Dirk Stamer
Ja, das würde ich gerne. Ich bin auch gerade tatsächlich mitten dabei, das zu erklären. Im Forderungsteil unseres Antrags haben wir gesagt, dass wir die Forschung im Bereich der KI stärken wollen. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Wie denn?) Das ist das eine. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Das ist zu trennen von einer landesweiten KI-Strategie. Das ist vielleicht eine Anmerkung, die an dieser Stelle zu machen ist, weil die liegt organisatorisch im Innenministerium. Das liegt tatsächlich nicht im Bereich der Forschung. Wir beschäftigen uns hier mit der Forschung, und im Bereich der Forschung beschäftigen uns mit den drei Bereichen: der Lehre, der Forschung und dem Transfer in die Wirtschaft hinein. Und das ist alles drei in den Forderungen, in dem Forderungsteil des Antrages abgebildet. Schauen Sie da bitte einmal rein! Im Bereich der Forschung – das hatte ich jetzt ja nun gerade – und zuletzt selbstverständlich im dritten Bereich, dem Transfer, ist das Zentrum für Künstliche Intelligenz in Rostock bereits erwähnt worden. Hier gibt es eine Vielzahl von Projekten, die sowohl bei der praktischen Umsetzung des theoretischen Wissens profitieren als auch wiederum als Anwendungsfall für die Forscherinnen und Forscher wertvolle Erkenntnisse für die Wissenschaft liefern, also eine beidseitige Win-win-Situation. Die Qualität von wissenschaftlichen Abschlussarbeiten steigt signifikant, wenn es neben der theoretischen Betrachtung des Forschungsgegenstands auch einen praktischen Anwendungsfall gibt. In Kooperation mit dem Zentrum für KI sind bereits eine Vielzahl von Abschlussarbeiten entstanden. Und für kleine und mittlere Unternehmen entstehen wissenschaftlich begleitet hoch spezialisierte Lösungen für den ganz konkreten Fall, denn gerade KMUs haben oft nicht die finanziellen und personellen Kapazitäten, sich selbstständig umfassend mit KI-Lösungen zu beschäftigen. Und dabei sind doch gerade dort die Automatisierungs- und Innovationspotenziale enorm. Ganz konkrete Projekte im Land versuchen mithilfe von KI den Wartungsbedarf von Maschinen und Anlagen vorherzusehen und somit Ausfallzeiten zu minimieren. Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit der Optimierung von Lüftungsanlagen in Abhängigkeit der im Raum anwesenden Personen. Dies reduziert den Energieverbrauch und sorgt auch da für ein besseres Raumklima. Es gibt eine Vielzahl von ganz konkreten Projekten, die den Unternehmen im Land einen direkten Mehrwert liefern. Eine stärkere Vernetzung und gezieltere Beratung kann hier helfen, diese Innovationskraft weiter zu entfalten, und das möchten wir darüber hinaus auch gerne unterstützen. Das Thema der ethischen Betrachtung des Forschungsgebiets der Künstlichen Intelligenz ist uns ebenfalls wichtig. Künstliche Intelligenz darf nicht gänzlich unreguliert bleiben. Der verantwortungsvolle Umgang mit KI-Systemen – ethisch fundiert, transparent und auch datenschutzkonform – ist ein Grundpfeiler unseres Antrags, (Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) denn nur, wenn Bürgerinnen und Bürger Vertrauen in neue Technologien haben, können sie sich langfristig durchsetzen und eine breite Akzeptanz finden. Dieses und weitere Themen kann M-V aber nicht im Alleingang bewältigen, so viel gehört zur Wahrheit auch dazu. Deshalb fordern wir über die genannten Punkte hinaus die Landesregierung auch dazu auf, die M-V-Präsidentschaft in der Wissenschaftsministerkonferenz zu nutzen, um eine umfassende nationale KI-Offensive zu befördern – in enger Abstimmung mit allen Ländern und auf europäischer Ebene. KI ist ein globales Thema. Deutschland und die Europäische Union dürfen hier nicht ins Hintertreffen geraten, wenn wir unseren Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort und somit direkt unseren Wohlstand langfristig sichern wollen. Zusammenfassend möchte ich noch einmal sagen, dass der vorliegende Antrag den Handlungsrahmen schafft, um KI als Querschnittstechnologie im Bereich der Wissenschaftslandschaft Mecklenburg-Vorpommerns zu etablieren und auszubauen. Er sorgt dafür, dass bereits vorhandene und erfolgreiche KI-Projekte langfristig gestärkt und vernetzt werden. Und er fördert den verantwortungsvollen Umgang mit KI, um das so wichtige gesellschaftliche Vertrauen zu schaffen, und bettet das Thema darüber hinaus in einen deutschland- und europaweiten Kontext ein. (René Domke, FDP: Das kann der Antrag mit Sicherheit nicht.) Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, lassen Sie uns gemeinsam die richtigen Weichen stellen, damit Mecklenburg-Vorpommern bei der KI-Entwicklung die Chancen nutzt und langfristig davon profitieren kann. Ich bitte Sie daher im Interesse der Wissenschaft des Landes um Zustimmung zu unserem Antrag und danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
