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Stefanie Drese

12.12.2024 Sitzungen 8/94

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Gut, dass wir uns anlässlich des Antrags im Landtag mit dem Forschungsdatenmanagement befassen. Und bei diesem wichtigen Thema gibt es ja durchaus auch Schnittmengen mit dem Gesundheitsministerium, dennoch vertrete ich natürlich die Wissenschaftsministerin. Die Rede basiert daher auch auf dem Manuskript des zuständigen Ministeriums. Wenn Forschung und Wissenschaft die Motoren für die Innovationsfähigkeit unseres Landes sind, dann sind Daten, um im Bilde zu bleiben, der notwendige Treibstoff für diesen Innovationsmotor. Forschungsdatenmanagement, also das vernünftige Sammeln von Forschungsdaten, deren Archivierung, Vernetzung und das Zugänglichmachen dieser Forschungsdaten wird zu einem immer wichtigeren Faktor für die Qualität von Forschungs- und Innovationsprozessen. Und deswegen ist das Thema, das dieser Antrag aufgreift, von großer Bedeutung, nicht nur für den Wissenschaftsstandort M-V, sondern auch für den gesamten europäischen Forschungsraum. Im Rahmen des digitalen Wandels ergeben sich neue Wege und Möglichkeiten für die Beschaffung, Speicherung, Archivierung, Auswertung, Reproduzierbarkeit und Verbreitung von Forschungsergebnissen und Daten. Wir in Deutschland haben da Nachholbedarf. Deswegen ist es gut und wichtig, dass es auf nationaler Ebene, zum Beispiel mit der NFDI, der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur, bereits gemeinsame Anstrengungen des Bundes und der Länder gibt. Dort bringen wir uns als Land und dort bringen sich auch unsere Wissenschaftseinrichtungen seit geraumer Zeit aktiv ein. Gerade in Zeiten der Digitalisierung, KI und Big Data ist die Bereitstellung und Nutzung von immer größeren Datenmengen eine große Herausforderung. Aber es gibt dazu keine Alternative. Ohne zeitgemäßes Forschungsdatenmanagement wird es für die Hochschulen zunehmend schwieriger, Drittmittel ins Land zu holen. Das Vorhandensein eines entsprechenden Forschungsdatenmanagements ist mittlerweile Standard und wird als sogenanntes Querschnittsthema in den Begutachtungen geprüft. Ohne entsprechende Expertise im Land hätten die Universitäten Rostock und Greifswald beispielsweise die gerade von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewilligte Forschungsförderung (allgemeine Unruhe – Glocke der Vizepräsidentin) für die Moorforschung Wetscapes 2.0 in Höhe von 10 Millionen Euro nicht erfolgreich einwerben können. Weil wir uns der Wichtigkeit eines klugen Umgangs mit Forschungsdaten, eines effektiven und professionellen Umgangs bewusst sind, haben wir in Mecklenburg-Vorpommern bereits die rechtlichen Rahmenbedingungen mit dem Gesundheitsforschungsstärkungsgesetz verbessert. Außerdem haben wir im Rahmen des 40-Millionen-Euro-Digitalisierungsprogramms für die Hochschulen als Land Mecklenburg-Vorpommern den Aufbau des Projekts „Datenkompass M-V“ mit insgesamt 703.642,05 Euro gefördert. Zudem wollen wir den freien Zugang zu Forschungsdaten und -ergebnissen im Landeshochschulgesetz als eine neue Aufgabe der Hochschulen sowie in den Eckwerten für die Hochschulentwicklung bis 2030 verankern. Am 8. November stellte das Verbundprojekt „Datenkompass Mecklenburg-Vorpommern“, an dem unter anderem beide Universitäten und Unimedizinen, die Hochschulen Wismar, Stralsund und Neubrandenburg sowie verschiedene außeruniversitäre Forschungseinrichtungen beteiligt waren, die Ergebnisse der Arbeit an der Universität Greifswald vor. Das Projekt befasste sich mit der Frage, wie Forschungsdaten in Mecklenburg-Vorpommern über Forschungseinrichtungen und Fachrichtungen hinweg sinnvoll zusammengeführt, verknüpft und ausgewertet werden können. Und natürlich sind neben dem Wissenschaftsministerium auch andere Ressorts, wie das Innen- und Digitalisierungsministerium, einbezogen. Die Erkenntnisse der Netzwerkarbeit in dem von unseren Einrichtungen und ihren Experten sehr breit getragenen Prozess wurden in einem Konzeptpapier vorgestellt. Dies ist eine sehr gute Grundlage für die Klärung der vielen Fragen, wie die Menge an Daten, welche durch Forschung generiert werden, bei uns im Land sinnvoll föderal gemanagt werden können, das heißt, wie wir mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen zentrale und dezentrale Ansätze sinnvoll gemeinsam angehen und die Finanzierungslasten zwischen allen Beteiligten aufteilen können. Im Namen der Wissenschaftsministerin, aber auch persönlich danke ich an dieser Stelle allen beteiligten Einrichtungen und Forschenden, dass sie sich mit diesem komplexen Thema befasst und gemeinsam Vorschläge vorgelegt haben und weiter daran arbeiten werden, denn es geht am Ende nicht nur um M-V, sondern, wie gesagt, um die Wettbewerbs- und Anschlussfähigkeit an nationale und internationale Daten und Forschungsprojekte. Mit allen Beteiligten ist und bleibt das Wissenschaftsministerium in Kontakt und im Dialog. Ziel muss es sein, gemeinsam in M-V ein zeitgemäßes Forschungsdatenmanagement zu etablieren. Das erfordert die Anstrengung aller Beteiligten. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

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