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Stefanie Drese

14.03.2025 Sitzungen 8/101

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! In Vertretung von Ministerin Martin darf ich folgende Rede halten: Wie Sie alle miterlebt haben, sind dieses wunderschöne Schloss, in dem unser Landtag tagt und arbeitet, und das gesamte Residenzensemble in Schwerin seit Juli 2024 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt. (Beifall Jens-Holger Schneider, AfD) Ebenfalls wissen viele, dass 2002 die historischen Altstädte Wismar und Stralsund als gemeinsames Weltkulturerbe in die Liste der UNESCO aufgenommen wurden. Manchen ist auch bewusst, dass ein drittes UNESCO-Welterbe – zumindest teilweise – in Mecklenburg-Vorpommern liegt, und zwar das Weltnaturerbe mit den alten Buchenwäldern Deutschlands, von deren fünf immerhin zwei in Mecklenburg-Vorpommern liegen, im Nationalpark Serrahn und auf Rügen. Aber weniger bekannt ist die seit 2003 verabschiedete UNESCO-Konvention zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes. Die Bundesrepublik Deutschland hat diese völkerrechtliche Vereinbarung 2013 ratifiziert. Dem liegt ein umfassender Kulturbegriff zugrunde, der nicht nur Denkmale und Kunstwerke umfasst, sondern alles, was Menschen hervorbringen und wie sie es tun, und auch die Art und Weise, wie Menschen ihr Zusammenleben gestalten. Diese Kultur schließt also sämtliche Lebensbereiche ein. Der Dank der Landesregierung gilt den Koalitionsfraktionen, dass sie dieses für das Selbstverständnis unseres Landes so wichtige Thema in dem vorliegenden Antrag zum Gegenstand der Beratungen hier im Landtag machen. Für das unermüdliche Engagement der Abgeordneten Dr. Anna-Konstanze Schröder in dieser Sache möchte ich nicht nur stellvertretend für Bettina Martin, sondern auch persönlich an dieser Stelle ausdrücklich Dank sagen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Unser Bundesland Mecklenburg-Vorpommern zeichnet eine Vielfalt wertvoller Traditionen und Fähigkeiten in Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und anderen Bereichen aus, die überall im Land gelebt und praktiziert werden. Wir sind uns dieses Schatzes, den zu bewahren und weiterzugeben unsere Aufgabe ist, oft nicht bewusst. Deshalb hilft dieser Antrag, dieses Erbe stärker ins Bewusstsein zu rücken. Seit 2014 haben es zwölf Bewerbungen aus Mecklenburg-Vorpommern geschafft, durch den Eintrag in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Deutschland anerkannt zu werden. Dazu zählen das Reetdachdecker-Handwerk, das Köhlerhandwerk und die Teerschwelerei, die traditionelle kunsthandwerkliche Herstellung der Darßer Haustüren, das Bewahren und Segeln der Zeesboote in der vorpommerschen Boddenlandschaft oder die 100-jährige Tradition der vorpommerschen Fischerteppiche. Aktuell warten wir auf die Empfehlung der nationalen Expertenkommission zur Bewerbung der Küstenfischer an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns, die 2023 eine Bewerbung um Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis abgegeben haben. Es geht also nicht nur um die vermeintlich hohe Kunst und Kultur, sondern um unser Leben, unseren Alltag, unsere Fähigkeiten und somit um alles, was unsere Heimat ausmacht und was unsere Identität prägt. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Die kulturellen Traditionen wie der Brauch des Martensmannes, der zwischen Lübeck und Schwerin eine mehrhundertjährige Tradition hat, die niederdeutschen Bühnen, das Spiel auf der diatonischen Handharmonika, die Vielfalt des Sagenerzählens, Frau Dr. Schröder hat das gerade erzählt, oder die Barther Kinderfeste, das Malchower Volksfest, beide sind mit einer fast 200-jährigen Geschichte, das sind einzigartige und national bedeutsam anerkannte Ereignisse. Es ist toll, und viele ehrenamtlich Engagierte sind in diesem Bereich ganz aktiv, diese Fähigkeiten weiterzugeben und zu vermitteln. Sie sehen, immaterielles Kulturerbe, es zu pflegen und zu vermitteln, ist eine Querschnittsaufgabe, und wir alle stehen in der Verantwortung, dazu beizutragen. Daher bin ich dankbar dafür, dass mit diesem Antrag die Chance eröffnet wird, darüber zu beraten, wie wir gemeinsam dieser Verantwortung noch besser gerecht werden können. Lassen Sie uns also gemeinsam Wege suchen, wie wir dem besser gerecht werden und unser gemeinsames Erbe im Land und über die Landesgrenzen hinaus sichtbarer machen, langfristig sichern können! – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

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