Dirk Stamer
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich freue mich ganz besonders, Ihnen heute diesen gemeinsamen Antrag der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Stärkung des Forschungsdatenmanagements – vorstellen zu können. Mecklenburg-Vorpommern ist ein Land mit einer gut aufgestellten Wissenschaftslandschaft und sehr vielen, ganz innovativen Forschungsprojekten. Unsere Universitäten, Fachhochschulen, bald auch Hochschulen für angewandte Wissenschaften genannt, und eine Vielzahl von außeruniversitären, wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen leisten einen unschätzbaren Beitrag zur wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und damit auch wirtschaftlichen Entwicklung dieses Landes. Investitionen in die Wissenschaft und in die Bildung sind für uns direkte Investitionen in die Zukunft unseres Landes. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Um diese Stärken weiter auszubauen, ist es unabdingbar, dass wir die Rahmenbedingungen für Forschung und Wissenschaft nachhaltig und stetig verbessern. Und unser Antrag zur Stärkung des Forschungsdatenmanagements setzt genau hier an. Wir wollen ein effizientes und zukunftsorientiertes System schaffen, das es unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglicht, Forschungsdaten einfacher zu speichern, zu teilen und wiederzuverwenden. Dieser Antrag ist also ein ganz wichtiger Schritt, um die Zukunftsfähigkeit unseres Wissenschaftsstandortes Mecklenburg-Vorpommern zu sichern und weiter auszubauen, (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Rainer Albrecht, SPD: Sehr gut!) denn wir leben längst in einem Informationszeitalter. Gute wissenschaftliche Daten sind heutzutage unerlässlich. Sie sind die Grundlage für Innovationen in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Denken wir nur einmal daran, wie schnell die weltweite Forschungsgemeinschaft einen Corona-Impfstoff entwickeln konnte. Und dies ist nicht zuletzt nur durch das Teilen und gemeinsame Nutzen von einmal erfassten Forschungsdaten geschehen. Ein nachhaltiges Forschungsdatenmanagement ist daher nicht nur eine technische Notwendigkeit, sondern eine strategische Investition in die Zukunft unseres Landes. Und mit dem Antrag möchten wir die digitale Transformation unserer Hochschulen aktiv und entschlossen vorantreiben. Es darf nicht sein, dass Forschende mehr Zeit damit verbringen, Datensätze zu vereinheitlichen, zu bearbeiten, zu verschicken, als tatsächlich daran zu forschen. Forscherinnen und Forscher sollten vor allem eines tun können, forschen, denn das spart Arbeitszeit und erhöht somit die Effizienz der wissenschaftlichen Welt. Und das bedeutet, moderne IT-Infrastrukturen zu schaffen, die Vernetzung zwischen den Hochschulen und anderen außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu fördern, Richtlinien und Rahmenbedingungen zu geben und natürlich auch Weiterbildungs- und Fortbildungsmaßnahmen anzubieten, um nicht zuletzt Datenkompetenzen zu stärken. Zweitens wollen wir die erfolgreichen Ansätze des Projektes „Datenkompass M-V“ fortführen und ausbauen. Dieses Projekt hat bereits wichtige Grundlagen in Form eines Konzepts dazu geschaffen, und dieses Konzept soll als Grundlage, als Rahmen für die Fortführung und Intensivierung von notwendigen Maßnahmen dienen. Drittens soll die Stärkung des Forschungsdatenmanagements im Landeshochschulgesetz und in den Eckwerten der Hochschulentwicklung verankert werden, denn durch diese Verankerung wird das Thema als grundlegender Bestandteil der Hochschulentwicklung festgelegt, was eine langfristige und nachhaltige Verbesserung der digitalen Infrastruktur an den Hochschulen ermöglicht. Und dadurch schaffen wir nachhaltige Strukturen und geben unseren Hochschulen eine klare Orientierung. Viertens setzen wir uns dafür ein, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern sich aktiv auf der Bundesebene einbringt, etwa bei der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur oder in Konsultationsprozessen zu einem Bundesforschungsdatengesetz. Für Forscherinnen und Forscher gibt es in dem Bereich des Forschungsdatenmanagements noch viele offene Fragen, unter anderem zu Nutzungsrechten, Urheberrechten, dem Datenschutz. Und das sind Fragen, die insbesondere auf Bundesebene adressiert und geklärt werden müssen. Warum ist Forschungsdatenmanagement für uns nun so wichtig? Ein modernes Forschungsdatenmanagement ist essenziell für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Hochschulen, die über ein modernes Forschungsdatenmanagement verfügen, sind in der Lage, leichter Drittmittel einzuwerben. Und gerade das Einwerben von Drittmitteln wird aufgrund unserer aktuellen Haushaltslage vermutlich in den nächsten Jahren für uns noch etwas wichtiger werden, und deswegen müssen wir uns auch in diesem Bereich dazu gut aufstellen. Oft ist mittlerweile, wie zum Beispiel für Sonderforschungsbereiche der DFG, ein vorhandenes Forschungsdatenmanagement sogar eine notwendige Bedingung, um Anträge auf Förderung überhaupt stellen zu können. Forschungsdatenmanagement ist also eine essentielle Voraussetzung für gute Wissenschaft in unserem Land. Und diese guten Forschungsbedingungen wiederum erhöhen auch unsere Attraktivität als Wissenschaftsstandort, denn dies ist in einem internationalen Wettkampf um die klügsten und talentiertesten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler für uns extrem wichtig. Wir wollen die klugen Köpfe in diesem Land einerseits halten, aber auch darüber hinaus weitere kluge Köpfe für dieses Land gewinnen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Forschungsdatenmanagement ermöglicht die effiziente Nutzung und Wiederverwendung von Daten, fördert Innovation und sichert die Qualität wissenschaftlicher Arbeiten. Zudem sind qualitativ hochwertige Daten Voraussetzung für die Entwicklung auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Dies eröffnet neue Chancen für Forschung und Wirtschaft in unserem Land und unterstützt bereits vorhandene Strukturen, wie zum Beispiel das Zentrum für Künstliche Intelligenz in Rostock. Indem wir unsere Hochschulen und Forschungsinstitutionen stärken, schaffen wir nicht nur bessere Bedingungen für die Wissenschaft, sondern auch für die Ausbildung in Mecklenburg-Vorpommern. Gute Bedingungen in der Forschung an den Hochschulen des Landes führen auch zu einer Verbesserung der Lehre. Angehende Akademikerinnen und Akademiker profitieren in ihrem Studium von Forschungsprojekten, da sie Möglichkeiten für Seminararbeiten, Abschlussarbeiten oder auch als studentische Jobs bieten. Nicht zuletzt finden die in Forschungsprojekten gesammelten Erkenntnisse auch ihren Weg in die Vorlesungen der Studierenden. Aber auch die Wirtschaft des Landes kann hiervon profitieren durch Kooperationen und somit Wissenstransfer bei gemeinsam durchgeführten Forschungsprojekten. Ein gutes Forschungsdatenmanagement hat also nicht nur für Forscherinnen und Forscher positive Effekte, sondern strahlt auch in ganz andere Bereiche des Landes hinein. Lassen Sie uns deshalb gemeinsam für eine zukunftsfähige Wissenschaftslandschaft M-V den nächsten Schritt tun! Ich bitte Sie daher um Zustimmung zu unserem Antrag und danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
