Enrico Schult
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Werte Bürger! Ein Handyverbot an Schulen, das wird derzeit deutschlandweit debattiert und jetzt hier auch im Schweriner Landtag, und das ist gut meine Damen und Herren! Gleich drei Fraktionen haben das Thema heute auf die Tagesordnung setzen lassen. Wir als AfD sind dabei aber die Einzigen, die etwas Konkretes vorlegen hier an dieser Stelle. Die CDU will in den Dialog starten. Dabei befinden wir uns schon längst im Dialog. Um die Smartphones wird deutschlandweit gerungen oder um den Einsatz in der Schule. Die FDP bleibt wie immer bewusst unbestimmt. Wir als AfD haben eine konkrete Forderung aufgemacht, (Zuruf von Daniel Peters, CDU) indem wir das Handy bis zur 6. Klasse komplett wegschließen wollen, das ist das Ende der Orientierungsstufe. (Constanze Oehlrich, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: So viel zum Thema Verbotsparteien!) Ab Klasse 7 sollen dann die Schulen eigenständige Regelungen treffen, wie wir dies bereits auch in unserer Pressemitteilung forderten, werte Kollegen. Also bis Klasse 6 wird das Handy morgens abgegeben und nachmittags nach dem Unterricht wird es wieder ausgeteilt. In Vorbereitung auf diesen Antrag habe ich mit meinen Kindern darüber gesprochen und Sie werden sich nicht wundern, dass sie davon abgeraten haben, diesen Antrag zu stellen. Das hat mich aber dennoch wieder bestärkt, ihn doch zu stellen, weil natürlich dort die Ablenkung sehr groß ist in der Klasse oder auch genau im Unterricht. Wichtig, jetzt darüber zu beraten, werte Kollegen, jetzt die Entscheidung zu treffen, sodass diese Regelung auch schon zum nächsten Schuljahr aktuell ist und gelten kann. Wir brauchen keine Endlosdebatten, Runden und Expertenanhörungen, die die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Handykonsum in der Schule, die sind nämlich schon längst bekannt, werte Kollegen. Und wer wissen will, wie es in den Schulen derzeit abläuft, der möge mal mit den Lehrern sprechen und der möge mal mit den Schülern sprechen. Ich habe das des Öfteren getan bei den Abgeordnetengesprächen, wo Lehrer und Schüler zugegen sind. Da wurde mir gesagt von den Schülern ja, ja, sie bräuchten das Handy, um auf die Uhr zu schauen während des Unterrichts. Zu meiner Zeit hingen da immer noch Uhren in der Klasse, ich weiß nicht, ob das jetzt nicht mehr der Fall ist. Und die Lehrer haben mir auch bestätigt, dass es schwierig ist, immer genau zu schauen, wer hat jetzt das Handy rausgeholt. Und insofern ist der Antrag, denke ich, auch genau richtig: Abschließen oder Einschließen in einen Schrank und nach dem Unterricht, nach dem Schultag gibt es dann das wieder. (Zuruf von Rainer Albrecht, SPD) Es gibt ja besagte Studien, deshalb halte ich nichts davon, dass wir jetzt noch diverse Expertengespräche starten. Ich möchte mal aus besagten Studien kurz zitieren. Die Internationale Hattie-Bildungsstudie wies bereits 2022 nach, dass eine übermäßige Smartphone-Nutzung deutliche Bildungslücken verursacht und eben gerade nicht Wissen vermehrt oder den Bildungshorizont erweitert, wie das früher illusionär angenommen wurde. Zudem werden Schlafstörungen und Cybermobbing als Gründe für massive Lernbeeinträchtigung benannt, werte Kollegen. In ähnlicher Weise stellte die Studie der London School of Economics einen Zusammenhang zwischen dem Leistungsvermögen von Schülern und deren Smartphone-Gewohnheiten her. Untersucht wurden Schülerleistungen vor und nach einem Handyverbot mit dem erhellenden Ergebnis, dass sich die Leistung von 16-jährigen um 6,4 Prozent verbesserten, nachdem das Smartphone konsequent aus dem Schulbetrieb herausgehalten wurde. (Zuruf von Rainer Albrecht, SPD) Und bei Schülern aus sozial schwachen Elternhäusern und sozial benachteiligten Elternhäusern steigerte sich die Leistung sogar um 14 Prozent. In Österreich gilt vom 1. Mai ein Handyverbot. Griechenland, Italien, Frankreich, die Niederlande und Lettland verbannten Smartphones schon weitgehend aus ihren Schulen. In Baden-Württemberg plant das Kultusministerium gerade eigens eine Schulgesetzänderung, die Schulen auf konsequente Regelungen im Umgang mit Smartphones verpflichtet und neue Handlungsempfehlungen gibt, werte Kollegen. Gleichfalls wird Hessen sein Schulgesetz zugunsten einheitlicher Handyregeln an den Schulen ändern. Eine private Nutzung der Geräte in Schulgebäuden und auf dem Schulgelände soll grundsätzlich verboten sein dann. Die Regierungsfraktionen CDU und SPD nahmen einen damaligen AfD-Antrag zum Anlass, einen diesbezüglichen Gesetzentwurf in den Landtag einzubringen, der schon nach den Sommerferien Gültigkeit haben wird. Genau das, werte Kollegen, das fordern wir auch für Mecklenburg-Vorpommern. Kein Handy bis zur 6. Klasse, klare Regelungen ab der 7. Klasse. Aber vor allem hätte ein solches Verbot auch wirklich eine eindeutige Wirkung auf die Eltern, die wissen, Schluss, in der Schule gibt es kein Handy, die werden eingeschlossen. Ich kann mein Kind dann auch nicht mehr erreichen. Ich muss, wenn was passiert ist, im Schulsekretariat anrufen, so, wie es früher ja der Fall war. Aber es würde in der Tat die Kinder nicht so sehr ablenken, und deshalb plädieren wir für diesen Antrag und bitten um Zustimmung. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Der Unterricht aber auch die Pausengestaltung würden davon profitieren. Keine unentwegte digitale Zerstreuung mehr. Die Kinder würden tatsächlich anfangen, sich zu unterhalten oder gar Fußball oder Basketball zu spielen. Insbesondere Kinder aus sozial schwachen Familien wäre die Schule als handyfreie Zone ein sicherer Hafen vom permanenten Online-sein. Das wird leider in den Elternhäusern auch schlecht vorgelebt. Insofern bitte ich Sie, stimmen Sie unserem Antrag zu. Wir haben konkret etwas vorgelegt, wo wir die Kinder auch von diesem Handykonsum sozusagen entlasten könnten. Das ist was Konkretes. Ich freue mich über eine sachliche Debatte, werte Kollegen. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Sandy van Baal, FDP: Die wird es!)
