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Dirk Stamer

SPD 14.05.2025 Sitzungen 8/105

Nein, das gestatte ich an dieser Stelle nicht. Hinterher gerne, Herr Renz! So, nun zu unserem Gesetzentwurf. Nein, wir schaffen keine Schulart ab, schon gar nicht das Gymnasium. (Zuruf von Daniel Peters, CDU) Unsere Gymnasien bleiben fester Bestandteil unserer bewährten Schullandschaft, also eine tragende Säule unseres Bildungssystems. (Beifall vonseiten der Fraktion der SPD) Mit diesem Gesetzentwurf hingegen stärken wir alle Schularten, indem wir unsere Ausbildung deutlich verbessern. Wir wollen, dass jede Lehrkraft das ideale Rüstzeug hat, um unseren Kindern die Inhalte im Unterricht optimal zu vermitteln. Davon profitiert jede einzelne Schule, also auch das Gymnasium. Darüber hinaus möchte ich hier noch einmal … (Daniel Peters, CDU: Entrückt der Realität.) Bitte? (Daniel Peters, CDU: Entrückt der Realität.) Nein, nein. Ich möchte hier noch einmal deutlich klarstellen, diese Reform zielt keinesfalls darauf ab, alle Lehrerinnen und Lehrer über einen Kamm zu scheren und einen – wie von Ihnen das Wort geprägt worden ist –, einen sogenannten Einheitslehrer zu installieren. (Torsten Renz, CDU: Nicht „sogenannt“, Einheitslehrer!) Was Sie tun, (Zuruf von Torsten Renz, CDU) was wir tun, ist die universitäre Lehrkräfteausbildung ... Herr Renz, Sie können nachher sicherlich noch sprechen. Lassen Sie mich doch erst mal fairerweise, ja?! Was wir tun, ist, die universitäre Lehrkräfteausbildung mit der Einführung des Stufenlehramts so zu verändern, dass Studierende für die Jahrgangsstufen ausgebildet werden, nicht nach Schularten. Hier wird eine Klassifikation angepasst. Wo bitte ist dies ein Einheitslehrer? (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Wir ermöglichen ihnen einfach mehr Flexibilität. Das bedeutet, Studierende müssen nicht mehr zu Beginn des Studiums festlegen, ob sie später an einer Regionalen Schule oder an einem Gymnasium unterrichten wollen. Erinnern Sie sich bitte an die Radisch-Studie vor einigen Jahren! (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Wir verlieren eine größere Anzahl an Studierenden auch, weil sie mit falschen Vorstellungen ein Studium begonnen haben. Viele junge Erwachsene wissen zu dem Zeitpunkt oft noch nicht einmal zu hundert Prozent, was sie in ihrem Leben arbeiten möchten. Und mit dieser Gesetzesänderung können wir nun im Studium Erfahrungen in beiden Bereichen sammeln lassen, um anschließend eine fundierte Entscheidung, dass die Leute eine fundierte Entscheidung treffen können. Und das ist kein Einheitslehrer, sondern das ist ein durchdachtes Modell, (Zuruf von Torsten Renz, CDU) das auch in anderen Bundesländern bereits erfolgreich praktiziert wird. Und wenn Lehrkräfte später doch an anderer Schulform unterrichten wollen, ist das künftig deutlich leichter als bisher möglich. So können wir auf verschiedene Bedarfe an einzelnen Schulen auch deutlich besser reagieren. (Torsten Renz, CDU: Das ist ja die gleiche Rede wie beim ersten Mal.) Nein, Herr Renz, das ist sie nicht. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Herr Renz, Ihre Kritikvorwürfe sind die Gleichen geblieben. Und deswegen sind auch weitere Bausteine meiner Rede dieselben wie zur ersten, weil Sie nichts gelernt haben. (Beifall vonseiten der Fraktion der SPD – Torsten Renz, CDU: Ach so?!) Außerdem geht es darum, die Ausbildung so zu gestalten, dass angehende Lehrkräfte besser auf die Herausforderungen moderner Schulrealitäten vorbereitet sind, unabhängig davon, an welcher Schulform sie später unterrichten. Ein weiterer Kritikpunkt aus Ihren Reihen ist die angebliche Absenkung des Niveaus der Lehrkräfteausbildung. Diese Behauptung ist nicht nur unbegründet, sondern auch wirklich gefährlich. Die Inhalte der Ausbildung orientieren sich an den Beschlüssen der Kultusministerkonferenz und bleiben selbstverständlich bundesweit anerkannt. Das Niveau wird nicht abgesenkt, wir setzen lediglich hier andere Schwerpunkte. Und wir bringen hohes Fachwissen mit der Fähigkeit, dieses zu vermitteln, in ein deutlich besseres Verhältnis. Bisher ist der fachwissenschaftliche Anteil im Lehramtsstudium in Mecklenburg-Vorpommern überproportional hoch. Und darüber klagen nach wie vor viele Studierende, über diese hohen fachlichen Anforderungen, (Zuruf von Torsten Renz, CDU) ohne sie später denn zu benötigen. (Zurufe von Rainer Albrecht, SPD, und Torsten Renz, CDU) Denn, meine Damen und Herren, noch einmal ganz deutlich, Lehrerinnen und Lehrer wollen keine Professorinnen und Professoren werden in theoretischer Mathematik, sondern sie wollen unseren Kindern das Rechnen, Lesen und Schreiben beibringen, und zwar so, dass wir dabei alle Kinder entsprechend mitnehmen. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) An dieser Stelle möchte ich auch noch mal deutlich sagen, dass Lehrerinnen und Lehrer für uns Akademiker sind, auch wenn die fachlichen Anteile in der Ausbildung ein wenig abgesenkt werden zugunsten von mehr Pädagogik, Didaktik und Bildungswissenschaften. Und das ist zeitgemäß, sinnvoll und erhöht am Ende die Unterrichtsqualität an unseren Schulen. Wir wollen, dass die Lehrkräfteausbildung in Mecklenburg-Vorpommern wettbewerbsfähig und zukunftsorientiert ist. Und genau das wird durch diese Reform erreicht. Keine skurrilen Kochshows mit unappetitlichen Ergebnissen, keine Fake News in Pressemitteilungen, keine Angstmacherei der Bevölkerung, sondern tatsächlich fundierte, sachorientierte Politik. Und das ist genau der richtige Schritt, den wir in diesem Land bei der Reform der Lehrkräfteausbildung benötigen. (Beifall vonseiten der Fraktion der SPD und Dirk Bruhn, DIE LINKE) Lassen Sie uns daher gemeinsam diesen Weg gehen, zum Wohle unserer Kinder! – Ich bitte Sie um Zustimmung zu diesem Gesetzentwurf und danke ganz herzlich für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

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