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Falko Beitz

SPD 10.04.2025 Sitzungen 8/103

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! „Die Sonne schickt uns keine Rechnung.“ Dieser Satz von Franz Alt ist so zeitlos wie richtig. Sonnenenergie ist leicht zugänglich und liefert bezahlbare Energie als Strom und als Wärme. Wer ein Dach, eine Freifläche oder einen Balkon hat, kann damit unabhängiger werden. Deshalb lohnt sich die Debatte über Solarenergie, aber nicht so, wie sie hier heute von den GRÜNEN geführt wurde. Wenn wir über Solar sprechen, denken viele zuerst an Freiflächenanlagen, große Solarfelder entlang von Autobahnen oder auf alten Deponien. An solchen Orten sind sie auch sinnvoll. Aber auf klassischer Freifläche, wo früher vielleicht Getreide wuchs, stehen dann nur noch Module, vielleicht noch ein paar Hühner oder Schafe, aber sonst ist die Fläche weg. Das führt uns eigentlich zu der Kernfrage: Wo bauen wir unsere Solaranlagen? (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: In der Wüste.) Und wenn – denn es geht nicht nur darum, wie viele Anlagen wir bauen, sondern wo wir sie bauen –, Flächen sind ein knappes Gut und wir dürfen sie nicht unüberlegt zubauen. Gerade in Konkurrenz zur Landwirtschaft braucht es klare Regeln und Prioritäten. Das hat nichts mit Verhinderung zu tun, sondern mit einer Energiewende mit Augenmaß, und genau das ist unser Ansatz: nicht überall bauen, sondern dort, wo es sinnvoll ist. Und ein Blick in die Zahlen zeigt, das Ziel, bis 2040 rund 400 Gigawatt Photovoltaikleistung zu installieren, ist ambitioniert, aber machbar. Laut Fraunhofer stehen allein auf Dächern in Deutschland theoretisch 560 Gigawatt Potenzial zur Verfügung. Und wenn wir dann noch Parkplätze etwa von Supermärkten mit PV überdachen, kommen noch mal 60 Gigawatt hinzu. Diese Flächen, meine Damen und Herren, die sind schon versiegelt. Wir brauchen also keinen zusätzlichen Boden und erzeugen den Strom direkt dort, wo er gebraucht wird, in unseren Städten und Gemeinden. Und es gibt noch mehr Vorteile, beispielsweise bei den Solaranlagen auf Supermarktparkplätzen. Im Sommer stehen die Autos im Schatten, im Winter im Trockenen und bei Regen kann man ganz entspannt seinen Einkauf in den Kofferraum laden. Der Supermarkt kann hingegen Strom direkt nutzen, zum Beispiel für energieintensive Kühltruhen, oder bietet Ladestationen für Elektroautos an. Win win für alle. Im Gegensatz zu Windrädern, die sich schlecht inmitten von Wohngebieten aufstellen lassen, stören Solaranlagen auf Dächern so gut wie niemanden. Im Gegenteil, neben klassischen Modulen gibt es längst Solaranlagen als Dachziegel, Solarfassaden oder sogar Solarradwege und Zäune. Die Möglichkeiten sind da, meine Damen und Herren, wir müssen sie nur nutzen. Und, liebe Kolleginnen und Kollegen von den GRÜNEN, uns verbindet das Ziel, unseren Kindern eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. Und ja, es gibt politischen Handlungsdruck, das steht außer Frage. Und natürlich gibt es die Aufgabe der Opposition, die Regierung zu kritisieren, aber wer ständig so auftritt, als hätte er allein die Wahrheit gepachtet, der hilft dem Anliegen leider nicht weiter. Und ich sage es noch einmal klar: Wer für das Richtige kämpft, muss auch draußen Mehrheiten gewinnen, sonst bleibt dieses Ziel bloße Theorie. Wir als Sozialdemokraten wollen eine Energiewende mit Maß und Verstand, eine, die die Menschen mitnimmt und die Sorgen der Menschen ernst nimmt. Dafür werden wir in Mecklenburg-Vorpommern auch weiterhin einstehen. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

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