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Stefanie Drese

10.04.2025 Sitzungen 8/103

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Das vergangene Jahr war nach Daten des Deutschen Wetterdienstes das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881. Und auch wenn die klimatischen Bedingungen Mecklenburg-Vorpommerns mit dem maritimen Einfluss noch relativ aushaltbar sind, wird der Klimawandel vor unserer Haustür nicht haltmachen. Das merken wir schon jetzt. So ist es im gleichen Zeitraum auch in Mecklenburg-Vorpommern um rund 1,7 Grad wärmer geworden. Diese Entwicklung wird Folgen haben für die Natur, für uns als Tourismusland. Aber Hitze zählt auch zu den größten Gefahren für die Gesundheit der Menschen und wird uns in den kommenden Jahren und Jahrzehnten noch stärker belasten. Darauf wollen wir uns einstellen und vorbereiten. In einigen Bereichen gelingt das schon ganz gut: beim Arbeitsschutz in Betrieben und Einrichtungen zum Beispiel, wo schon heute erste Regelungen zum Umgang mit der Wärme existieren. Wir müssen weiterdenken, denn Hitze beginnt und endet eben nicht am Arbeitsplatz, sondern insbesondere für die Personen, die aufgrund ihrer Risikofaktoren besonders gefährdet sind und die stationär untergebracht sind. Dazu gehören zum Beispiel Pflegeheimbewohner, akut Erkrankte, aber auch Kinder. Diese Gruppe trifft es gewissermaßen gleich doppelt. So ist sie nicht nur vorbelastet, sondern hat auch nicht immer die Möglichkeit oder das Wissen, sich an Hitzewellen anzupassen. Sie brauchen unsere Hilfe, unsere Aufmerksamkeit und unser Mitdenken, müssen informiert werden über Gesundheitsrisiken und Schutzmaßnahmen. Erst allmählich werden solche zielgruppenangepassten Konzepte entwickelt. Während viele an heißen Tagen zum Beispiel im Internet zu Tipps und Tricks im Umgang mit der Wärme fündig werden, trifft das eben nicht auf alle Bevölkerungsgruppen, insbesondere nicht auf die belasteten zu. Mit unserem in Arbeit befindlichen Hitzeschutzplan wollen wir genau hier ansetzen, um Informationen zu bündeln, um Zugangswege für die Erreichbarkeit und Ansprache von Risikogruppen zur Hitzeschutzaufklärung aufzuzeigen, um zu sensibilisieren und politischen Entscheidungsträgern dabei zu helfen, Maßnahmen zu entwickeln. Das oberste Ziel ist es dabei, gesundheitliche Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten, auch wenn sich unser Klima ändert. Gerade weil die Voraussetzungen ein klimatisch düsteres Bild zeichnen, gilt es, gemeinsam und gut abgestimmt zwischen Bund, Ländern, Kommunen, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Schulen, Kitas, Betrieben und vielen weiteren Einrichtungen mehr vorausschauend zu handeln, um den mit Hitze verbundenen gesundheitlichen Auswirkungen zu begegnen. In unserem Landeshitzeschutzplan setzen wir deshalb auf koordinierte Aktivitäten zur Prävention, auf Handlungsempfehlungen und Maßnahmen für nahezu alle Lebensbereiche. Diese sollen dann als Grundlage für unsere Kommunen dienen, um sie auf regionale Bedingungen anpassen zu können. Diesen Blick von vor Ort braucht es, damit der Hitzeschutzplan nicht als Einheitsvorgabe von oben herab seine Wirkung verfehlt. Die Kommunen wissen, wo sich Wärmeinseln bilden, bei denen Temperaturen bis zu zehn Grad höher liegen können, wissen, wo die Stadtplanung bisher wenig Bepflanzung vorsah, wissen, wo es zum Beispiel auch vulnerable Gruppen gibt, die nicht adäquat vor Hitze zu schützen sind. (Horst Förster, AfD: Da brauchen wir keinen Plan für!) Dennoch wollen wir sie mit dem Landeshitzeschutzplan bei der Erarbeitung der Maßnahmen unterstützen, beim Runterkühlen von öffentlichen Gebäuden zum Beispiel, bei Ansätzen für die Pflegeheime oder die Kinderbetreuung sowie die Stadtplanung. Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, Hitzewellen gehen mit ihren Problematiken aber über die bloße Wärmebelastung des Körpers hinaus. Bei steigenden Temperaturen steigt zugleich die Anzahl von Wundinfektionen nach Operationen und auch der Umgang mit gewissen Medikamenten muss angepasst werden. Wärme begünstigt aber auch die Verbreitung neuer Krankheitsüberträger oder von zum Beispiel Cyanobakterien. Auch darauf und auf die entsprechende Vorbereitung unserer Gesundheitssysteme wollen wir in der neuen Strategie eingehen. Die vorhergesehene Hitzeschutzplanung fasst deshalb vor allem Maßnahmen zusammen, die dazu dienen, auf hitzebedingte Gesundheitsrisiken zu reagieren oder diese zumindest zu verringern. Sie sehen, eine Vielzahl an Aspekten des Gesundheitssystems ist vom Klimawandel betroffen. Einige Risiken lassen sich institutionell und durch gute Planung schmälern oder vermeiden, aber auch jede und jeder kann selbst dazu beitragen, gut durch die wärmeren Tage zu kommen. Deshalb ist es wichtig, dass das Thema auch im Landtag Resonanz gefunden hat und wir noch einmal öffentlich darüber diskutieren und für das Thema sensibilisieren können, auch weil jede und jeder Einzelne viel dafür tun kann, um sich vor Hitze zu schützen. Hoffentlich dient die Debatte dazu heute als Denkanstoß. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

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