffen zu tun?) Ich sage Ihnen, spätestens nach dem Referendariat werden die Studierenden unser Land verlassen. Und dann stellt sich nämlich die Frage, was ist zu tun oder – Herr Albrecht hat es auch formuliert – wie sollen wir es angehen. Und da sage ich Ihnen, die CDU macht Ihnen folgenden Vorschlag: Erstens, stärken Sie die separaten Studiengänge für Regionalschullehramt und Gymnasiallehramt! Das heißt mehr Pädagogik, mehr Didaktik, das heißt mehr Praxiserfahrung (Christian Albrecht, DIE LINKE: Wollen Sie doch nicht!) und meinetwegen auch das Fachwissen im Regionalschullehramtsbereich anpassen. (Zuruf von Christian Albrecht, DIE LINKE) Das heißt weiterhin zweitens, verbessern Sie endlich die Arbeitsbedingungen der Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Lande und auch meinetwegen insbesondere im Regionalschullehramtsbereich! Denken Sie darüber nach, vielleicht dort mit mehr Abminderungsstunden zu arbeiten! Und drittens, nehmen Sie die ersten 25 Millionen, die Sie ja selbst vorsehen, in die Hand und packen Sie die in die Stärkung der Regionalen Schule, meine sehr geehrten Damen und Herren! Machen Sie sich auf den Weg, gemeinsam „Zukunft Schule“ in diesem Land zu gestalten, und verlassen Sie Ihren ideologisch geprägten bildungspolitischen Irrweg! Herzlichen Dank, dass Sie mir zugehört haben! (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU)

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