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Barbara Becker-Hornickel

FDP 14.03.2025 Sitzungen 8/101

Sehr geehrte Präsidentin! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Gleich zu Anfang: So schön wie unser Kollege Hannes Damm kann ich das nicht, aber meine Stimme – das wissen Sie ja – ist vielleicht auch dafür geeignet. Ich habe es noch nicht ausprobiert. Vorpommern ist wirklich meine Heimat. Aufgewachsen – ja, ist das Ostsee? – in Stralsund, das ist unser … (Patrick Dahlemann, SPD: Strelasund.) Nein, bitte Stralsund! Ich kann Ihnen auch … Aufgewachsen am Strelasund – ich war noch nicht bei „Ostsee“ –, aber in Stralsund. Manche sagen es immer mit Begeisterung falsch. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und FDP) Und Vorpommern ist eine Heimat gelebter Tradition und handwerklicher Meisterleistung. Unser immateriell …, immaterielles Kulturerbe – Gott, schweres Wort! – von der kunstvollen Fertigung der pommerschen Fischerteppiche über das traditionsreiche Reetdachdecker-Handwerk – ich zähle jetzt nicht alles auf – bis hin zum Malchower Volksfest und Barth, die Stadt der Königin – ich glaube, aktuell müsste es immer noch ungefähr 100 Königinnen geben, vom ganz kleinen Alter bis zum Seniorenalter – prägen unsere Identität und bereichern das kulturelle Leben unserer Heimat. Diese lebendigen Traditionen sind weit mehr als Erinnerungen an vergangene Zeiten. Sie sind Ausdruck unseres gemeinsamen kulturellen Erbes, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Die kunstvollen Fischerteppiche aus Freest erzählen die Geschichte einer Region, die von Wasser und Handwerk ist, aber auch von Findigkeit und Mut in schwerer Zeit. Meine Zeit lässt es jetzt nicht zu, Ihnen genau den Hintergrund dieser Tradition hier vorzutragen. Das Reetdachdecker-Handwerk verbindet Nachhaltigkeit mit jahrhundertealtem Wissen und prägt vielerorts das unverwechselbare Landschaftsbild. Und das Malchower Volksfest – auch schon hier Thema –, seit über 170 Jahren gefeiert, bringt Menschen zusammen, lässt Traditionen lebendig werden, schafft Begegnung und Gemeinschaft. Dieses immaterielle Kulturerbe verdient unsere Wertschätzung und Förderung. Nur, wenn wir unsere kulturellen Ausdrucksformen und Vielfalt bewahren oder auch mit aufnehmen – ich freue mich über die Weltoffenheit unseres Landes –, vermitteln und weiterentwickeln können, können sie für zukünftige Generationen lebendig bleiben. Dies beginnt mit dem Zugang zu eigenen kulturellen Erfahrungen, mit kultureller Bildung und mit der Möglichkeit zur künstlerischen Auseinandersetzung. Kulturelle Bildung eröffnet neue Perspektiven, fördert Kreativität und stärkt die eigene Identität. Gerade in einer Zeit der Schnelllebigkeit und der Globalisierung ist es von besonderer Bedeutung, unsere regionalen Traditionen zu bewahren und gleichzeitig offen für neue Einflüsse zu bleiben. Wir unterstützen die Einführung einer öffentlichen Landesliste „Immaterielles Kulturerbe in Mecklenburg-Vorpommern“. Eine solche Liste kann nicht nur das Bewusstsein für die Vielfalt unserer kulturellen Traditionen schärfen, sondern auch die Menschen ermutigen, aktiv an der Pflege und Weitergabe dieses Erbes mitzuwirken. Es ist immer gut, die eigenen Wurzeln zu kennen. Es ist unser aller Verantwortung, dieses Erbe zu schützen, zu pflegen und in die Zukunft zu tragen. Gefallen hätte mir allerdings auch, wenn der finanzielle Aspekt im Antrag noch erhalten gewesen wäre. Und jetzt? Mien Vadding, de hett ümmer to uns seggen, dat man Minschen – wi worn Kinnings, merkens –, ihr seid Vörpommern, vergät dat nich, nich so väl snacken, maken, bewohrt euer Erbe in euer Harten. – Danke! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und Jan-Phillip Tadsen, AfD)

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