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Christian Albrecht

Die Linke 30.01.2025 Sitzungen 8/97

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! KI kann heute schon wahnsinnig viel und gefühlt wird das jeden Tag auch immer mehr. Aber egal, was KI leisten kann und leisten wird, sie kann uns nicht das abnehmen, was so elementar für das Funktionieren unserer Gesellschaft ist: kritisches Denken, Kreativität, Verantwortungsbewusstsein. Und da wir das ja immer noch selber leisten müssen, ist es auch genau deshalb so wichtig, dass auch Mecklenburg-Vorpommern im Umgang mit KI klug, transparent und vor allen Dingen zukunftssicher agiert. (Präsidentin Birgit Hesse übernimmt den Vorsitz.) Künstliche Intelligenz ist eine der größten technologischen Herausforderungen unserer Zeit. Und KI ist keine Mode, die dann irgendwann wieder verschwindet, sie verändert gerade ganz grundsätzlich unser Leben und die Art, wie wir wirtschaften – ob wir wollen oder nicht –, und es ist an uns, ob wir diesen Prozess aktiv gestalten oder uns dieser Entwicklung ausliefern wollen. Unsere Hochschulen in Rostock, Greifswald und Wismar haben die Bedeutung dieser Technologie schon längst erkannt. Sie treiben Forschungsprojekte voran, entwickeln innovative Lehrkonzepte und stehen dennoch vor zahlreichen Herausforderungen. Studierende nutzen KI-Tools wie ChatGPT und Google Lens zur Bearbeitung ihrer Studieninhalte mittlerweile ganz selbstverständlich. Dies kann ihnen helfen, komplexe Themen besser zu durchdringen oder Recherchearbeiten zu verkürzen. Es birgt aber auch die Gefahr, dass analytische Fähigkeiten verkümmern. Unser Ziel muss es sein, den verantwortungsvollen Einsatz von KI zu fördern und den kritischen Umgang mit diesem Werkzeug zu stärken. Die Hochschulen betonen deshalb, nur, weil KI fast immer eine wohlfeile Antwort liefert, bedeutet das nicht immer, dass diese auch korrekt ist. KI sollte als unterstützendes Instrument betrachtet werden, nicht als Ersatz für fundierte wissenschaftliche Methodik oder eigenständiges Denken. Bildung muss weit über das Generieren von Texten hinausgehen, es geht um Analyse, um Reflexion und die Fähigkeit, Wissen eigenständig zu bewerten. Für uns ist daher immer klar, KI kann lediglich ein Werkzeug sein, KI darf nie die Richtung vorgeben, sie darf nicht für oder gar über Menschen entscheiden. Und ich betone das an dieser Stelle so, weil wir solche Debatten auch hier an dieser Stelle schon hatten, als wir zum Beispiel darüber sprachen, ob KI bei der Schullaufbahnempfehlung von Schülerinnen und Schülern zum Einsatz kommen sollte oder nicht, ne, also das ist eines dieser Beispiele. Aber genug der Rückschau. Die im Antrag angedachten Maßnahmen zur Erhöhung der Rechenkapazitäten, der bessere Zugang (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) zu hochwertigen Forschungsdaten und die gezielte Förderung von wissenschaftlichem Nachwuchs sind essenzielle Schritte zur Positionierung Mecklenburg-Vorpommerns als Wissenschaftsstandort. Ein entscheidender Aspekt des Antrags ist die Integration von KI als zentrales Thema in den Zielvereinbarungen zwischen dem Land und den Hochschulen für die kommende Planungsperiode. Da wird es dann also entsprechend prominenter platziert. Und ein weiterer zentraler Punkt ist die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und kleinen sowie mittleren Unternehmen. Das Zentrum für Künstliche Intelligenz in M-V an der Universität Rostock spielt hierbei eine Schlüsselrolle. Es muss verstärkt als Vermittlungsstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft fungieren, um insbesondere kleinen Unternehmen den Zugang zu KI-Technologien zu erleichtern. Gerade durch den Aufbau von Innovationshubs, in denen Unternehmen gemeinsam mit Forschungseinrichtungen an praxisnahen KI-Lösungen arbeiten, kann der Wissenstransfer nachhaltig gesichert werden. Das schafft nicht nur neue Geschäftsfelder, sondern stärkt auch die Wettbewerbsfähigkeit unserer heimischen Wirtschaft. Neben der infrastrukturellen und wissenschaftlichen Förderung müssen wir auch verstärkt in Bildung und Qualifikation investieren. KI betrifft nicht nur Fachleute oder einen kleinen elitären Kreis, sondern die gesamte Gesellschaft. Und diese Gesellschaft muss in die Lage versetzt werden, mit der technologischen Entwicklung Schritt zu halten. Wir benötigen daher auf Sicht ein umfassendes Bildungskonzept, das KI-Kompetenzen bereits in den Schulen vermittelt und lebenslanges Lernen fördert. Lehrkräfte müssen geschult werden, um KI effektiv in den Unterricht zu integrieren, und Unternehmen sollten in die Lage versetzt werden, ihre Mitarbeitenden kontinuierlich weiterzubilden. Der Antrag hebt weiterhin zu Recht hervor, dass der Einsatz von KI ethisch transparent und wertbasiert erfolgen muss. Dies erfordert zum einen auch technische Maßnahmen, aber auch vor allem klare Richtlinien für den ethischen Umgang mit KI in Bildung und Forschung. KI ist hierbei kein Selbstzweck, sie muss einen gesellschaftlichen Mehrwert bieten und auf nachvollziehbaren, fairen Prinzipien beruhen. Und deswegen ist es auch wichtig, dass öffentliche Einrichtungen wie etwa unsere Universitäten hier mitforschen und wir diese Entwicklung nicht allein zum Beispiel kalifornischen Techunternehmen oder chinesischen Unternehmen überlassen, die hier sicherlich mit einem anderen Mindset herangehen. Unter diesem Punkt, ne, also der ethischen Herangehensweise, die wir ja hier eingebracht haben, ließen sich auch die Anliegen der GRÜNEN subsumieren, die sie in ihrem Änderungsantrag eingebracht haben. Und aus unserer Sicht ist das damit abgegolten. Ich komme zum Schluss. Mecklenburg-Vorpommern hat die Chance, sich hier als Vorreiter vielleicht nicht ganz in der allerersten Reihe, ne, aber schon, sage ich mal, trotzdem in einer guten Position einzubringen. Wir wollen diese Chance nutzen, indem wir Ethik, Transparenz und gesellschaftliche Verantwortung in den Mittelpunkt unserer Bemühungen stellen. Und insofern würde ich mich dann freuen … (Der Abgeordnete Hannes Damm bittet um das Wort für eine Anfrage.)

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