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Christian Albrecht

Die Linke 09.04.2025 Sitzungen 8/102

Ja, sehr geehrte Frau Präsidentin, werte Kolleginnen und Kollegen, ich glaube, die Problemstellung, die wurde jetzt hier einmal schon von meinen Vorrednerinnen und Vorrednern hinreichend dargestellt. Das Thema hat uns, hat das Ministerium, den Landessportbund, aber auch den Kreissportbund und natürlich auch das CJD lange beschäftigt, war auch bei uns in Rostock mehrfach Thema im Schul- und Sportausschuss. Und auch, wenn man jetzt wie Herr Waldmüller – natürlich vielleicht auch ein Stück weit zu Recht – beklagt, dass die Geburt zwei Jahre gedauert hat, muss ich doch feststellen aber, dass die Geburt erfolgreich war. Das Kind ist gesund, hat rosige Bäckchen, und ich glaube, wir haben jetzt eine Lösung im Interesse der Sportlerinnen und Sportler gefunden. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Und das ist das, was ich an der Stelle jetzt hier nach vorne stellen möchte. Natürlich kann ich nachvollziehen, dass man aus einer Oppositionssicht jetzt den Blick nach hinten richtet (Torsten Renz, CDU: Nee, überhaupt nicht!) und fragt: Wäre es nicht auch schneller gegangen? (Torsten Renz, CDU: Der war ganz seriös unterwegs.) Mag auch legitim sein. Ich bin froh, dass wir diese gute Lösung gefunden haben. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Was jetzt ohne dieses Gesetz gedroht hätte, auch das wurde hier schon entsprechend reflektiert: Wir hätten höhere Internatskosten, finanzielle Mehrbelastung der Eltern am Standort Rostock. Ich habe jetzt die ganz genauen Zahlen nicht im Kopf, aber ich meine, da standen ja dann monatliche Beiträge von über 800 Euro im Raum, was durch Eltern oder die Mehrheit der Eltern nicht zu leisten ist und wo über diese Kosten dann auch eine knallharte Sozialauslese stattzufinden drohte, (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) was aus einer LINKEN-, ja, aus einer egalitären Perspektive absolut nicht wünschenswert ist und ja auch dem Leistungsgedanken im Sport grundsätzlich zuwiderläuft, zumal wir ja gerade beim CJD noch den Umstand haben, dass neben diesen Internatskosten ja auch noch die normalen Kosten fürs Schulgeld dazukämen, und dann wäre man recht schnell bei über 1.000 Euro gewesen. Das ist jetzt abgewendet. Es hätten geringere Aufnahmezahlen und Abmeldungen gedroht von Nachwuchsathlet/-innen sowie eine Abwanderung von Talenten in benachbarte Bundesländer. Auch das kann ja niemand wollen. Und weiterhin ist festzustellen, dass das CJD ja auch schulische Ausbildung, Internatsunterbringung der Landeskader sowie der Bundeskader an den Bundesstützpunkten Segeln, Rudern und Wasserspringen absichert. Sie bieten eine Unterstützungsleistung, flexible Regelungen zur Absolvierung des Trainings und der Wettkämpfe entsprechend den Rahmentrainingskonzeptionen der Spitzenverbände. Und eine Gefährdung beziehungsweise Schwächung des Sportstandortes Rostock würde auch unweigerlich die Gefährdung der Leistungssportstrukturen des Landes nach sich ziehen, bis hin zu einer Aberkennung der Bundesstützpunkte in Rostock – auch das abgewehrt. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Und warum hat das zwei Jahre gedauert?) Ja, das kann ich Ihnen jetzt nicht genau en détail sagen, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Aha!) aber das könnte man ja auch so interpretieren, dass das durchaus auch dicke Bretter sind, die zu bohren sind, dass es ja viele Fragen sind, die man klären muss. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Ja, eben nicht in dem Fall.) Na ja, offensichtlich ja doch. Das ist ja dann Ihre Behauptung. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Aber Sie versuchen mich auch schon wieder jetzt hier bloß abzulenken. (Zuruf von Torsten Koplin, DIE LINKE) Das müssen Sie an anderer Stelle dann klären. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Am Ende zählt das Ergebnis. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Zu den Lösungen und wie die im Einzelnen ausgestaltet werden, hat ja die Frau Ministerin schon ausgeführt, das möchte ich jetzt auch nicht noch mal en détail hier wiedergeben. Was für mich noch mal wichtig ist, ist, dass die, also auch aus Sicht eines Kommunalpolitikers, dass die Landkreise oder kreisfreien Städte den Ausgleich zahlen, aus denen die entsprechenden Schüler/-innen stammen. (Zuruf von Torsten Koplin, DIE LINKE) Mit Blick auch auf den kommunalen Haushalt ist das nicht unwichtig, dass jetzt hier entsprechend – da ja auch gerade beim CJD viele Schülerinnen und Schüler und auch Kader aus dem Landkreis Rostock oder teilweise auch anderswo herkommen –, dass das dann nicht einseitig bei der Hansestadt abgeladen wird. Ich finde, unterm Strich ist das eine gute Lösung. Ich möchte auch hier noch mal Frau Ministerin unterstützen. Ich habe extra noch mal bei der Oberbürgermeisterin, dem Sportsenator und auch beim Kreissportbund nachgefragt. Alle sind damit jetzt sehr glücklich, sehr einverstanden und freuen sich, dass es jetzt hier vor allen Dingen eine Verbindlichkeit gibt und auch eine klare Perspektive, nicht nur für die Sportlerinnen und Sportler, die jetzt dort am Standort sind und untergebracht werden müssen, sondern eben auch in der Perspektive für die, die da nachwachsen. Und dass wir viele tolle und erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler im Land haben, ich glaube, das ist unbenommen. Wir haben damit jetzt einen Beitrag geleistet, dass das auch in Zukunft so bleiben kann. Insofern freue ich mich darüber. Alles Weitere, auch Ihre Fragen, die können Sie ja dann in der weiteren Beratung noch einmal stellen. Ich werbe dafür, dass wir das dann heute entsprechend zur Überweisung geben, weiter an dem Thema dranbleiben. Ich glaube, das ist eine tolle Sache, und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

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