Barbara Becker-Hornickel
Sehr geehrte Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Wir stehen heute vor einem Antrag, der ein hochaktuelles und zukunftsweisendes Thema aufgreift, das Forschungsdatenmanagement, ein Thema, das, wie im Antrag zu Recht betont wird, das Fundament wissenschaftlicher Exzellenz, wirtschaftlicher Innovation und gesellschaftlicher Entwicklung bildet. Diesem Fokus auf Digitalisierung und Innovation, dem können wir nur zustimmen. Aber ich betone, unser Ziel als Freie Demokraten ist es, nicht nur über Fortschritt zu sprechen, sondern ihn aktiv zu gestalten, effizient, nachhaltig und mit einem klaren Kompass der Freiheit und Eigenverantwortung. Genau hier setzt unsere kritische Perspektive an. Der Antrag benennt viele richtige Ansätze. Die Förderung von Daten, Kompetenzen und Bedeutung qualitativ hochwertiger Forschungsdaten, gerade im Hinblick auf Künstliche Intelligenz, treffen den Nerv der Zeit. Auch die Vernetzung der Hochschulen und die Stärkung von Open-Science-Prinzipien sind essenziell, um Mecklenburg-Vorpommern als Wissenschaftsstandort voranzubringen. Doch, meine Damen und Herren, uns fehlt die Konkretisierung und die Balance zwischen staatlicher Steuerung und der Freiheit unserer Hochschulen. Wir sehen die Gefahr, dass die vorgeschlagene Verankerung des Forschungsdatenmanagements im Hochschulgesetz und in Entwicklungsplänen zu einer unnötigen Zentralisierung führt. Unsere Hochschulen brauchen keine zusätzlichen bürokratischen Fesseln. Sie brauchen die Freiheit, innovative Ansätze zu entwickeln, die flexibel auf technologische Veränderungen reagieren können. (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP) Ebenso bleibt der Antrag vage, wenn es um die Kosten und den Nutzen der vorgeschlagenen Maßnahmen geht. Ja, Digitalisierung und Datenmanagement sind essenziell, aber sie sind auch teuer. Wie sollen die notwendigen Investitionen in Infrastruktur, Schulungen und Projekte wie dem „Datenkompass M-V“ finanziert werden? Hier fehlen klare Zahlen und eine fundierte Kosten-Nutzen-Analyse. Das finden wir an diesem Punkt unvollständig. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den mangelnden Fokus auf bundesweite Synergien. Ein starkes Forschungsdatenmanagement kann nur in einem bundesweit abgestimmten Rahmen funktionieren. Der Antrag verschwendet jedoch Potenzial, indem er sich zu sehr auf die Landespolitik konzentriert. Und schließlich, meine Damen und Herren, vermissen wir im Antrag eine echte Vision für die Eigenverantwortung der Hochschulen und eine klare Abgrenzung zwischen staatlicher Unterstützung und unnötiger Einmischung. Freiheit, Innovation und Eigenverantwortung sind unsere Leitlinien, die wir auch in diesem Antrag stärker gesehen hätten. Wir werden uns zu diesem Antrag enthalten, nicht, weil wir das Thema ablehnen, sondern weil wir glauben, dass dieser Antrag in seiner jetzigen Form nicht den Qualitätsanspruch erfüllt, den wir an Wissenschaftspolitik stellen. Wir wünschen uns mehr Klarheit, mehr Kostenbewusstsein und mehr Vertrauen in die Innovationskraft unserer Hochschulen. Dem Antrag auf die Überweisung in die Ausschüsse stimmen wir zu. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP)
